Stand: 25.05.2020 22:50 Uhr

Chat-Protokoll: Rückenschmerzen, Diabetes Typ 2, Arthrose

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Dr. Christian Sturm arbeitet im Bereich der Sport- und Rehabilitationsmedizin mit ganzheitlichem Blickwinkel.

Bewegung als Medizin: Wie sieht das beste Bewegungsprogramm aus, wenn ich gesund bleiben oder gegen bestimmte Beschwerden angehen will? Was kann mir bei Diabetes Typ 2 helfen? Wie werde ich Rückenschmerzen los? Und wie viel beziehungsweise welche Bewegung ist bei Arthrose hilfreich? Um diese Themen ging es am Montag, den 25. Mai 2020, um 21 Uhr bei den Bewegungs-Docs.

Nach der Sendung hat Dr. Christian Sturm Ihre Fragen im Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen:

Hildegard: Ich, 70 Jahre, habe eine diagnostizierte Hüftarthrose, die laut Orthopäde ausstrahlt und deutliche Schmerzen beim Iliosakralgelenk verursacht. Das Nordic Walking ist dadurch nicht möglich. Sollte ich geeignete Übungen dagegen machen?

Dr. Christian Sturm: Natürlich sind Schmerzen in der Region schwer zu trennen. Was da zuerst da war und was Folge ist, ist meist schwierig festzustellen. Bewegung ist aber dennoch wichtig, egal ob Hüfte oder ISG. "Sport nicht möglich" gibt es dabei fast nicht, nur Dosis und Qualität müssen angepasst werden.

Csf: Was kann ich für Übungen machen, wenn mir beim längeren Joggen immer die seitliche Oberschenkelmuskulatur einseitig weh tut?

Sturm: Seitliche Oberschenkelmuskulatur gibt es nicht so wirklich. Da außen ist ein Faszienstreifen, der sogenannte Tractus ilitibialis. Der ist oft verkürzt und tut sehr weh. Wenn der Oberschenkel vorn außen weh tut, kann es einer der vier Oberschenkelmuskeln des Quadrizeps sein, den muss man dann lockern (Vastus lateralis).

Caro15111: Ich habe durch meine Arbeit eine Sehnenscheidenentzündung in beiden Handgelenken mit einer Verdickung und damit Verdacht auf ein Ganglion durch falsche Belastung. Muss das operiert werden oder kann ich durch Sport etwas tun?

Sturm: Wenn es wirklich eine Sehnenscheidenentzündung ist, muss man versuchen, den Entzündungsreiz zu reduzieren. Das geht mit antientzündlicher Salbe, und wenn dass nicht reicht, mit Tabletten. Operation sollte letzte Wahl sein. Bei den Beschwerden sollte man auch ein Karpaltunnelsyndrom und einen Muskel-Engpass am Hals, das sogenannte Skalenuslückensyndrom, abklären.

Helmut: Ich, 64 Jahre, bin sportlich (Nordic Walking und Fitnessstudio), ernähre mich gut und habe kein Übergewicht. Ende 2019 wurde eine schwere Hüftarthrose diagnostiziert. Frage: Lassen sich mit den bekannten Übungen der Bewegungs-Docs trotz der vorgenannten Diagnose die Schmerzen lindern oder muss ich mich mit einem künstlichen Hüftgelenk anfreunden?

Sturm: Wichtig ist, dass man auch sicher ist, ob die Schmerzen aus dem Gelenk kommen oder, wie häufig, nur aus den umliegenden Muskeln. Gerade sportliche Personen haben da oft zu hohe Spannung, wie am Hüftbeugemuskel (dem Iliopsoas). Auch dazu hatten wir bei den Bewegungs-Docs mal eine Folge, da wurden entsprechende Übungen gezeigt.

Barbara: Bin 69 Jahre alt mit Coxarthrose rechts (Grad 4). An den Knochen noch keine Veränderungen. Durch regelmäßiges gesundheitsorientiertes Fitnesstraining komme ich ohne Schmerzmittel aus. Bewegungseinschränkungen sind deutlich. Wäre eine Operation zeitnah besser oder kann ich warten, bis knöcherne Veränderungen röntgenologisch zu sehen sind?

Sturm: Sehr wichtige Frage: Operation entscheidet nicht der Arzt und vor allem nicht das Röntgenbild. Sie als Betroffene entscheiden, wann Sie solche Beschwerden haben, dass Sie damit nicht gut zurechtkommen, und besprechen dann mit einem qualifizierten Arzt, ob eine Operation für Sie sinnvoll ist und ob das Beschwerdebild sicher vom Bildbefund kommt.

