Stand: 16.04.2018 10:35 Uhr

George Bernard Shaw und die Fotografie

von Thorsten Philipps

Er schrieb unzählige Theaterstücke und Romane, erhielt den Nobelpreis für Literatur und einen Drehbuch-Oscar. Dass der irische Dramatiker George Bernard Shaw auch fotografierte, wissen wenige. Ein kleiner Teil seiner Fotos ist nun zum ersten Mal in Deutschland im Lübecker Günter-Grass-Haus zu sehen: in der Ausstellung "In Szene gesetzt. George Bernard Shaw und die Fotografie".

Künstlerporträts und Selbstinszenierung von Shaw

Die Ausstellung sticht zunächst durch ihre farbliche Gestaltung ins Auge: Die knapp 50 Schwarz-Weiß-Fotografien hängen an purpurfarbenen Wänden. In dem 100 Quadratmeter großen Raum stehen drei hellgrüne Kisten, eine Glasvitrine und eine Holzbank vor einer Videoleinwand.

Fotografien gerieten viele Jahrzehnte in Vergessenheit

In einer kurzen Führung erläutert Kurator Philipp Bürger den ersten Besuchern der Ausstellung die Geschichte der Bilder. Der Schriftsteller Shaw fing erst mit 42 Jahren an zu fotografieren und hinterließ rund 20.000 Fotografien: "Bei den Fotografien von Shaw ist es so, dass sie lange im Verborgenen schlummerten. Nach Shaws Tod blieben sie an dessen Wohnort und gerieten fast in Vergessenheit. Erst 30 Jahre später wurden sie ins Archiv gebracht und noch mal 30 Jahre später wurden sie an die Öffentlichkeit geholt. Dann wurden sie digitalisiert, bekannt gemacht und erforscht."

Künstlerpersönlichkeiten aus einer neuen Perspektive

Für viele der Besucherinnen und Besucher sind die Aufnahmen, die sich durch ihre künstlerischen Unschärfen auszeichnen und dadurch teilweise wie Gemälde wirken, eine Überraschung. Egal ob Landschaftsaufnahmen oder Porträts von Weggefährten und Künstlern wie Auguste Rodin und Rainer Maria Rilke: Sie zeigen die Persönlichkeiten aus einer neuen Perspektive.

Nacktes Selbstporträt

Auch die Selbstporträts faszinieren: "Der Denker" heißt ein Foto, das Shaw im Profil, nackt wie auf der Toilette sitzend zeigt. Weil Shaw als Meister der Inszenierung von Selbstporträts gilt, sollen an einer Station auch die Besucher die Möglichkeit für Selfies haben, erklärt der Leiter des Grass-Hauses Jörg Philipp Thomsa: "Shaw war ein Meister der Selbstinszenierung. Das haben wir versucht zu reflektieren. Er war mit vielen Künstlern befreundet. Auguste Rodin, der Bildhauer, hat von Shaw eine Büste angefertigt. In dieser Pose können die Besucher von sich ein Foto machen lassen und mit nach Hause nehmen."

Der Fotoausstellung, ergänzt durch Film und Audiobeiträge, gelingt es, neugierig auf Shaw zu machen. Wer den Raum im Lübecker Günter-Grass-Haus betritt und die Fotografien betrachtet, will automatisch mehr wissen über die für viele unbekannte Seite des George Bernard Shaw.

George Bernard Shaw und die Fotografie

Er fotografierte Rodin und Rilke, machte aber auch viele Selbstporträts. Das Lübecker Günter-Grass-Haus zeigt Fotografien des berühmten Schriftstellers George Bernard Shaw.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Günter-Grass-Haus
Glockengießerstraße 21
23552  Lübeck
Telefon:
(0451) 122 4230
E-Mail:
museen@luebeck.de
Preis:
Erwachsene 7 Euro / ermäßigt 3,50 Euro / 6-18-Jährige 2,50 Euro / Kinder unter 6 Jahren frei
Öffnungszeiten:
1. April bis 31. Dezember: Montag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr 
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 16.04.2018 | 06:20 Uhr

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