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Gorleben - Symbol des Atomprotests

Am 22. Februar 1977 überrascht der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht die Republik mit der Entscheidung, im Wendland ein Atommülllager zu errichten. Die Menschen im Wendland sind empört und gehen auf die Barrikaden. Bis heute streiten Politiker und Atomkraftgegner über das Endlager in Gorleben. Eine Chronologie der Ereignisse.

  • 22. Februar 1977
    02:40

    Beschluss: Gorleben wird zum Atommülllager

    Im Februar 1977 gibt Niedersachsens Ministerpräsident Albrecht den Standort für ein künftiges nukleares Entsorgungszentrum bekannt: Gorleben im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Audio (02:40 min)

  • 31. März 1979

    Zehntausende demonstrieren gegen Atomkraft

    Mehr als 100 Traktoren und Zehntausende Mernschen demonstrieren in Hannover gegen Atomkraft. Ihr Prortest richtet sich acu gegen das geplante Atomlager in Gorleben. mehr

  • 16. Mai 1979

    Keine Wiederaufbereitungsanlage in Gorleben

    Die niedersächsische Regierung erklärt, dass sie die geplante Wiederaufbereitungsanlage in Gorleben doch nicht bauen lässt. Jetzt geht es nur noch um die Errichtung eines Endlagers.

  • 4. Juni 1980

    Polizei räumt die "Freie Republik Wendland"

    Im Mai 1980 besetzen Demonstranten ein Gelände über dem Salzstock bei Gorleben. 33 Tage leben die Protestler dortin einem ökologischen Hüttendorf. Dann kommt die Polizei. mehr

  • 26. Januar 1982

    Als in Gorleben die Bagger anrollten

    Trotz massiver Proteste rollen in Gorleben die ersten Bagger an. Für ihre Zustimmung erhalten die Kommunen Zuwendungen in Millionenhöhe. mehr

  • 8. Oktober 1984

    Die ersten Atommüll-Fässer kommen an

    Heimlich und auf Schleichwegen: Am 8. Oktober 1984 erreicht der erste Atommülltransport das Zwischenlager in Gorleben. Die Atomkraftgegner können ihn nicht stoppen. mehr

  • 25. April 1995

    Der erste Castor rollt nach Gorleben

    Für die Atom-Gegner ist es der "Tag X": Mit dem ersten Castor erreicht nun auch hoch radioaktiver Atommüll das Zwischenlager. Der Transport wird von massiven Protesten begleitet. mehr

  • 1. Oktober 2000

    Denkpause für Gorleben

    Ein zehnjähriges Moratorium über das Endlager in Gorleben tritt in Kraft. Nach dem von der rot-grünen Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg sollen zunächst grundsätzliche Fragen zur Endlagerung von Atommüll geklärt werden. Die Erkundungsarbeiten werden vorläufig gestoppt.

  • 1. Oktober 2010

    Erkundung geht weiter

    Nach dem Ende des zehnjährigen Moratoriums wird die umstrittene Erkundung des Salzstocks in Gorleben fortgesetzt. Bereits ab März 2010 beschäftigt sich ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss mit der Frage, ob und warum sich die Kohl-Bundesregierung in den 1980er-Jahren einseitig auf Gorleben als Endlager festgelegt hat.

  • 28. November 2011

    Letzter Castor rollt nach Gorleben

    Mehr als fünf Tage ist der Castor mit hochradioaktivem Müll aus Frankreich unterwegs nach Gorleben. Es ist der vorerst letzte Castor-Transport - und der bislang teuerste.

  • 30. November 2012

    Erkundung des Salzstocks vorübergehend gestoppt

    Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) verkündet einen Erkundungsstopp für Gorleben bis nach der Bundestagswahl 2013.

  • 27. Juli 2013

    Erkundung Gorlebens wird beendet

    Das Standortauswahlgesetz tritt in Kraft. Der Bund muss ergebnisoffen und transparent nach einem Endlager suchen und bis 2031 einen geeigneten Standort bestimmen. Die Erkundung des Bergwerks Gorleben ist damit beendet. Es muss aber so lange offen gehalten werden, bis entschieden ist, wo das Endlager eingerichtet wird. Das könnte auch Gorleben sein.