"Die drei Fragezeichen" im Museum Wilhelm Busch

Stand: 18.09.2021 10:56 Uhr

Das Museum Wilhelm Busch in Hannover widmet den Illustrationen, die die Jugendbuchreihe "Die drei Fragezeichen" unverwechselbar gemacht haben, eine ganze Ausstellung.

von Agnes Bührig

Willkommen in Rocky Beach! Der Hauptsitz des Detektiv-Trios ist ins Museum Wilhelm Busch verlegt worden: mit einem Schrottplatz mit alten Reifen, einem Wohnwagen und einer alten Hifi-Anlage. Es erklingt das Hörspiel "Die drei Fragezeichen und der Super-Papagei" von 1979, die erste Folge der Hörspielreihe. Daneben hängt der bunte Vogel auf quietschgrünem Grund, den Aiga Rasch für die Folge zeichnete, sagt Museums-Direktorin Gisela Vetter-Liebenow.

"Man kann rätseln, was tatsächlich die suggestive Kraft ist, aber es ist natürlich ein absolut plakatives und farbintensives Cover. Und man kann sich, wenn man jetzt in eine Buchhandlung geht, natürlich sofort orientieren. Das fällt einem ins Auge, auch aus dem Augenwinkel heraus."

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Hörspielkassetten "Die Drei Fragezeichen" © dpa - Report © dpa - Report

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Schwarz macht bunt

1941 in Stuttgart als Tochter einer Illustratorin geboren, beginnt Aiga Rasch schon im Kindergartenalter mit dem Zeichnen - ganz einfach, weil es in der Kriegszeit wenig Spielzeug gibt. Kurz vor dem Abitur gewinnt sie einen Romanwettbewerb des Kosmos-Verlags. Dort wird sie Illustratorin, zwei Romane der amerikanischen Serie "Die drei Fragezeichen" sind da schon erschienen. Für Jugendbücher ungewöhnlich, verpasst sie den Covern der Reihe einen schwarzen Hintergrund, erzählt Aiga Rasch 2004, fünf Jahre vor ihrem Tod.

"Ich wusste aus Erfahrung von meiner Arbeit bei der 'DM', dass bunte Bilder auf schwarzem Hintergrund am stärksten rauskommen", so Rasch. "Und ich wollte sehr bunte Bilder haben. Also war schwarzer Hintergrund für mich selbstverständlich, um die Farbigkeit zu heben. Auf weißem Hintergrund ist eine helle Farbe vergleichsweise dunkel, aber auf dunklem Hintergrund ist eine helle Farbe knallig hell."

Aiga Rasch stellte die Geschichte ins Zentrum

Anders als bei zeitgleich erscheinenden Kinderbüchern wie "Fünf Freunde" oder "TKKG" sind es nicht die Jugendlichen selbst, die auf das Cover kommen. Ein Markenzeichen von Aiga Raschs Gestaltung ist, dass sie stets Gegenstände der Geschichte, Personen oder Orte in den Mittelpunkt stellt. Das lässt sich auch anhand der vielen Entwürfe in der Ausstellung nachvollziehen, etwa für "Die drei Fragezeichen und die schwarze Katze" von 1971.

Ab 1970 gestaltete die Illustratorin fast 30 Jahre lang die Cover der Bücher und Hörmedien der Reihe "Die drei Fragezeichen". 135 Zeichnungen sind in der Ausstellung zu sehen, darunter Entwürfe, bisher unbekannte Skizzen und einige Bilder, die sie auch als professionelle Kinderbuch-Illustratorin zeigen. Ein großer Spaß für alle - vor allem für die Fans der Kultreihe.

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Datum:
Ende:
Ort:
Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur & Zeichenkunst
Georgengarten
30167  Hannover
Telefon:
0511 16 9999 11
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