Eine Osterkerze leuchtet eine Hand an. © Pixabay

Das Kirchenlexikon: Ostern in Corona-Zeiten

Stand: 30.03.2021 13:30 Uhr

Corona-bedingt können Menschen Ostern auch dieses Jahr nicht wie sonst feiern. Gottesdienste finden oft nur online statt. Bei Präsenzveranstaltungen gelten strenge Auflagen.

von Pastor Oliver Vorwald

Zu Ostern gehörte jahrzehntelang die große Familienfeier. Kindern streiften mit den Alten durch den Garten auf der Suche nach Schokoladeneiern. Anschließend im großen Familienkreis der Osterbrunch - schon wieder nicht. Viele von uns vermissen das Osterfeuer, auch den Einzug in die dunkle Kirche zur Osternacht. Das Hören der alten Sätze aus der Schöpfungsgeschichte, dann die strahlenden Kerzenlichter, wie sie alles erleuchten: Hände, Herzen, Gesichter, den Kirchenraum. Vieles gibt es zu vermissen.

Und Ostern ist doch der Start für das Neue. Vor wenigen Tagen las ich eine Gedichtzeile: "Der Messias zögerte wie immer. Nur der Regenbogen, der alte Schweiger, lässt sich blicken, weil es an der Zeit ist - und macht alle sprachlos."

Regenbögen - Zeichen der Verbindung zwischen Gott und Mensch

Ralf Meister, Landesbischof von Hannover © Landeskirche Hannover / Heiko Preller Foto: Heiko Preller
Trotz Corona gibt es es genug Dinge, die uns Glück schenken, Freude, Staunen, sagt Landesbischof Meister.

Mich haben diese Sätze gepackt. Richtig, wir verzichten auf vieles! Doch schon jetzt gibt es genug Dinge, die uns Glück schenken, Freude, Staunen. In denen wir Gott erkennen, und sehen wie er mit uns unterwegs ist. Gewiss, der Raum der Trauer ist durch Corona voll. Manchmal auch die Räume des Ärgers und der Enttäuschung. Aber Ostern gehen wir in die Festräume unseres Lebens. Was sehen wir, was hören wir, was empfinden wir dort? Wir sehen Regenbögen. Das uralte Zeichen der Verbindung zwischen Gott und Mensch. Wie hören eine Musik im Radio oder gestreamt, welche uns so berührt, dass uns die Worte fehlen. Wir lesen einen alten Brief, sehen ein altes Foto, und auf einmal öffnet sich wieder mein ganzes, langes, wunderbares Leben.

Wir haben versucht barmherzig miteinander zu sein, so wie er mit uns. Wir haben uns bemüht, nachsichtig zu sein, mit den Fehlern anderer. Wir haben auf das Kleine geschaut, so wie er, als er sagt: "Schaut die Lilien auf dem Feld, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist, wie eine von ihnen (Lk 12,27ff.)."

Wir haben lange gewartet auf den Messias. Und Ostern ist, als wär er schon da, im Kleinen wie im Großen - trotz Corona.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 03.04.2021 | 09:15 Uhr

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