Besteck neben einem leeren Teller. © fotolia Foto: Giuseppe Porzani

Christliche Fastenzeit setzt auf Gewinn statt Verzicht

Sendedatum: 13.02.2021 09:15 Uhr

Von Aschermittwoch bis Ostern: 40 Tage ohne die Sonntage sind Maß und Rhythmus für die christliche Fastenpraxis. Dabei geht es in erster Linie nicht um Verzicht, sondern um Gewinn.

von Pastor Oliver Vorwald

Kein Instagram oder Facebook, keine Schokopralinen, keinen Rotwein. "Muss nicht", wird der eine oder die andere vielleicht sagen. Ich verzichte während Corona schon auf so vieles, da spare ich mir das mit den "Sieben Wochen ohne". Dabei geht es beim Fasten nicht so sehr um Verzicht, sondern um Gewinn. Die biblische Erzählung von der großen Fasten-Zeit Jesu, endet folgendermaßen:

Und [Jesus] er war in der Wüste vierzig Tage [und Nächte], und [er] wurde versucht von dem Satan und war bei den Tieren. Und die Engel dienten ihm (Mk 1,12). ... Und Jesus kam in der Kraft des Geistes wieder nach Galiläa (Lk 4,14). Bibelzitat

Der Verzicht schärft Jesus' Sinne

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40 Tage, 40 Nächte in der Wüste. Eine elementare Zeit. Jesus bereitet sich damit auf seine große Schaffensperiode vor. Menschenfischen, Bergpredigen, Wundermachen. Der Verzicht schärft seine Sinne, Jesus kommt bei sich an. Und Gott füllt ihn mit Kraft. 40 Tage, 40 Nächte. Die Zeitspanne leitet sich von den großen Erzählungen der Bibel ab. 40 Tage währt die Sintflut. Elia wandert 40 Tage zum Gottesberg. Und natürlich Mose auf dem Gipfel des Sinai: "Und er war allda bei dem Herrn vierzig Tage und vierzig Nächte und aß kein Brot und trank kein Wasser. Und er schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes, die Zehn Worte (2. Mo 34,28)."

40 Tage, 40 Nächte. Sie werden Maß und Rhythmus für die christliche Fastenpraxis (ab dem 4. Jahrhundert.). Ihren besonderen Ausdruck findet sie in der Passionszeit, den sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern. Abzüglich der Sonntage sind es genau 40 Tage. In den evangelischen Kirchen ist das Fasten lange Zeit verpönt. Heute allerdings ist es geradezu ein Trend. Gewinnbringend.

Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Ge-sicht, damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist (Mt 6,17-18 i.A.). Bibelzitat

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 13.02.2021 | 09:15 Uhr

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