Hamburger Rettungsdienste trainieren Einsätze mit Drohnen

Stand: 14.10.2021 14:15 Uhr

Ob Malteser oder Rotes Kreuz: Mittlerweile haben viele Rettungsorganisationen eigene Drohnen-Staffeln. Neben der Ersten Hilfe werden die Spezialeinsätze aus der Luft für die Einsatzkräfte immer wichtiger.

von Kirchenredakteur Klaus Böllert

Es brummt und surrt ganz gewaltig, als die Hilfswerke ihre Drohnen vorführen, um zu zeigen, was die können und wie sie sinnvoll eingesetzt werden. Für den Malteser Hilfsdienst am Joystick: Jan Wiegmann, der Leiter der Malteser Drohnenstaffel. Überall wo Luftübersicht praktisch ist, sei ein potentielles Einsatzgebiet. "Von der Überwachung von unübersichtlichen Sanitätsdiensten bis hin zu Feuerwehreinsatzstellen, wo wir geflogen sind, um Luftbilder zu liefern. Ganz viel ist Personensuche in Zusammenarbeit mit Rettungshundestaffeln", so Wiegmann.

Einsatz von Einwegdrohnen in Gebäuden

Die Malteser möchten mit den Drohnen noch besser Menschen in Not helfen. Bei Einsätzen in brennenden oder Einsturz gefährdeten Gebäuden geht es auch um Selbstschutz. In Gebäuden könne man mit sehr kleinen Drohnen fliegen, "da nutzen wir unsere Trainingsdrohnen für kleines Geld und wenn die aus dem Gebäude mal nicht wieder rauskommen, dann ist das nicht so schlimm." Das sei ja die Idee: Bevor einer herein ginge, opfern wir lieber eine Drohne für ein paar hundert Euro als das einer reingehe und nicht heile wieder herauskomme. Von daher sei im Gebäude zu fliegen immer ein klassischer Zweck für - "ich sag mal unsere Einwegdrohnen".

Steg am See im Sonnenuntergang. © Jenny Sturm/fotolia Foto: Jenny Sturm
AUDIO: Moment mal (3 Min)

Drohnen mit Suchscheinwerfern und Wärmebildkamera

Eine Drohne vom Hersteller Globe UAV steht auf dem Gelände des Bundeswehrkrankenhauses vor einem Notarztwagen. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Drohnen werden im Rettungseinsatz bereits vielfältig eingesetzt.

Die Drohnen für die Suche über offenem Gelände sind da schon eine andere Preisklasse: "Diese liegt jetzt unter zehntausend, was die Kollegen vom Roten Kreuz fliegen ist sicher mehrfach fünfstellig", erläutert Wiegmann. 32.000 Euro kostet die inklusive Steuerung und dem Bildschirm, der circa DIN A 3 groß ist. Aber: Die könne auch etwas, erzählt Wolfgang Konrad vom Deutschen Roten Kreuz stolz. Sie sei die modernste. Sie habe einen guten Suchscheinwerfer und eine Wärmebildkamera, die wir auch ausschalten können. "Sie hat einen 200-fachen Zoom, wir sind auf einer Höhe von 49,6 Metern und haben eine Distanz von acht Kilometern, die wir überbrücken können", so Konrad. Und das 55 Minuten lang.

Klassische Erste Hilfe bleibt im Angebot

Malteser - das sind doch die, die bei Festen und Konzerten hinten ein Zelt für Erste Hilfe haben? Ja, sie werden auch weiterhin mit Pflaster, Mullverband und Brandsalbe arbeiten. Aber eben auch mit Smartphone, Tablet und Drohnen. Cool, da mitzumachen. Auch das ist eine Botschaft der Drohnen-Präsentation. "Ja, wir hoffen dadurch natürlich auch, Interessierte zu gewinnen, um auch noch einmal einen anderen Bereich zu haben, der auch Leute anspricht, klar", sagt Wiegmann.

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Eine Rettungsdrohne startet. © NDR / Finn Kessler

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Moment mal | 17.10.2021 | 09:15 Uhr

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