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von Andreas Brauns
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Das Kirchenlexikon - G wie Glaubenskongregation

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Nachdem der Papst einen deutschen Bischof zum Leiter der Glaubenskongregation in Rom gemacht hat, wüsste ich gern mal: Welche Aufgabe hat diese Behörde im Vatikan?

Gehard Ludwig Müller ist seit Juli 2012 Präfekt der Kongregation für Glaubenslehre.

Die Kongregation für die Glaubenslehre ist eine der Zentralbehörden der römisch-katholischen Kirche. Ihre Aufgabe ist es, die Glaubens- und Sittenlehre in der Weltkirche zu fördern und zu schützen. Jetzt wurde der bisherige Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller, vom Papst zum Leiter dieser Kongregation berufen, und damit wenn man so will zum obersten Glaubenshüter. Müller wird einer der wichtigsten Männer im Vatikan, denn die eine Glaubenslehre ist für die katholische Kirche mit dem päpstlichen Lehramt von entscheidender Bedeutung.

Vor 60 Jahren neu ausgerichtet

Die Kongregation für die Glaubenslehre ist die älteste römische Zentralbehörde. Sie hat eine dunkle Vergangenheit. Um Irrlehren abzuwehren wurde sie im 16. Jahrhundert gegründet. Als Inquisition hat sie in Europa Angst und Schrecken verbreitet. Vor knapp 60 Jahren wurde die Behörde neu ausgerichtet. Sie sollte nicht mehr nur die Glaubenslehre schützen, sie sollte sie auch fördern und eine Art Qualitätssicherung betreiben. Keine leichte Aufgabe in einer Weltkirche mit ganz unterschiedlichen Kulturen. Und so hat die Behörde immer dann Schlagzeilen gemacht, wenn es um den Schutz der Glaubenslehre ging. Wenn Rom die Wahrheit des Glaubens gefährdet sah und etwa ein Lehrverbot aussprach. Wie im Fall der bekannten Theologen Hans Küng und Leonardo Boff.

Die Glaubenskongregation bestand lange aus drei Abteilungen: Eine ist für Lehre zuständig und damit auch für die Überprüfung von Büchern, die gegen die Glaubenslehre verstoßen. Die zweite Abteilung beschäftigt sich mit Vergehen gegen den Glauben, die Moral oder bei der Feier von Sakramenten, also kirchlichen Amtshandlungen. Hier arbeitet die Kongregation wie ein Gerichtshof. Die dritte Abteilung befasst sich mit Ehefragen. Eine vierte Abteilung behandelt die Anzeigen gegen Priester, die sich an Kindern vergangen haben sollen.

Papst Benedict stand früher selbst an der Spitze

An der Spitze der einflussreichen Kongregation für die Glaubenslehre steht der Präfekt. Das ist seit Anfang Juli der 64-jährige Bischof Gerhard Ludwig Müller. Bis 2005 hatte der jetzige Papst dieses Amt selbst inne. Die Kongregation besteht aus 25 Mitgliedern: Kardinälen, Erzbischöfen und Bischöfen aus 14 Nationen. Beraten werden sie von knapp 30 Experten aus verschiedenen Ländern, die allerdings fast alle in Rom als Professoren lehren. Die eigentliche Behörde hat nur 40 Mitarbeiter.

Mehr aus dieser Sendereihe lesen Sie in: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.

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