Stand: 14.07.2017 17:33 Uhr

Von Hamburg bis Palermo

von Serena Bilanceri

Ein Projekt, das Deutschland und Italien verbindet: Das ist die Idee hinter der Fotoausstellung "Via! Straßenfotografie von Hamburg bis Palermo". Für den Augsburger Fotograf Fabian Schreyer war Straßenfotografie das Mittel der Wahl. Es sind Bilder, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Ländern zeigen sollen. Die Wanderausstellung macht jetzt bis zum 8. September 2017 im Italienischen Kulturinstitut in Hamburg Station.

Straßenfotografie mit Schmunzel-Faktor

Alltagsmomente statt Denkmale

"Ein ergebnisoffener Prozess", so beschreibt Schreyer den Ansatz, mit dem die Autoren sich den abgebildeten Orten und Menschen angenähert haben. Tatsächlich handelt es sich um Orte, Menschen und Szenen, die überall hätten sein können – und doch oft etwas Spezifisches des jeweiligen Landes haben, so dass der Zuschauer sie oft beim ersten Blick der deutschen oder italienischen Landschaft zuordnen kann. Mit einem gewissen Humor betrachten die Fotografen das urbane Getriebe. Es entstehen witzige, verrückte Bilder, die die Realität verdrehen oder das Absurde aus dem Alltag ans Licht fördern.

Es sind die Blickwinkel, die den Unterschied machen. "Man muss einen guten Blick und Jagdinstinkt haben. Sich hinstellen, wenn man spürt, dass etwas passieren könnte, und hoffen, dass etwas tatsächlich passiert", erklärt Judith Brandenburg, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim Italienischen Kulturinstitut in Hamburg. So wie in dem Bild vom Hamburger Fotografen Siegfried Hansen, der einen Mann vor einem Schild so fotografiert, als wären Mensch und Schild einfach Teile derselben Figur.

"Siegfried Hansen hat sich seit mehr als zehn Jahren der Street Photography verschrieben", steht in seiner Biographie. Sein Ziel sei, "überraschende und teilweise skurrile Sichtweisen auf scheinbar alltägliche Dinge und Situationen zu zeigen". Genauso wie Schreyer gehört er zu einem internationalen Kollektiv von Straßenfotografen.

Deutschland und Italien durch die Fotografie

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Bild von Mary Cimetta, Cervia, Italien, Oktober 2014

Fünf Fotografen und Fotografinnen aus Deutschland sowie fünf aus verschiedenen Regionen Italiens haben am Projekt teilgenommen. Aus rund 1.500 Aufnahmen wurden lediglich einige Dutzend ausgewählt. Die etwa 30 Bilder, die im Kulturinstitut gezeigt werden, sind nur ein Teil des Projekts. In Italien, im Museo di Roma in Rom, feierte die komplette Sammlung Ende Januar 2016 Premiere. Das Projekt ist schließlich das Ergebnis einer Kooperation mit dem Goethe Institut Italien.    

"Einige thematische Einheiten bildeten die Basis für die Ausstellungskonzeption", sagt Schreyer. Der Leitgedanke dabei: Einen Mix aus humorvollen, nachdenklichen oder surrealen Momenten herauszufiltern, der den Abwechslungsreichtum des Alltagslebens in beiden Ländern abbildet. Einheitlich sind die Bilder keinesfalls - von sozialen Querschnitten bis zu abstrakten Kompositionen mit Wolken und Luftballons wird dem Zuschauer eine vielfältige Palette an schrägen Alltagsmomenten präsentiert.    

Nur eine minimale Nachbearbeitung

Ein Mann, der im Super-Man-Kostüm mit einem Rollenkoffer im Park spaziert, oder eine Frau im Meer, die von einem riesigen Plastikhai angepirscht wird: Gestellt wurden die Bilder nicht, erklärt Schreyer. Auch die Nachbearbeitung sei minimal gewesen, den Bildern sei nichts hinzugefügt worden. Retuschieren: verboten.    

Von Hamburg bis Palermo

Im Italienischen Kulturinstitut in Hamburg wird derzeit ein Fotoprojekt von zehn Fotografen gezeigt, die Momente aus deutschem und italienischem Stadtleben festgehalten haben.

Datum:
Ende:
Ort:
Italienisches Kulturinstitut - Istituto Italiano di Cultura
Hansastraße 6
20149  Hamburg
Telefon:
(040) 39 99 91 30
E-Mail:
iicamburgo@esteri.it
Preis:
freier Eintritt
Öffnungszeiten:
Mo.-Do. 9-13 und 14-16 Uhr
Fr. 9-13 Uhr
Auch außerhalb der Öffnungszeiten nach telefonischer Vereinbarung.
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Dieses Thema im Programm:

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