Sendedatum: 13.07.2019 09:20 Uhr

Arp Schnitger - Eine Karriere entlang der Elbe

von Oliver Vorwald

"Die alten Orgeln in unseren Kirchen hier im Norden - ein Schatz. Etwas ganz besonderes sollen die Instrumente sein, die 'Arp Schnitger' gebaut hat. Warum? Was war das für ein Mann?"

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Detailaufnahme der Arp-Schnitger-Orgel in Hamburgs St. Jacobikirche.

Arp Schnitger ist ein echtes Nordlicht, bodenständig, herzensfromm - und weltberühmt. Der Sohn eines Tischlers wird 1648 in Schmalenfleth an der Weser geboren. Karriere macht er entlang dem blauen Band der Elbe: Glückstadt, Stade, Hamburg. In der Hansestadt baut Arp Schnitger zwei Orgeln, wie sie die Welt noch nicht gehört hat. Dutzende von Registern, mehrere Tausend Pfeifen. Bach, Händel, Buxtehude pilgern in den Norden, lauschen dem berauschenden Windgesang.

Arp Schnitger begreift Talent als Gabe 

Makellose  Grundstimmen. Dazu kraftvolle Bässe. Die Orgeln von Arp Schnitger sind Oberklasse, High End. Kenner schwärmen von "rauschenden Mixturen". Gemeinden in Russland, England, Portugal wollen ein Instrument von ihm. Dennoch bleibt Arp Schnitger auf dem Boden - hanseatisch bescheiden. Zeitgenossen nennen ihn hilfsbereit, verständnisvoll, fromm. Viele Schriftstücke beginnt er mit den Worten: "In Jesu Namen, Amen". Arp Schnitger begreift sein Talent als Gabe, die verpflichtet.

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Keine andere Schnitger-Orgel ist so reich mit Schnitzwerk verziert wie die in Cappel.

Auch kleine Dorfgemeinden können auf einen Kontrakt mit dem Orgelbaumeister hoffen. Er schreibt dazu: "Ich habe ich nie viel verlangt, sondern den Kirchen, wenn sie keine ausreichenden Mittel besaßen, zur Ehre Gottes die Orgeln für den halben Preis gebaut."

Arp Schnitger hat fast 170 Orgeln erbaut oder überabeitet. Rund 30 dieser Instrumente sind noch heute in einem weitgehend originalen Zustand. Einige dieser "Schnitger-Orgeln" finden sich im Raum zwischen Elbe und Weser.

Letzte Ruhestätte in der Pankratiuskirche in Neuenfelde  

Arp Schnitger, zweimal verheiratet, sechs Kinder. Lebensmittelpunkt ist Neuenfelde, im 18. Jahrhundert ein Dorf vor den Toren Hamburgs. Hier steht der Orgelbauerhof. Im Sommer 1719 erkrankt Arp Schnitger nach einer anstrengenden Reise und stirbt. Am 28. Juli 1719 wird er in der St. Pankratiuskirche in Neuenfelde beigesetzt. Die schlichte Grabplatte erzählt vom Charakter Arp Schnitgers: bescheiden, herzensfromm, nordisch nobel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 13.07.2019 | 09:20 Uhr

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