Sendedatum: 14.09.2019 09:20 Uhr

Alexander von Humboldt suchte das große Ganze

von Oliver Vorwald

"Viele Geschichten der Bibel spielen unterwegs, wie in einem Roadmovie. Warum?"

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Alexander von Humboldts Weltbild war stets von der Aufklärung geprägt.

Wer die Schöpfung verstehen will, der muss in die Welt hinaus. So steht es zwischen den Zeilen der Bibel. Und er hat danach gelebt: Alexander von Humboldt. Heute vor 250 Jahren wird der große Entdecker und Naturforscher in Berlin geboren, am 14. September 1769. Alexander von Humboldt ist häufig unterwegs - wie Abraham, Jesus, Paulus. Er segelt über Ozeane, durchquert Wüsten, staunt über den Sternenhimmel. Zeitlebens neugierig auf das große Ganze, wie er schreibt: "Auf den Einfluss der unbelebten Schöpfung auf die belebte Tier- und Pflanzenwelt, auf diese Harmonie sollen stets meine Augen gerichtet sein!"

Von Humboldt wird zum Entdecker

Schon als Kind zieht es Alexander von Humboldt nach draußen. Immer wenn es die strengen Hauslehrer zulassen, streift er durch Wälder, sammelt Insekten, Mineralien, Pflanzen. Er muss allerdings Handelswissenschaften studieren - nach dem Willen der Mutter. Nach dem Examen wird Alexander zunächst preußischer Beamter, macht eine Blitzkarriere. Denn er ist begabt. Aber dann erbt er ein Riesenvermögen und rüstet sich für eine große Expedition. 1799 sticht er in See. Venezuela, Ecuador, Mexiko. Alexander kartografiert Flüsse, Regenwälder, vermisst Vulkane.

Zeichnungen eines rastlosen Forschergeistes

Nach fünf Jahren kehrt er zurück, veröffentlicht 30 Bände über seine Amerika-Reise. Die Menschen feiern seine Vorträge. Handwerker und Könige hören ihm zu. 1829 eine weitere Expedition, er erkundet die unerforschten Weiten Russlands. Das Gerede einiger Zeitgenossen von höheren und niederen "Menschenrassen" lehnt er übrigens ab. "Alle sind gleichmäßig zur Freiheit bestimmt", schreibt er. Alexander von Humboldt erreicht ein biblisches Alter, er stirbt mit 89 Jahren am 6. Mai 1859.

Neugierig sein auf Gott und die Natur

"Was mir den Hauptantrieb gewährte, war das Bestreben, die Natur als ein belebtes Ganzes aufzufassen." In der Vielfalt das große Ganze entdecken. Diese Erfahrung teilt Alexander von Humboldt mit den biblischen Helden. Sie sind wie er häufig unterwegs, bleiben stets neugierig. Denn was für die Vermessung der Welt zutrifft, gilt ebenfalls für das Reich des Glaubens. Wer von Gott etwas erfahren will, der muss hinaus in die Welt. Deshalb spielen viele Geschichten der unterwegs - wie einem wirklichen Roadmovie.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 14.09.2019 | 09:20 Uhr