Moni: 49 Jahre, weiblich, 168 Zentimeter, 64 Kilogramm. Multiple Gelenkschmerzen, teilweise mit Schwellung und Morgensteifigkeit. Aus dem Nichts ein Knochenmarködem (HWK 1. BB o. B., HLAB positiv). Cortison (Celebrex 200) über mehrere Wochen. Dadurch Schmerzen rückläufig. Ödem rückgängig nach Kontroll-MRT. Versuche regelmäßig Sport zu machen. Leider durch Schmerzen oft beeinträchtigt. Radiologe tippte auf Rheuma, Rheumatologe eher nicht. Komme nicht weiter. Habe manchmal das Gefühl, je mehr Sport, desto schlechter. Trotzdem weitermachen?

Sturm: Rheuma ist ein großes Feld und es gibt viele verschiedene rheumatologische Erkrankungen. Da ist eine professionelle Abklärung bei einem spezialisierten Rheumatologen sinnvoll. Von denen gibt es leider aber sehr wenige.

Juergen: Ich leide seit vielen Jahren an einer Art Unruhe, die im LWS- und ISG-Bereich entsteht und dann in die Beine ausstrahlt. Eine wahre Tortur an Untersuchungen (Neurologie, Endokrinologie, Orthopädie, Schlaflabor) habe ich absolviert. Gefunden wurde eine starke Osteoporose, deren Ursache unbekannt ist. Unklar bleibt, ob die Beschwerden hiervon kommen. Restless Legs Syndrom wird mittlerweile ausgeschlossen. Einher geht eine Instabilität der Wirbelsäule, dauernde Blockaden verstärken die Unruhe. Alle bisherigen Bemühungen (MTT, Zirkeltraining) waren eher wenig erfolgreich. Die daraus resultierende Schlaflosigkeit schränkt mich stark ein. Haben Sie eine Idee, woher die Beschwerden noch kommen können?

Sturm: Osteoporose ist in der Tat sehr ungewöhnlich, dazu gerne unsere Sendung zu dem Thema ansehen in der Mediathek. Für das Unruhegefühl und die Instabilität in der Gegend hilft so genanntes Tiefenvibrationstraining. Das geht mit Vibrationsstäben oder auf Vibrationsplatten, wenn es gegen deren Verwendung keine anderen Einwände gibt. Das trainiert die kleinen Muskeln direkt an der Wirbelsäule zur besseren segmentalen Stabilsisierung der Musculi multifidi.

Janet: Ich werde nächtlich von meinen eingeschlafenen und schmerzenden Ring- und Mittelfingern meiner rechten Hand geweckt, die sich dann beide aus der gekrümmten Haltung nur schwer bewegen lassen. Was könnte das sein? Es ist meine Maushand, die ich täglich bei der Arbeit brauche.

Sturm: Schwieriges Krankheitsbild, da verschiedene Ursachen infrage kommen. Oft wird ein Karpaltunnelsyndrom vermutet, ist es aber gar nicht. Dauerhafte Fehlhaltungen der Hand bei der Arbeit führen oft zu muskulären Verkürzungen. Der früher oft zitierte "Tennisarm" heißt heute deshalb oft schon "Mouse Arm". Diese Verkürzungen kann man auch gezielt dehnen. Aber oft ist der Hals schuld, wo die Nerven für den Arm aus der Wirbelsäule kommen und eine Muskellücke die Nerven einengt. Skalenuslückensyndrom nennt man das.

Adrian: Ich habe jeden Morgen starke Schmerzen in Armen und Beinen, besonders in den Lenden und den Leisten (Fibromyalgie). Anscheinend knirsche ich auch mit den Zähnen. Um morgens in Gang zu kommen, benötige ich teilweise bis zu drei Stunden. Bewegung hilft, zu viel verstärkt die Symptome allerdings. Wo kann ich ansetzen?

Sturm: Fibromyalgie ist ein schwieriges Krankheitsbild, da es sehr vielfältig ist. In einer Forschungsarbeit bei uns bestätigte sich, dass niedrig dosiertes Ausdauertraining das effektivste dagegen ist, viel besser als Medikamente oder Massage. Die Bewegung hilft, Spannung (auch mental) abzubauen, die für das nächtliche Zähneknirschen verantwortlich ist.

Erika: Ich bin 70 Jahre und habe eine Spinalkanalstenose mit zwei Zysten. Mein linkes Bein hat Taubheitsymptome. Ich fahre viel Rad und gehe Schwimmen. Was kann ich noch tun?

