Die Freiheitsstatue in klein am Strand von Usedom. © Usedomer Musikfestival Foto: Geert Maciejewski

New Yorker Philharmoniker kommen zum Usedomer Musikfestival

Stand: 23.03.2022 13:13 Uhr

Die New Yorker Philharmoniker geben im Mai 2022 ein dreitägiges Gastspiel im Rahmen des Usedomer Musikfestivals. Es soll vom 20. bis 22. Mai im Historisch-Technischen Museum Peenemünde stattfinden.

Die Freiheitsstatue in klein am Strand von Usedom. © Usedomer Musikfestival Foto: Geert Maciejewski
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von Peter Mücke

Nach gut zwei Jahren Corona und dem massiv eingeschränkten Angeboten in Kultur und Tourismus will sich Mecklenburg-Vorpommern jetzt wieder international ins Gespräch bringen. "Wir wollen und müssen auf möglichst vielen Märkten signalisieren, dass wir uns auf Gäste aus nah und fern freuen", sagt Birgit Hesse, die in ihrer Doppelfunktion als Präsidentin des Landtags und des Tourismusverbandes in dieser Woche nach New York kommt.

Ein Stück New York ist bereits in Mecklenburg-Vorpommern

Thomas Hummel, Intendant des Usedomer Musikfestivals, steht vor der Seebrücke Ahlbeck am Strand der Insel Usedom. © picture alliance / dpa Foto: Stefan Sauer
Thomas Hummel, Intendant des Usedomer Musikfestivals, steht vor der Seebrücke Ahlbeck am Strand der Insel Usedom.

Auf der Homepage des Usedomer Musikfestivals ist New York schon in Mecklenburg-Vorpommern angekommen. Ein Modell der Freiheitsstatue steht am Strand von Ahlbeck mit der ältesten Seebrücke Deutschlands im Hintergrund, davor ein Schild: 'Liberty Island Usedom 2022'. Im Mai ist es dann tatsächlich so weit. Die New Yorker Philharmoniker kommen zum Usedomer Musikfestival. Zehn Jahre hat Festival Direktor Thomas Hummel auf diesen Moment hingearbeitet. 2012 sprach er Kurt Masur zum ersten Mal darauf an, er war Ehren-Musikdirektor in New York. "Zuerst hab ich gesagt, es will jeder die New Yorker Philharmoniker haben. Wir haben ganz bestimmte Vorstellungen für ein Hotel, wir brauchen 150 Zimmer für so ein Orchester und das wurde in der Zwischenzeit gebaut. Dadurch war es schon mal möglich, das Orchester einzuladen. Aber es hat ein paar Jahre gedauert."

New Yorker Philharmoniker spielt in Turbinenhalle Peenemünde

Drei Abende spielt das wohl berühmteste Orchester der Welt an einem ganz besonderen Ort in der Turbinenhalle des ehemaligen Kraftwerks Peenemünde. Hier, auf dem Gelände der ehemaligen Heeresversuchsanstalt, entwickelten die Nazis Raketen, die nach dem Willen der Planer auch New York hätten vernichten sollen. Auch deshalb ist es für Chefdirigent Jaap van Zweden ein ganz besonderes Gastspiel. "Gerade jetzt in dieser Zeit ist es wichtig, daran zu erinnern, dass Musik Frieden bringen kann, den Frieden Mensch zu sein. Gerade jetzt, wo Russland diesen Krieg gegen die Ukraine führt, muss es die Botschaft unseres Orchesters sein, dass Musik eine der Lösungen sein kann, um sich als Menschen näher zu kommen."

Auch Anne-Sophie Mutter kommt nach Usedom

Zu Gast bei den Konzerten wird auch die Violinistin Anne-Sophie Mutter sein, die ein Stück ihres verstorbenen Ehemanns, André Previn aufführen wird. Dessen Familie war vor den Nationalsozialisten in die USA geflohen. "Wir bringen auch einige Weltpremieren mit neuer Musik. Wir spielen aber auch Beethoven, Bartók, Schostakowitsch. Es ist, glaube ich, ein guter Eindruck dessen, was wir sonst auch hier in New York spielen", sagt Chefdirigent Jaap van Zweden.

Gastspiel soll das Festival international bekannter machen

Nachdem die Pandemie die Kultur und den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern stark eingeschränkt hat, will das Land mit den prominenten Gästen aus New York auch international wieder auf sich aufmerksam machen. Vor 20 Jahren gelang das schon einmal mit einem Konzert beim Usedomer Musikfestival, damals mit Benjamin Brittens 'War Requiem', mit dem die Turbinenhalle in Peenemünde als Konzertsaal eröffnet wurde. Auch damals war Thomas Hummel schon Festival Direktor. Für ihn ist das Gastspiel der New Yorker Philharmoniker der Höhepunkt der bisherigen Arbeit. "Also ich habe immer gesagt, wir wollen Qualität halten. Wir haben 20 Jahre lang sehr viel Qualität geboten, vom ersten Konzert an. Und nach 20 Jahren denke ich, sollte man da noch mal ein besonderes Zeichen setzen. Und das ist sicherlich eines der größten Dinge, die man im Leben so organisieren kann. Was danach kommt, weiß kein Mensch. Aber mir geht es nicht darum höher, schneller, weiter, sondern einfach um eine Kontinuität und tolle Konzerte. Das wir einfach Momente schaffen, die man nicht vergisst. Und das hoffe ich, dass wir das mit diesem Gastspiel tun."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 23.03.2022 | 09:40 Uhr

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