Wand mit schwarz-weißem Grafitti. © Lily Brick

Hola Utopia Festival: Street-Art-Kunst in Hannover

Stand: 07.09.2022 08:37 Uhr

Bis zum 11. September findet in Hannover zum dritten Mal das Hola Utopia-Festival statt. Internationale Künstlerinnen und Künstler verwandeln sechs Gebäude in der Stadt in faszinierende Kunstwerke.

von Svenja Estner

Ein kleiner Punkt auf einem riesigen Stahlgerüst - das ist Koen Harmsma aus Rotterdam. Er sprayt ein riesiges Kunstwerk in schwarz-weiß-grau an die 20 Meter hohe Fassade eines Parkhauses in der Innenstadt von Hannover - es erinnert an psychedelische Muster. "Ich denke, dass unsere Welt sich vom Physischen ins Digitale verschiebt. Und ich möchte dieses Gefühl, diese Verschiebung auf die Wand übertragen", sagt der Graffitikünstler, der seit 19 Jahren triste Fassaden verschönert. "Ich benutze ein Programm für die Skizze, danach übertrage ich diese per Hand auf die Wand. Fürs Kunstwerk benutze ich hauptsächlich eine Spraydose."

Künstler geben Workshops für Interessierte

Die beiden Köpfe hinter dem Hola Utopia-Festival sind Graffitikünstler Jascha Müller und Organisator Artie Ilsemann. Für sie ist es das dritte Mal, dass sie Künstler und Künstlerinnen aus ganz Europa nach Hannover zum Sprayen einladen. "Dieses Jahr haben wir sechs Orte, an denen großformatige Bilder entstehen", sagt Ilsemann. Das Festival startet aber eigentlich schon früher, bevor die großen Wände besprüht werden. "Dieses Jahr haben wir viele der Künstler eingeladen und Künstlerinnen und haben Workshops gegeben und haben aus der Profiperspektive einmal erklärt, wie ihre Herangehensweise ist", erklärt Müller.

"Ich hab schon öfter Graffitiworkshops mitgemacht und bei Hola Utopia letztes Jahr mitgemacht", sagt die 17-jährige Myra Martin. "Dieses Jahr wurde ich gefragt, ob ich Workshops mitleiten darf. Und dann wurde ich gefragt, ob ich hier assistieren will bei Lily Brick." Das Lächeln geht ihr nicht mehr aus dem Gesicht.

Künstler bei der Arbeit zu beobachten

Der Festivalname sei übrigens nicht zufällig an das spanische "Hallo" angelehnt, so Ilsemann, weil dort die Kultur der Fassadenkunst einfach viel ausgeprägter sei. Die Fassadenkünstlerin Lily Brick stammt aus Katalonien. In 16 Metern Höhe steht sie auf einem Hubwagen und sprayt die Konturen für ihr Kunstwerk an die Außenfassade eines Wohnhauses.

Lily Brick © Lily Brick
Die Katalanin Lily Brick erschafft derzeit riesige Wandgemälde in Hannover.

Eine Mutter mit ihrer Tochter, die sich gegenseitig Augen und Ohren zuhalten. "Ein Kind, das sich so sehr auf die Zukunft  konzentriert und all unsere Fehler reparieren muss. Und mit einer positiven Zukunft muss die nächste Generation nicht all unsere Probleme auf diesem Planeten reparieren", beschreibt sie.

Noch bis zum Sonntag werden die Künstlerinnen und Künstler an ihren Gemälden an Hannovers Fassaden arbeiten. Wer beim Entstehen zuschauen mag, der findet die einzelnen Standorte der Kunstwerke auf der Seite des Hola Utopia-Festivals.

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Hola Utopia Festival: Street-Art-Kunst in Hannover

An sechs Orten in der Stadt verwandeln internationale Grafittikünstler Häuserfassaden in faszinierende Kunstwerke.

Datum:
Ende:
Ort:
Hannover

Hinweis:
Nasca One: Spielpark Tiefenriede, Haspelfelder Weg 10
Lily Brick: Bödeckerstraße 7
Rookie the Weird: Bornumer Straße 146
Bierenbrood: Parkhaus hanova, Mehlstraße 2
Galleta Maria: Hainhoelzer Höfe, Helmkestraße 5b
Ferosone und Dilkone: Röttgerstraße 23c
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 07.09.2022 | 06:40 Uhr

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