Sturm: Wenn es wirklich anatomisch zu eng ist, kann es sein, dass man operieren muss, um den Kanal wieder frei zu bekommen. Das ist aber eine große Entscheidung. Vorher sollte stabilisierende Krankengymnastik und auch Vibrationsstabtraining versucht werden, um zu sehen, ob die Symptome besser werden, wenn die Wirbelsäule besser stabilisiert ist und dadurch die Nerven weniger durch Querbewegungen geärgert werden.

Nicole 39: Mein Name ist Nicole, ich bin 39 Jahre alt und habe seit 2012 die Diagnose "SAPHO-Syndrom" in der Medizinischen Hochschule Hannover bekommen und bin dort auch in Behandlung. Nur leider bekomme ich keine Informationen, welche Bewegungen für mich gut wären. Können sie mir helfen?

Sturm: SAPHO ist ja eine vielfältige Erkrankung mit verschiedenen Ausprägungen. Wenn beispielsweise in einem akuten entzündlichen Schub knöcherne Schäden am Becken bestehen, kann es sein, dass sie mal nicht trainieren sollten. Sonst gilt grundsätzlich aber keine Bewegungsverbot. Die Dosis und Intensität ihrer Gymnastik und Belastung muss nur an den aktuellen Stand angepasst werden. Dazu gibt es zum Beispiel spezialisierte Rehabilitationsmediziner.

Kafkas: Ich habe zwei neue Knie und eine neue Hüfte. Ich finde keine Übungen, die über das Reha-Programm hinaus gehen. Bin fit und möchte auch abnehmen.Wo finde ich geeignete Übungen?

Sturm: Zu Knien hatten wir schon gute Übungen in früheren Bewegungs-Docs-Sendungen. Für Patienten mit Hüft-Prothese war gerade erst ein Patient mit Dr. Riepenhof vorletzte Woche in einem sehr anspruchsvollen Programm gefordert und gefördert worden. Da ist sicher was für sie dabei, wenn sie gern viel erreichen möchten. Nur bitte keine aktiven Vibrationsplatten ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, wenn man künstliche Gelenke an den Beinen hat.

Kerstin: Folgendes Problem: Morgens beim Aufwachen kann ich mich nicht bewegen. Mein Hüftbereich ist wie eingerostet. Selbst das Drehen vom Rücken auf die Seite ist praktisch nicht möglich. Nach zirka 30 bis 60 Minuten wird es besser. Das geht seit ungefähr sechs Wochen so. Tagsüber habe ich keine Schmerzen. Ich war beim Orthopäden: Gelenke sind o. k., kein Bandscheiben-Vorfall, keine Spinalkanalstenose. Verspannt sind Piriformis- und Psoasmuskel. Ich (55) bin schlank und bewege mich regelmäßig (Nordic Walking). Können die verspannten Muskeln schuld an der morgendlichen Bewegungsunfähigkeit sein? Falls nein, was kann ich noch checken lassen?

Sturm: Morgendlicher Schmerz kann von vielen Ursachen kommen: beispielsweise schlechte Schlafposition, die zu muskulären Verhärtungen führt oder zu Verschiebungen im Becken, da nachts die Schutzspannung fehlt, und dann schmerzen die Iliosakralgelenke. Leider kommen auch rheumatoide Erkrankungen bei ausgeprägten Anlaufschmerzen in Betracht. Dehnung versuchen am Vorabend und gleich morgens.

Seeschwalbe: Ich habe Arthrose in den Kniegelenken, in der Lendenwirbelsäule, Halswirbelsäule und dem rechten Daumen-Sattelgelenk. Seit kurzer Zeit auch Schmerzen in der rechten Schulter. Ich kann den rechten Arm nicht mehr komplett nach oben strecken. Übungen auf dem Boden sind mir gar nicht mehr möglich. Längere Gehstrecken fallen mir sehr schwer und sind mit Schmerzen verbunden, obwohl ich mein Übergewicht schon stark abgebaut habe (minus 25 Kilogramm). Was kann ich überhaupt noch tun, um meine Schmerzen zu verringern? Ich bin ziemlich verzweifelt.

Sturm: Wenn es schon so weit gekommen ist, empfehle ich professionelle Unterstützung, zum Beispiel von einem Rehabilitationsmediziner. Das gibt es als eigene Fachrichtung, die kennen sich mit solchen komplexen Fällen aus. Wassergymnastik, auch in einem Verein unter Aufsicht oder als Bewegungsbad als verordnete Therapie, käme infrage, wenn sonst schon alles zu weh tut.

