Sendedatum: 07.11.2018 18:12 Uhr

"In die Gegenwart Gottes"

von Hanns-Stephan Haas
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Es ist nicht leicht, mit dem Tod umzugehen. Aber es kann ein Trost sein, daran zu glauben: Der Tod ist nicht das Ende.

"Eines Tages wirst du lesen oder hören, dass ich tot bin. Glaube kein Wort davon. Ich werde lebendiger sein als jetzt! Einzig meine Adresse hat sich geändert, weil ich in die Gegenwart Gottes gegangen bin." Das hat der US-amerikanische Erweckungsprediger Billy Graham gesagt.

Ehrlich gesagt: Ich finde es ziemlich schräg, dass er gleich mehrere konservative Präsidenten im Weißen Haus beraten hat. Und theologisch trennen uns auch Welten. Aber seine Zuversicht angesichts des eigenen Todes steckt mich an. Am 7. November wäre er 100 Jahre alt geworden. Im Februar dieses Jahres ist er gestorben. Aber nicht dass er fast 100 wurde, lässt ihn gelassen auf seinen Tod sehen sondern das Wissen: Ich gehe in Gottes Gegenwart. Der Tod macht mich lebendiger als jetzt. Und eigentlich habe ich nur die Adresse gewechselt.

Das letzte Wort hat Gott

In den Religionen hat es eine lange Tradition, den Tod nicht als absolutes Ende zu sehen. Gott hat beim Tod das letzte Wort und nicht der Tod selbst. Leicht ist es trotzdem nicht, mit dem Tod umzugehen. Aber es kann ein Trost sein, wenn man glaubt: Der Mensch, den ich verloren habe und vermisse, hat nur die Adresse gewechselt. Und irgendwann wird diese Adresse auch meine Anschrift sein. Deshalb: Glaube kein Wort, wenn du eines Tages lesen oder hören wirst, dass ich tot bin.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Moment mal | 07.11.2018 | 18:12 Uhr

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