Sendedatum: 29.03.2019 09:15 Uhr

Corona-Pandemie: Misereor bittet um Spenden

von Klaus Böllert
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Misereor bittet am Fastensonntag um Spenden für die Schwächsten.

Stündlich rufen Partner aus aller Welt beim katholischen Hilfswerk Misereor an. Einziges Thema zurzeit: Corona. Die Nachrichten, die wir von unseren Partnern erhalten, seien eigentlich sämtlich Hilfsappelle und Bitten, dass wir sie befähigen, jetzt auf diese Krise auch zu reagieren, berichtet Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon. Es geht um Aufklärungsmaterial, sauberes Wasser, Hygieneartikel und Ausstattung für die Gesundheitseinrichtungen. Misereor will für die Schwächsten da sein. Denn auch bei der Pandemie müssen die Schwächsten am meisten leiden.

Befürchtungen um Corona-Ausbruch bei den Ärmsten

Nähmen wir das Beispiel Afrika, da haben wir zwei Ärzte auf 10.000 Einwohner, in Deutschland seien es 40 Ärzte, und es fehle an allen Ecken und Enden an intensivmedizinischer Versorgung, so Martin Bröckelmann-Simon weiter. In Indien würden 70 Millionen Menschen in Slums leben. "Und auf der Welt haben 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser - wie sollen sie da die nötige Handwaschhygiene betreiben können", fragt der Misereor-Geschäftsführer.

Und deswegen sind die Befürchtungen um die Ärmsten auf der Welt auch so groß: "Wenn wir jetzt nicht handeln und die Gesundheitssysteme verbessern, und zwar sehr schnell, müssen wir mit vielen - möglicherweise auch Millionen - Toten rechnen."

Keine Gottesdienste bedeute keine Spenden

Von den meisten Toten werden wir nie erfahren. Umso wichtiger ist schnelle Hilfe. Am 29. März ist in der katholischen Kirche Misereor-Sonntag. Eigentlich wollte das Hilfswerk das Thema "Frieden im Libanon und Syrien" in den Mittelpunkt stellen. Und Martin Bröckelmann-Simon sagt: "Im Krieg dämmt niemand die Pandemie ein. Es gibt eine Verbindung zwischen Frieden und Corona." Und es könne uns natürlich auch nicht gleichgültig sein, wenn in Syrien, im Irak, im Libanon aufgrund der Kriegssituation sich dort das Virus massiv wieder ausbreite.

Normalerweise kommen durch die Kollekten in den Gottesdiensten rund zehn Millionen Euro zusammen, die jetzt fehlen, weil es keine Gottesdienste mehr mit Gemeinde gibt. Millionen, die den Schwächsten auf der Welt fehlen, wenn nicht genügend Menschen online gehen, sich über Misereor informieren und dann spenden.

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NDR 2 | Moment mal | 29.03.2019 | 09:15 Uhr