Stand: 15.09.2019 07:45 Uhr

Kolumne: Ein Tag zum Nicht-Vergessen

von Stefanie Grossmann

Ein goldener Frühherbsttag im bayerischen Voralpenland. Auf den Grashügeln scheint an diesem Nachmittag die Sonne auf unzählige Tautropfen. Nichts kann den Tag in dieser Bilderbuchlandschaft trüben. Die Welt scheint für mich in Ordnung. Doch dieser Tag brennt sich später in mein Gedächtnis ein - kein Vergessen, wo ich war und was ich gemacht habe.

9/11 traumatisiert die Welt

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Am 11. September 2001 starben in den USA Tausende Menschen.

Denn 6.500 Kilometer entfernt passiert an diesem 11. September etwas, das die Welt von einer Sekunde auf die andere verändert. Um kurz nach 8 Uhr fliegt ein Passagierflugzeug in das World Trade Center in New York, ein zweites folgt. Auch im Pentagon schlägt eine Maschine ein. Einen Flieger mit Kurs auf Washington bringen Passagiere auf einem Feld bei Pennsylvania zum Absturz und verhindern noch Schlimmeres. 

Zuerst höre ich im Radio von den Ereignissen - und kann es kaum glauben. Später sehe ich Bilder davon im Fernsehen, Rauch und Verwüstung, Häuser in Schutt und Asche - und schreiende Menschen, die von Gebäuden springen. 3.000 verlieren ihr Leben, noch heute sterben Opfer an Spätfolgen. Ein Trauma, nicht nur für die USA.

Dialoge zwischen Religionen für Frieden und Versöhnung

Auch für Muslime ändert dieser Tag alles, denn verantwortlich für die Anschläge ist das islamistische Terrornetzwerk Al-Quaida. 9/11 hat die Welt aus den Fugen gehoben, eine neue Weltordnung geschaffen. Westliche und arabische Welt stehen sich seitdem scheinbar unversöhnlich gegenüber.

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Kirchenredakteurin Stefanie Grossmann hofft, dass Dialoge Kriege verhindern können.

Dabei haben Muslime und Christen viel gemein: Sie gehören mit den Juden zu den Semitischen Religionen und haben Abraham als Ur-Vater. Das sollten wir nicht vergessen. Das Böse durch das Gute überwinden - das können doch alle Religionen. Am besten durch einen offenen Dialog, denn solange Menschen sprechen, führen sie keine Kriege. Ein weites Herz kann Versöhnung und Frieden bringen.

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Regelmäßig vergeben die Radiopastoren und Redakteure ein Kreuz für Glauben, ein Herz für die Liebe oder einen Anker für das, was hoffen lässt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 15.09.2019 | 07:45 Uhr

Kreuz - Herz - Anker

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Regelmäßig vergeben unsere Autoren ein Kreuz für Glauben, ein Herz für Liebe oder einen Anker für Hoffnung. mehr