Stand: 14.01.2019 16:20 Uhr

40. Geburtstag: Sonderausstellung im Sprengel Museum

von Agnes Bührig
Eine Projektion von Kurt Schwitters im Sprengel Museum Hannover.

100 Jahre Merzkunst, 50 Jahre Sammlung Sprengel und 40 Jahre Sprengel Museum Hannover - das gleichnamige Kunstmuseum feiert sich, seine Stifter und Künstler in diesem Jahr gleich mehrfach: unter anderem mit einer neuen Sammlungsausstellung und einer Schau zu 100 Jahren Merzkunst. Am Montag wurde das Programm des Sprengel Museums 2019 vorgestellt.

Was ist Kunst, welche Rolle spielen Farbe, Material und Gegenwart für ihre Entstehung? Diese Fragen wird die neue Sammlungspräsentation "Elementarteile" ab April in zehn Kapiteln beantworten. Mit Werken aus 40 Jahren Sprengel Museum, auch von Kurt Schwitters. Und zu seiner Kunstrichtung gibt es im Mai zudem eine eigene Ausstellung.

Bauhaus und Merzkunst werden 100 Jahre

Denn nicht nur das Bauhaus, sondern auch die Merzkunst existiert seit 100 Jahren, sagt der Direktor des Sprengel Museums, Reinhard Spieler: "Das sind eigentlich zwei parallel laufende Strategien, sich den neuen Zeiten zu stellen: Das Bauhaus versucht eben, die Welt neu zu konstruieren, und zwar unter ganz logischen, klaren Prämissen. Und der Dadaismus versucht aus dem Chaos zu operieren, aus Zufälligkeiten, Kombinationen, die unerwartet sind - die Merzkunst versucht also genau das Gegenteil."

Auch die große Fotoausstellung "Umbo. Fotograf" berührt diese Zeit. Gezeigt werden rund 200 Werke von Otto Maximilian Umbehr, Jahrgang 1902 und nach dem Zweiten Weltkrieg in Hannover beheimatet. Gemeinsam mit der Stiftung Bauhaus Dessau und der Berlinischen Galerie sowie mit finanzieller Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes konnte das Sprengel Museum den Nachlass des Wegbereiters der Fotografie der Moderne erwerben, sagt die Kuratorin der Ausstellung, Inka Schube: "Umbo ist aus heutiger Sicht ein unglaublich moderner Fotograf - war er in den 20er-Jahren und ist er auch heute - weil er einfach sehr, sehr offen war. Er hat sich nicht an Regelwerke gehalten, und hat das Medium begriffen. Eine Art Spiel- und Bewegungsraum, in dem immer wieder neue Verfremdungseffekte zu erkunden sind, immer wieder Gegenentwürfe zu dem, was existiert, im Bild zu finden sind."

Bild vergrößern
Zwei Kladden von Kurt Schwitters, ausgestellt im Sprengel Museum.

Einzelausstellung von Alice Aycock

Die Brücke in die Gegenwart schlägt die Einzelausstellung der amerikanischen Konzeptkünstlerin Alice Aycock, Jahrgang 1946, bekannt durch ihre Plastik-Twister vor dem Sprengel Museum. Neueste Entwicklungen im Bereich Grafik präsentiert Karin Orchard dann in der Reihe "Viermal Neues auf Papier", darunter auch Holzschnitt-Drucke. "Christiane Baumgartner nimmt Fotos als Vorlagen und übersetzt diese in Holzschnitte. Aber auf eine Art und Weise, dass sie im Grunde wie krisselige Fernsehbilder wirken", so Karin Orchad.

Fotografie an der Schnittstelle zum Film präsentiert das Werk der Spectrum-Preisträgerin Fiona Tan aus Amsterdam. Und Louisa Clement, Jahrgang 1987, setzt dem Betrachter gleich die VR-Brille auf, um sie in künstlerische virtuelle Welten zu schicken. Es scheint also ein facettenreiches Ausstellungsjahr zu werden - von der Historie bis in die Gegenwart.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 14.01.2019 | 16:20 Uhr

Mehr Kultur

03:47
DAS!

Die Oscar-Favoriten im Überblick

24.02.2019 18:45 Uhr
DAS!
55:20
NDR Info

Jazz Special: Art Ensemble of Chicago

22.02.2019 22:05 Uhr
NDR Info
03:29
Nordmagazin

Der Kunst-Super-Markt in Lychen

22.02.2019 19:30 Uhr
Nordmagazin