Ein Kameramann filmt eine Szene in einer Kirche. Probenaufnahmen zum ökumenischen Gottesdienst zum 3. Oktober in Kiel. © Kirche im NDR Foto: Jan Dieckmann

Ökumenischer Kirchentag geht neue Wege

Sendedatum: 12.05.2021 09:40 Uhr

Vom 13. bis 16. Mai findet der 3. Ökumenische Kirchentag in Frankfurt statt. Wegen der Corona-Pandemie gibt es ein weitreichendes digitales und dezentrales Angebot.

von Bischöfin Kirsten Fehrs

Am Donnerstag würde er eigentlich in Frankfurt mit einem großen Begegnungsfest beginnen: der dritte Ökumenische Kirchentag. Kirchentag, das bedeutet normalerweise: vier Tage lang Zigtausende auf den Straßen und Plätzen, in Messehallen und Kirchen, in Bussen und Bahnen, Schulen und Turnhallen. Vielleicht erinnern Sie sich ja noch an den Kirchentag 2013 in Hamburg? "Soviel du brauchst", hieß damals das Motto, und die Hamburger haben es auf wundervolle Weise variiert und gesagt: Soviel du geben kannst - an Gastfreundschaft und hanseatischer Weltoffenheit. Und so haben Zehntausende ihre Wohnungen zur Verfügung gestellt und Mitchristen aus ganz Deutschland bei sich aufgenommen.

Begegnungen Corona-bedingt im digitalen Raum

Begegnung, Begegnung, Begegnung: Das ist die große Überschrift über jedem Kirchentag. Begegnungen, die nun Corona-bedingt in den digitalen Raum verlegt werden müssen. Aber das hindert den Kirchentag nicht, Zeitansagen zu machen. "Schaut hin" - so lautet dieses Mal das Motto. "Schaut hin": Es geht darum, den Mitmenschen wahr- und ernstzunehmen, einander anzusehen und - ja, auch das! - zu berühren. Wie lange schon vermissen wir das ...

Kirchentag anders: Digital und dezentral

Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland © Nordkirche Foto: Marcelo Hernandez
Trotz Pandemie: "Wer hinschaut, entdeckt Schätze", sagt Bischöfin Kirsten Fehrs.

Das Motto stammt aus der Bibel, genau genommen steht da: "Geht hin und seht nach!" Das sagt Jesus nämlich zu den Jüngern, die sich verzweifelt fragen, wie sie die 5.000 Menschen, die Jesus gerade zugehört haben, jetzt am Abend satt bekommen sollen. Unzufriedenheit droht, eine hungrige Menschenmenge ist kein Spaß. Und dann geschieht das Wunder: Es reicht für alle.

Wer hinschaut, entdeckt Schätze. Gerade wenn es eng wird, wenn das Leben sich von seiner ungemütlichen Seite zeigt. Jetzt, am ersehnten und hoffentlich nahen Ende der Pandemie: "Schaut hin!". Mit offenen Augen füreinander finden wir vielleicht wieder heraus aus dieser manchmal so angespannten, unzufriedenen Stimmung, die zeigt: Die Menschen sind so hungrig. Nach Begegnung. Nach Leben. Nach Gerechtigkeit. Schaut hin! Nicht weg. Lassen Sie sich einladen. Der Kirchentag wartet auf Sie - mit neuen Aussichten und offenen Armen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 12.05.2021 | 09:40 Uhr

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