Sendedatum: 23.08.2019 19:05 Uhr

Gipfel der Religionen leistet Friedensarbeit

von Pastor Matthias Viertel
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Friedenssymbol: Der 7,5 Meter hohe "Ring of Peace" steht im Luitpoldpark in Lindau.

"Die Politiker haben die großen Konflikte dieser Welt nicht gelöst" sagt eine Vertreterin der Sikhs, einer Religion aus Nordindien. Und dann fährt sie gleich fort und sagt: "Nun sind die Religionen dran." Ravinder Kaur Nijjar ist Mitglied einer Delegation, die zum Weltreligionstag nach Deutschland gekommen ist. Am Freitag ging diese Konferenz in Lindau zu Ende, an der Vertreter fast aller Religionen aus mehr als 100 Ländern teilgenommen haben. Bischöfe und Muftis, Rabbis und brahmanische Priester, Nonnen mit Schleier und Sikhs mit Turban. Buddhisten, Moslems, Hindus, Juden und Christen.

"Religions for Peace" leistet weltweit Friedensarbeit

Es ist wirklich eine sehr bunte Gemeinschaft, die seit 1961 unter dem Namen "Religions for Peace" zusammenkommt. Aber ein Karneval der Religionen ist es trotzdem nicht. Denn auf der Tagesordnung stehen handfeste Konflikte, etwa die Lage in Myanmar Uganda oder Palästina. Die Vertreter der Religionen, die vor Ort oft als Feinde gegenüberstehen, wollen nach Lösungen suchen. Die Gewalt gegen Frauen brandmarken und religiöse Stätten vor Zerstörung schützen - weltweit. Die Konferenz kann wohl nicht alle Konflikte sofort lösen, aber vereint den Frieden vorbereiten. Das ist möglich.

Weitere Informationen

Den Glauben an die Religion schützen

"Religions for Peace" ist das weltweit größte Bündnis von Religionsgemeinschaften. In Lindau berieten die Delegierten über Konflikte in Myanmar und Uganda. Beitrag bei tagesschau.de. mehr

Gemeinsam gegen Konflikte auftreten

Was in Lindau auf Weltebene vorgemacht wurde, müsste eigentlich doch auch in der Region klappen. Was wäre das für ein großartiges Zeichen, wenn im ganzen Norden, von Flensburg bis Hamburg, von Husum bis Lübeck sich Juden und Christen, Moslems, Buddhisten und alle anderen Religionen sich zusammenschließen. Religionen für den Frieden, vor Ort. Und wenn immer in der Welt ein Konflikt eskaliert, dann gemeinsam auftreten und einmütig kundgeben: Keine Religion will Gewalt und Zerstörung, kein Glaube kann Terror und Krieg schönreden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 23.08.2019 | 19:05 Uhr