Sendedatum: 21.06.2018 20:20 Uhr

Weltyogatag: Durchatmen und beten

von Julia Heyde de López
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Saskia Behrmann beim Sonnengruß.

Den "Sonnengruß" üben - direkt vor dem Altar. Yoga in der Kirche, geht das? Das geht. Sogar sehr gut, sagt Saskia Behrmann. Sie leitet die Jugendkirche in Flensburg und ist auch ausgebildete Yogalehrerin. Sie ist überzeugt, dass Yoga den eigenen Glauben, die eigenen Überzeugungen festigt. So wie es ein Yogi einmal sagte: "Ein Christ wird durch das Yoga ein besserer Christ, ein Moslem wird ein besserer Moslem, und ein Atheist wird durch das Yoga ein besserer Atheist."

Oberste Regel: Ahimsa

Einmal im Monat rollt Saskia Behrmann die Yogamatten vor dem Altar in der Flensburger Jugendkirche aus und unterrichtet. Für sie ist Yoga nicht nur ein Sport, sondern eine Lebensform. "Die oberste Regel im Yoga heißt: 'Ahimsa'", erklärt sie. Das bedeute: Nicht verletzen. "Ich soll keinen anderen Menschen verletzen, weder verbal noch gedanklich. Und auch kein Tier. Eine vegetarische oder vegane Ernährung ist im Yoga also eigentlich Standard. Auch auf ökologische oder ökonomische Fragen bezogen ist 'Ahimsa' die erste Regel."

Yoga mit dem Gebet verbinden

Saskia Behrmann praktiziert Yoga seit 12 Jahren. Es hat sie in schwierigen Lebensphasen "gerettet", sagt sie, getröstet. Und ihr ein besseres Körpergefühl geschenkt. Sie verbindet Yoga mit ihrem christlichen Glauben; vor ihren Übungen betet sie oder singt "Kyrie Eleison".

"Und dann spreche ich das Vaterunser, weil ich mich diesem Gebet so sehr verbunden fühle, ich spreche es schon seit dem Kindergarten. Generell bin ich fast ständig im Gebet oder im Kontakt zu Gott. Für mich ist eigentlich der Alltag durchflutet davon, dass ich mich von Gott führen lasse auf eine Art und Weise."

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Yoga hilft dabei, zur Ruhe zu kommen.

Dadurch habe sich ihr ganzer Alltag verändert, fügt sie hinzu. Sie könne mit Herausforderungen besser umgehen, dabei helfe die Meditation. "Ich kann mich immer wieder entfernen von meinen Gedankenströmen in meinem Kopf, zur Ruhe kommen, tief durchatmen. Dieses Durchatmen dauert manchmal 20 Minuten, aber dadurch bekomme ich wieder eine friedliche Sicht auf die Dinge, und das ist einfach heilsam."

Das Yoga-Angebot der Jugendkirche in Flensburg findet einmal im Monat statt und ist offen für alle, ob mit oder ohne Religion. Und vielleicht findet sich in den Atemübungen ja der Hauch Gottes, und die Meditation wird zum Gebet.

Dieses Thema im Programm:

Radiokirche bei N-JOY | 21.06.2018 | 20:20 Uhr

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