Besucher schlendern durch das wiedereröffnete Kunstmuseum Wolfsburg © NDR/ Janek Wiechers Foto: Janek Wiechers

Kunstmuseum Wolfsburg nach Lockdown wieder offen

Stand: 10.03.2021 15:19 Uhr

In Niedersachsen dürfen seit Dienstag Museen unter Auflagen wieder öffnen. Das Kunstmuseum Wolfsburg ist eines davon.

Ein Besucher steht vor einem Exponat im Kunstmuseum Wolfsburg. © NDR/ Janek Wiechers Foto: Janek Wiechers
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von Janek Wiechers

Dienstagvormittag, um kurz vor 11 Uhr. Es hat sich bereits so etwas wie eine Schlange vor der Kasse des Kunstmuseums in Wolfsburg gebildet. Weit auseinandergezogen, mit gebührendem Abstand zueinander - und selbstverständlich alle mit Masken - warten die ersten Kulturhungrigen. Und wollen hinein in die aktuelle Ausstellung. Endlich wieder ins Museum!

"Ich finde es wunderbar, dass heute das Kunstmuseum öffnet", meldet sich einer der Wartenden zur Wort. "Und ich freue mich riesig. Es ist schön, dass wieder Leben entsteht."

"Wir sind alle total glücklich"

Besucher schlendern durch das wiedereröffnete Kunstmuseum Wolfsburg. Hier ein Exponat der Ausstellung "In aller Munde". © NDR/ Janek Wiechers Foto: Janek Wiechers
Zum Anbeißen: Endlich ist ein Museumsbesuch wieder möglich.

Rein ins Kunstmuseum geht es tatsächlich nur mit Voranmeldung. Um die Zahl der Besucher zu begrenzen, müssen Zeitfenster gebucht werden. Maximal 150 Leute pro Einheit von drei Stunden. Das ist Teil eines ganzen Strauß' an Zugeständnissen, die die Museumsleute machen müssen, um überhaupt wieder Publikum empfangen zu dürfen. Für Andreas Beitin, ist das aber völlig in Ordnung. Der Direktor des Kunstmuseum Wolfsburg freut sich:

"Wir sind natürlich alle total glücklich und begeistert, dass wir halt heute das Museum aufmachen können. Man muss sich namentlich auf der Website anmelden und ein Zeitfenster buchen. Und dann hat man die Möglichkeit, für drei Stunden in die Ausstellung zu gehen."

"In aller Munde" ist in aller Munde

Rund 80 angemeldete Kunstbegeisterte schlenderten am Dienstag im Laufe des ersten Öffnungstages durch die aktuelle Schau im Kunstmuseum Wolfsburg. "In aller Munde" heißt die Ausstellung, die sich in zahlreichen Exponaten mit dem Oralen in der Kunst beschäftigt - vom Sprechen über das Küssen und Kauen, das Würgen und Schreien bis hin zum Singen. Die Schau musste kurz nach Eröffnung im vergangenen Oktober gleich wieder geschlossen werden. Jetzt ist sie also wieder auf und bis Juni verlängert. Die Erleichterung darüber ist auch Uta Ruhkamp anzumerken, die die Ausstellung kuratiert hat:

"Jetzt muss man erstmal realisieren, dass wir wieder aufmachen dürfen", lacht Ruhkamp und fügt hinzu: "Es ist natürlich eine große Freude dabei. Und wieder Menschen in der Ausstellung zu sehen, ist natürlich ein wahnsinnig schönes Gefühl. Ich bin wahnsinnig erleichtert. Ich habe nicht dran geglaubt."

Kunstmuseum setzt auf Hygnienekonzept

Ein Besucher steht vor einem Exponat im Kunstmuseum Wolfsburg. © NDR/ Janek Wiechers Foto: Janek Wiechers
Die Slots und der beschränkte Einlass bieten den Besuchern viel Platz.

Die Ausstellungsmacherin hofft nun inständig, dass es während der verbleibenden drei Monate Laufzeit der Ausstellung nicht zu einem erneuten Lockdown kommt. Dank seines Hygienekonzepts aber setzt das Kunstmuseum Wolfsburg darauf, so lange wie möglich eine weitere Schließung vermeiden zu können.

"Wir sind im Moment mit unseren Inzidenzwerten in Wolfsburg noch relativ gut dran", sagt Direktor Beitin. "Es kann natürlich - und das ist nicht ganz auszuschließen - wieder etwas nach oben gehen. Der nächste kritische Wert ist 100, ab da wird man schauen, aber bis dahin können wir jetzt erstmal den Ausstellungsbetrieb so am Laufen halten. Aber vielleicht haben wir ja Glück, dass wir hoffentlich durchgehend aufbleiben können."

Achten auf korrekte Masken-Anwendung

Die Besucher, die den Weg ins wiedereröffnete Kunstmuseum Wolfsburg fanden, machten jedenfalls einen entspannten Eindruck - nicht nur was den Kunstgenuss angeht, sondern auch ihre Sicherheit:

"Ja, fühle mich total sicher. Ich finde, das haben sie sehr gut organisiert. Ich habe das Gefühl, wir haben alle genügend Abstand. Ich denke, das könnte auf viele andere Bereiche übertragen werden", so ein Besucher. Ein anderer ergänzt: "Durch diese zeitliche Beschränkung kann man sich sicher sein, dass sich nicht zu viele Leute hier aufhalten. Und es wird sehr darauf geachtet, dass man die Maske richtig trägt."

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 09.03.2021 | 16:20 Uhr