Mit einem Smartphone wird die Nummer der Telefonseelsorge vor einem Weihnachtsbaum gewählt. © picture alliance/dpa Foto: Michael Kappeler

Auch zu Weihnachten: Die Telefonseelsorge ist immer da

Sendedatum: 19.12.2020 09:15 Uhr

Sucht, Depression, Trauer, Krankheit, Familienkrach, Liebeskummer: Durch die Corona-Krise fühlen sich viele Menschen noch einsamer als sonst. Trost spendet in dieser schwierigen Zeit die Telefonseelsorge.

von Pastor Oliver Vorwald

Eine Null-800er-Nummer, rund um die Uhr geschaltet täglich. Auch Heiligabend, an Silvester, am still dahindümpelnden Neujahrsmorgen. Die Telefonseelsorge ist immer da. Ob religiös oder nicht, spielt keine Rolle -  jedermann kann diesen Service nutzen. Kostenlos erreichbar aus dem deutschen Festnetz. Null 800, drei Mal die Eins, dann einmal die Null, drei Mal die Eins. 

Die persönliche Rufnummer erscheint übrigens nicht im Display. Wer mag, nennt seinen Namen. Aber auch das ist kein Muss. Vertraulichkeit und Verschwiegensein - das gehört zu den Grundsätzen der Telefonseelsorge. Deutschlandweit gibt es mehr als 100 Stellen, zehn davon in Niedersachsen. Träger sind die beiden großen Kirchen.

Das Seelsorge-Telefon der christlichen Kirchen ist bis zum 1. Januar zwischen 14 und 20 Uhr täglich unter der kostenlosen Rufnummer 0 800 - 111 20 17 erreichbar.

Mit einem Anruf die Telefonseelsorge erreichen

Das kostenlose Angebot der Telefonseelsorge wird übrigens vor allem von Ehrenamtlichen getragen, rund 7.500 Frauen und Männer engagieren sich in ihrer Freizeit für diesen Dienst am Nächsten. Und dafür lassen sie sich professionell zurüsten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchlaufen eine einjährige Ausbildung bevor es für sie ans Telefon geht. Mit dem Dienstbeginn erhalten sie zudem Supervision. Denn auch Seelsorgerinnen und Seelsorger brauchen Seelsorge. Sucht, Depression, Trauer, Krankheit, Familienkrach, Liebeskummer sind häufige Gesprächsthemen am Telefon - und natürlich Einsamkeit. Der Anruf ist ein Weg, um die Telefonseelsorge zu erreichen. Es geht auch übers Internet, im Chat oder per E-Mail. Diese Kommunikationsform wird vor allem von jüngeren Menschen bevorzugt. 

An Heiligabend muss nicht alles "heil" sein

Kummer - welcher Art auch immer - drückt an Weihnachten besonders, weil doch an diesen Tagen scheinbar alle anderen glücklich sind. Dabei muss nicht alles "heil" sein an Heiligabend. Das Christkind wird in eine "verlorene Welt" geboren, erzählt eines der alten Weihnachtslieder. Gott kommt in finsterer Nacht zu den Menschen, um zu helfen und ihnen zuzuhören. So macht es auch die Telefonseelsorge. Täglich. Immer erreichbar unter: Null 800, drei Mal die Eins, einmal die Null, drei Mal die Eins oder online auf www.telefonseelsorge.de.

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Eine bedrückte Frau telefoniert. © picture-alliance/ZB Foto: Marion Gröning

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 19.12.2020 | 09:15 Uhr

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