Stand: 21.04.2019 08:20 Uhr

Verein sucht neue Besitzer für Legehennen

von Julia Heyde de López

32 glückliche Hühner und zwei Hähne laufen im Stall von Janina Stemmer herum. Die junge Frau wohnt in der Nähe von Hamburg und gehört zum Verein "Rettet das Huhn". Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, "ausgedienten" Legehennen ein neues Zuhause zu schenken. Dabei handelt es sich um Tiere, die sind für einen Massentierhaltungsbetrieb nicht mehr profitabel sind und dann ausgestallt werden.

Ein Huhn liegt auf Stroh. © Kirche im NDR

"Rettet das Huhn" sucht neues Zuhause für Hennen

NDR 2 - Moment mal -

Nach anderthalb Jahren sind Hühner für einen Massentierhaltungsbetrieb nicht mehr profitabel. Damit die Tiere nicht im Schachthof landen, vermittelt "Rettet das Huhn" ausgediente Legehennen.

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Neues Zuhause statt Schlachtbank

"Ausgestallt" bedeutet normalerweise für die Tiere den sicheren Tod, denn es geht zum Schlachter. Mit knapp anderthalb Jahren fangen Hühner an, weniger Eier zu legen. Der Verein will diese Vögel zu retten. Er kooperiert deshalb mit verschiedenen Betrieben in ganz Deutschland, holt die Hennen ab und gibt sie an Privatpersonen weiter. "Im Jahr schaffen wir es, 10.000 Hennen zu vermitteln", sagt Janina Stemmer. Allein in Norddeutschland gibt "Rettet das Huhn" dreimal im Jahr 830 Hennen an neue Besitzer weiter.

Natürlich ist der Verein immer auf der Suche nach Menschen, die dem Federvieh im Ruhestand ein neues Zuhause geben wollen. Wichtig ist für die Tiere ein zugluftfreier, hygienischer Stall mit ausreichend Legemöglichkeiten. Der Auslauf muss raubtiersicher sein - die Hühner brauchen Schutz vor Füchsen, aber auch vor Angriffen aus der Luft.

Hühner eignen sich gut als Haustiere

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Hühner sing gesellige, menschenbezogene Tiere.

Für frisch gerettete Legehennen sei so ein artgerechtes Leben vollkommen neu, erzählt Janina Stemmer. Sie habe festgestellt, Tiere aus Freilandhaltung erholen sich schnell. Hühner aus Bodenhaltung brauchen etwas länger: "Die Tiere kennen gar nichts, kein Gras - und sie haben Angst vor allem", so Stemmer weiter. Es brauche tatsächlich zwei Wochen, bis sie "normale" Hühner seien. Wer Hühner retten möchte, sollte mindestens drei von den Vögeln bei sich aufnehmen, denn es sind gesellige Tiere. "Sie sind unglaublich neugierig und menschenbezogen." Deshalb seien sie richtig prima Haustiere, schwärmt Stemmer.

Auch Tiere sollen in Würde leben

Hühner sind keine Eierlege-Maschinen, sondern Mitbewohner in Gottes Schöpfung, die Wertschätzung verdienen. Janina Stemmer weiß, ihr Engagement, junge, ausgediente Legehennen vor dem sicheren Tod zu retten, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber sie ist überzeugt: Jeder Tag, den ein Huhn in Würde und Frieden verbringen darf, ist die Arbeit wert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Moment mal | 22.04.2019 | 09:15 Uhr