In einer Hamburger Kirche warten mehrere Menschen auf eine Impfung gegen das Corona-Virus. Im Vordergrund ist ein Anamese-Fragebogen zu sehen. © NDR Foto: Martin Motzkau

Kirche in Corona-Zeiten: Notwendige Entscheidungen treffen

Stand: 01.12.2021 09:17 Uhr

Auch Pastoren beschäftigen sich in dieser Zeit viel mit Fragen um Corona. Damit sind auch in der Kirche Verzicht und Einschränkungen verbunden - wie Weihnachtsgottesdienste unter 2G.

von Pastor Michael Ellendorf

Wenn ich gefragt werde - was nicht so selten vorkommt -, was so ein Pastor eigentlich den lieben langen Tag macht, fange ich an aufzuzählen, was so zu meinen Aufgaben gehört. Und wenn ich merke, dass ich dabei vom Hölzchen aufs Stöckchen komme, fasse ich der Einfachheit halber zusammen und sage: Ich gehöre halt zu Gottes Bodenpersonal.

Im Moment bedeutet das für mich, dass ich vor allem mit Corona beschäftigt bin. Nunmehr schon im zweiten Jahr. Ich versuche ständig, mir ein Bild der Lage zu machen, lese die aktuellen Verordnungen und bemühe mich, die zu verstehen. Bin im ständigen Kontakt mit anderen Verantwortlichen und frage: Wie macht ihr's? Und treffe dann Entscheidungen.

Weihnachtsgottesdienste nur unter 2G?

Deren Auswirkungen zunehmend wieder schmerzlich sind. Weil sie mit Verzicht und Einschränkungen verbunden sind. Das gefällt niemandem. Und da es natürlich auch in einer Kirchengemeinde von echten oder vermeintlichen Experten wimmelt, ist jede Entscheidung Anlass zur Diskussion, die dann auch schon mal hitzig ausfällt. Ihr als Kirche müsstet doch eigentlich … - so geht es häufig los. Oder, wie könnt ihr nur? Weihnachtsgottesdienste zu 2G-Bedingungen, wie sie gerade auch die Bischöfin empfohlen hat? Das schließt doch Leute vom Kirchenbesuch aus, das geht doch nicht! Und warum dürfen wir jetzt schon wieder nicht singen?

Ich behaupte ja gar nicht, dass ich alles besser weiß. Ich tue, was ich kann, und treffe die Entscheidungen, die ich für notwendig halte. Manchmal wünsche ich mir allerdings etwas mehr Respekt. Aber ich beschwere mich gar nicht. So ist das eben, wenn man beim Bodenpersonal beschäftigt ist. Zu sagen: Sprechen Sie doch mit meinem Chef - das ist in meinem Fall ja nicht so einfach.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 01.12.2021 | 09:40 Uhr

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