Stand: 30.04.2020 15:26 Uhr

Die Arbeitswelt gerechter machen

von Klaus Böllert
Klaus Böllert © Kirche im NDR Foto: Christine Raczka
Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist wichtig, und zwar weltweit, findet Klaus Böllert.

Mein Großvater ist an Lungenkrebs gestorben. Er hat im Bergbau im Ruhrgebiet gearbeitet. Da war die Lebenserwartung nicht hoch und eine gesunde Lunge hatte da niemand mehr, wenn er in Rente ging. Das wussten alle und das wurde auch als unabänderlich hingenommen.

Heute wird das in Deutschland so nicht mehr akzeptiert. Es gibt weiterhin Arbeit, die krankmacht, auf den Rücken geht, in die Knochen. Aber Gesundheitsschutz hat in vielen Betrieben einen hohen Stellenwert, selbst bei Bürojobs, wo dann Rückenschulen angeboten werden. Gut so. Ich wünsche mir heute zum Tag der Arbeit, dass wir verstärkt den Blick auf Gesundheit am Arbeitsplatz richten - und zwar weltweit.

Auf fair gehandelte Produkte und Siegel achten

Dem schicken Smartphone sieht man nicht an, ob das Coltan darin von Kindern in Minen im Kongo geschürft wurde, ob auf Feldern für unsere Schnittblumen Gift versprüht wird, das die Menschen einatmen, die die Blumen ernten. Ob Näherinnen überlange Schichten zu niedrigsten Löhnen in einsturzgefährdeten Fabriken leisten müssen.

Es überfordert jeden von uns, bei jedem einzelnen Einkauf jedes einzelne Produkt zu überprüfen. Aber irgendwo anfangen können wir schon. Zum Beispiel bei Kaffee, Kakao und so weiter auf das Transfair Siegel achten, oder auf gute Siegel bei Kleidung. Buchstäblich Stück für Stück können wir die Arbeitswelt so jeden Tag gerechter machen.

Dieses Thema im Programm:

Kirche im NDR | Moment mal | 01.05.2020 | 09:12 Uhr

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