Stand: 30.12.2019 11:21 Uhr  - NDR Kultur

Lübecker Buddenbrookhaus wird umgebaut

von Thorsten Philipps

Das Buddenbrookhaus in Lübeck ist ein Besuchermagnet. Mehr als 50.000 Menschen kommen jedes Jahr in das Literaturmuseum. In den kommenden Jahren wird das Haus umgebaut. Dank digitaler Technik soll es künftig ganz neue Einblicke in das Leben und Werk der Schriftstellerfamilie um Heinrich und Thomas Mann ermöglichen.

Der Neubau des Buddenbrookhauses soll nach Angaben der Leiterin Birte Lipinski rund 20 Millionen Euro kosten. Finanziert wird das Projekt nach Angaben der Kulturstiftung der Hansestadt Lübeck vom Bund, Land, der Possehl-Stiftung, der Stadt sowie von weiteren Stiftungen und einem privaten Spender.

Ab 2023 soll das Buddenbrookhaus wieder öffnen

Der Platz habe einfach nicht mehr ausgereicht, betonte Lipinski. Ab dem Jahr 2023 soll dann in der Ausstellung im neuen Buddenbrookhaus unter anderem gezeigt werden, wie die Weltbürgerfamilie Mann im Exil lebte, sagte Lipinski. "Wir erzählen im neuen Haus die Geschichte der Manns anhand der Lübeck-Romane. Natürlich ist mit der vergrößerten Ausstellungsfläche auch mehr Platz für die Mann-Kinder, die ja gerade in den politischen Fragen eine große Rolle spielen."

Mann-Ausstellung während der Bauarbeiten im Behnhaus

In Lübeck gibt es aber weiterhin eine Mann-Ausstellung: Im 500 Meter entfernten Behnhaus soll das Leben von Heinrich und Thomas Mann gezeigt werden. Die Vernissage zu Buddenbrookhaus im Behnhaus ist Ende März. Startschuss für den Umzug war am Wochenende, als zahlreiche Lübecker vom Buddenbrookhaus mit Umzugskartons in den Händen zum Behnhaus zogen.

Thomas Mann setzte Haus ein literarisches Denkmal

Das Haus in der Mengstraße gehörte den Großeltern von Thomas Mann. In seinem Roman "Buddenbrooks" hat er dem Haus ein literarisches Denkmal gesetzt. Große Teile der Geschichte einer großbürgerlichen Kaufmannsfamilie spielen in dem Haus, das so zum Handlungsort der Weltliteratur wird. Für den 1901 erschienenen Roman wurde er 1929 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.

Im Zweiten Weltkrieg bis auf die Außenfassade zerstört

Das Buddenbrookhaus war im Zweiten Weltkrieg bis auf die Außenfassade zerstört worden. Später wurde das Haus vorübergehend von einer Bank genutzt. 1991 kaufte die Stadt Lübeck das Haus und baute es zu einem Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum aus. 1993 wurde schließlich das Literaturmuseum Buddenbrookhaus eröffnet. Die aktuelle Gestaltung, die unter anderem mit dem Museumspreis des Europarates ausgezeichnet wurde, entstand im Jahr 2000 zur Expo in Hannover.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 30.12.2019 | 06:40 Uhr

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