Rolf T.: 2016 wurde bei mir eine Spinalkanalstenose festgestellt. Am 18. Februar 2020 hatte ich deshalb meine vierte Rücken-OP (Klinikum Wolfsburg). Habe seit der letzten OP ständig starke Schmerzen im linken Bein, kann kaum laufen. Bei den Nachuntersuchungen wurde mir versichert, dass der Nervenkanal jetzt frei sei und ich Geduld haben sollte. Die OP liegt jetzt über drei Monate zurück, die Schmerzen verschlimmern sich trotz Physiotherapie, die ich Anfang April begonnen habe. Der Piriformis ist es laut meiner Physiotherapeutin nicht, eventuell könnte das Hüftgelenk das Problem sein. Was kann ich noch tun?

Sturm: Da ist entscheidend, wo die Beschwerden am Bein sind. Hüftschmerzen sind typischerweise mittig am Beinansatz in der Leiste vorn, Ausstrahlung ins Bein hinten wie bei Spinalkanalstenose hingegen selten. Da hilft nur eine genaue Untersuchung beispielsweise beim Orthopäden. Geeignet sind da besonders Kollegen, die auch eine Ausbildung in Manueller Medizin haben, da sie viel über funktionelle Zusammenhänge wissen. Oft ist es das Iliosakralgelenk, dass nach hinten ins Bein bis zum Knie ausstrahlt nach solchen Operationen.

Sandra B.: Mein Arzt legt sich nicht genau fest, ob meine Rückenbeschwerden von der Lendenwirbelsäule, dem Iliosakralgelenk oder der Arthrose kommen. Vermutlich eine Mischung aus allem. Gibt es Übungen, die bei all diesen Problemen helfen?

Sturm: Das Schöne daran ist: Bewegung ist für all diese Beschwerden gut, wenn die Dosis passt. In Ihrem Fall wäre auch ein Crosstrainer oder Nordic Walking eine gute Wahl, da schonend, aber ganzheitlich trainiert wird.

Jule: Habe beim Bücken, Vorneüberbeugen und längerem Sitzen immer stärker werdende Schmerzen im unteren Rücken, die ins Gesäß ziehen. Was kann ich (41) tun?

Sturm: Da muss man natürlich erst mal schauen, was das verursacht. Es gibt einen großen Muskel tief im Rücken, der solche Beschwerden oft macht: den Musculus quadratus lumborum, der wird aber oft übersehen als Ursache, da er unter den anderen sitzt. Den kann man zum Beispiel, wie die Müllwerker in der Sendung, mit der Ballerinaübung aufdehnen.

Ewald: Hallo Herr Dr. Sturm, super, wie Sie die Männer mobilisiert haben. Leider ist das Langzeitergebnis in unserer Firma nicht so gut ausgefallen. Es gab nach der Sendung verschiedenste weitere Probleme (zwei totale Ausfälle, eine OP, verschiedene Krankschreibungen), trotzdem war es eine sehr gute Erfahrung mit Ihrem Team. Danke nochmals! Beste Grüße Silke Ewald aus Hannover

Sturm: Liebe Familie Ewald, lieb, dass sie sich melden. Für uns ist es natürlich auch interessant, wie es dann langfristig weitergeht. Der Druck der Gruppe, die Aufsicht durch uns Ärzte und das Fernsehen sind natürlich ein Motivator und sollen Anreiz und Verständnis schaffen. Wenn jeder für sich die Ziele erkennt und seinen eignen Schweinehund klein hält, ist es von Nachhaltigkeit. Aber auch wir wissen natürlich, dass es schwieriger ist, wenn keiner mehr dabei zusieht. Umso mehr Respekt für die, die es für sich selbst schaffen und nicht für andere. Hilfe untereinander oder im Verein oder Ähnlichem ist da sehr wichtig.

Thomas: Was kann ich nach einem Kreuzbandriss machen, um wieder Belastungsport, wie Fußball oder Ski, machen zu können und langfristig einer Arthrose vorzubeugen?

Sturm: Stabilität ist da das oberste Gebot. Das Knie muss vor schädlichen Scherkräften bewahrt werden, also Querbewegungen, die schlecht für den Knorpel sind. Dazu ist erstens ausreichend und gezielte Kraft wichtig, aber auch die koordinative Steuerung ist entscheidend. Da hilft das sogenannte Propriozeptionstraining, zum Beispiel auf Wackelbrettern.

Hildegard: Haben Sie Erfahrungen mit der Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln, zum Beispiel Hagebuttenpulver, Speisegelatine und Kurkuma bei jeglicher Art von Arthroseschmerzen?

