Stand: 18.07.2019 12:30 Uhr

Kolumne: Mondlandung 1969

von Jan Dieckmann
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Vor 50 Jahren betraten Menschen erstmals den Mond.

Mir sind vor allem die Geräusche in Erinnerung. Mehr noch als die unwirklich schwarz-weißen Bilder. Dieses sphärische Rauschen. Und dann diese ruhige menschliche Stimme von Neil Armstrong: "One small step for man". Und mit diesem "small step", diesem kleinen Schritt von der letzten Leitersprosse, betrat er, nein schwebte er, wie ein Taucher in einem schweren Anzug, auf die Mondoberfläche. Dabei verursachte er eine kleine Staubwolke. Wie Puder sei es, funkte er an die Bodenstation.

Den Menschen scheinen keine Grenzen gesetzt

Der erste Mensch betritt einen Himmelskörper außerhalb unserer Erde. Vor 50 Jahren war das, am 21. Juli 1969. Ich war damals elf Jahre alt, und die Mondlandung hat damals bei mir, und vermutlich bei einer ganzen Generation, den Glauben befördert, dass die Möglichkeiten der Menschen schier grenzenlos sind. Und es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir alle Geheimnisse des Himmels entdeckt haben.

Damals hieß es: Jetzt wird es eng für den lieben Gott im Himmel. Der erste sowjetische Astronaut im Orbit, Juri Gagarin hat es einmal so auf den Punkt gebracht: "Gott habe ich dort oben nicht gefunden."

Gott und Mensch bleiben ein Geheimnis

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Auch wenn wir zum Mond fliegen können, das Geheimnis menschlicher Existenz bleibt unergründet, sagt Pastor Jan Dieckmann.

Heute weiß ich, egal wie weit wir Menschen auch immer in den Weltraum vordringen, zum Mond, zum Mars oder darüber hinaus, das Geheimnis Gottes und unserer Existenz werden wir Menschen nie ergründen. Mein ganz persönliches Leben und Fühlen ist Teil dieses großen Geheimnisses. Das macht es so Besonders. Und so wundervoll. Ich verneige mich vor diesem Geheimnis, das wir Gott nennen. Ihm verdanke ich den Anblick der Sterne, das Gefühl der Sonne auf meiner Haut, die Liebe - und den Tod. Ihm verdanke ich mein Leben. Der Theologe Peter Schellenbaum hat das einmal so ausgedrückt: umgeben sein vom Wunderbaren. Das gibt uns unsere menschliche Würde. Dafür heute ein Herz der Liebe.

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Jeden Mittwoch vergeben die Radiopastoren und Redakteure ein Kreuz für Glauben, ein Herz für die Liebe oder einen Anker für das, was hoffen lässt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 21.07.2019 | 07:45 Uhr

Kreuz - Herz - Anker

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Regelmäßig vergeben unsere Autoren ein Kreuz für Glauben, ein Herz für Liebe oder einen Anker für Hoffnung. mehr