Sturm: Viele natürliche Produkte haben gute Wirkungen und sind seit teils Jahrhunderten bewährt. Auch bei uns an der Universität haben wir Therapien mit Naturheilverfahren im Angebot. Aber da muss man streng trennen zwischen beispielsweise antientzündlicher Wirkung von Pflanzen als Therapie und den reinen Nahrungsergänzungsmitteln, die helfen sollen, Knorpel aufzubauen durch Extrakte aus Muscheln oder Ähnlichem. Die Phytotherapie, also grob gesagt Kräuterheilkunde, schätze ich sehr. Nahrungsergänzung finde ich persönlich für einen stoffwechselgesunden Menschen mit vollwertiger Ernährung nicht erforderlich.

Anna: Probleme: Polyarthrose, Fersensporn, Polyneuropathie, Fibromyalgie, Insulinresistenz, nichtalkoholische Fettleber, Diagnose für Morton Neurom und SNF steht noch aus. Was kann ich noch tun? Ernährung habe ich umgestellt, laufe jeden Tag zirka fünf Kilometer in 50 Minuten. Gibt es die Möglichkeit, bei Ihnen einen Termin zu bekommen?

Sturm: Termine können wir natürlich nicht für alle Zuschauern anbieten. Die Sendung soll Ihnen Ideen bringen, woher die Beschwerden kommen könnten, und Ihnen Mut machen, das Problem mit Bewegung anzugehen - und gern selbstbewusst auch mit Arzt/Ärztin und Therapeuten zu besprechen, was man dagegen tun kann. Wir wollen sie ermuntern, wegzukommen von der alten Schon-Mentalität hin zum aktiven Angehen und Lösen Ihrer Beschwerden.

CelesteMone: Ich habe seit einigen Jahren einen Riss im Außenmeniskus rechts und eine beginnende Arthrose. Ich kann mit dem Knie kaum im 90-Grad-Winkel sitzen. Ich bekomme dann Schmerzen und muss das Bein strecken. Dann kommt ein knackendes Geräusch, als würde etwas im Knie sich lösen, und dann ist der Schmerz weg. Ich habe auch immer öfter Schmerzen beim Autofahren. Was kann ich tun?

Sturm: Wenn Beugung so schmerzt, kann es der Meniskus sein, der hinten einklemmt. Aber wahrscheinlicher ist es ein Problem hinter der Kniescheibe, die beim Beugen ja gegen den Oberschenkelknochen gedrückt wird. Das kann fiese Schmerzen machen und muss gezielt behandelt werden, indem man die Patella auf ihrem sogenannten Gleitlager zentriert durch gute Muskelbalance der Oberschenkelmuskulatur.

Anni: Ich bin Steuerfachangestellte und sitze mindestens acht Stunden vor dem Computer. Versuche mich auch immer wieder zwischendurch zu bewegen. Ich fahre immer mit dem Fahrrad zur Arbeit und spiele mindestens dreimal die Woche Tennis. Zusätzlich mache ich noch MTT (Medizinische Trainingstherapie) und bekomme jetzt schon seit längerer Zeit Physio für meine Schulter und Halswirbelsäule rechts und werde auch immer wieder getapt. Mein Physiotherapeut ist sehr gut und nach der Therapie bei ihm ist es auch immer erst mal richtig gut. Aber es bleibt nicht so lange und kommt immer wieder. Was kann ich noch machen, zum Beispiel zu Hause? Oder muss ich einfach Geduld haben? Können Sie mir hier weiterhelfen? Ihre Sendung ist einfach super, deshalb hoffe ich, von Ihnen noch gute Tipps zu bekommen.

Sturm: Wenn die Einzeltherapie hilft, ist das meist schon mal ein gutes Zeichen. Nachhaltigkeit bekommt man am besten durch Stabilität. Das heißt, dass die lockernden und mobilisierenden Übungen im Wesentlichen dazu dienen, Ihnen ein Training zu ermöglichen, wie sie es ja schon tun. Oft sind Haltung am Arbeitsplatz, Schlafposition und oft auch Sitzposition im Auto (bei Ihnen ja nicht, sie fahren ja Fahrrad) die Gründe, warum die Beschwerden immer wieder kommen. Da mal kritisch auf Ursachensuche gehen und sich selbst auf Haltungsfehler kontrollieren. Viel Erfolg dabei, fällt uns allen schwer, ist aber wichtig.

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Dieses Thema im Programm:

Die Bewegungs-Docs | 25.05.2020 | 21:00 Uhr