Stand: 26.11.2018 12:00 Uhr

Ruderer Hartig: Aus dem Motivationsloch nach oben

von Christine Pilger

Es liegen inzwischen mehr als zwei Jahre zwischen zwei Extremen im Sportlerleben von Lars Hartig. 2016 war der Ruderer trotz seiner Meinung nach guten Leistungen nicht für den Olympia-Kader in Rio nominiert worden - für den heute 27-Jährigen der Tiefpunkt seiner Karriere und der Grund für eine längere Pause vom Rudersport. "Ich war kurz davor aufzuhören", sagt der gebürtige Husumer. Erst im Winter 2017 begann er wieder mit dem Training. Hartig war sich nicht sicher, ob er sich überhaupt wieder an die Spitze zurück würde kämpfen können: "Jeden Tag wieder mehrmals zum Training zu fahren, war hart. Ich steckte teilweise in einem echten Motivationstief." Aber dann kamen die Erfolge zurück. Und Lars Hartig ist glücklich, wieder Teil der großen Ruder-Welt zu sein.

Mit neuem Partner zum Weltcupsieg

Das Pensum eines Profi-Rudersportlers ist hart: Jeden Morgen um 6 Uhr klingelt der Wecker, im Schnitt trainiert Hartig 25 Stunden in der Woche bei der Friedrichstädter Rudergesellschaft, dazwischen geht er in Hamburg zur Uni. Aber die Mühen haben sich 2018 ausgezahlt: Die Zusammenarbeit mit seinem neuen Partner Timo Piontek im Doppelzweier funktionierte auf Anhieb super. Das Duo landete bei den drei Weltcup-Rennen jeweils auf dem Treppchen und sicherte sich dadurch bei der letzten Regatta in Luzern (Schweiz) den Gesamtsieg. "Das Gefühl, als wir über die Ziellinie gefahren sind und uns klar war: 'Hey, wir haben echt den Gesamtsieg' - das war einfach unglaublich. Ich war so lange raus und wusste nicht, wie es weiter geht. Das war von uns einfach eine außergewöhnliche Leistung", blickt Hartig zurück.

"Auf dem Wasser den Sonnenaufgang sehen - einmalig"

Der 27-Jährige hat nach dem Comeback seine Leidenschaft für den Rudersport wiederentdeckt - und kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: "Ich liebe es in der Natur zu sein, auch schon morgens zum Sonnenaufgang. Aber auch die Wettkämpfe faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Da kann ich an meine mentalen und körperlichen Grenzen gehen."

Im kommenden Jahr will Lars Hartig seine Leistung von 2018 nicht nur bestätigen, sondern noch weiter verbessern. "Neben dem Weltcup wäre auch eine WM-Medaille schön", sagt er angriffslustig. Und eine Sache würde sein Glück wohl komplett machen: eine erneute Teilnahme an den Olympischen Spielen. 2012 ist er in London Sechster geworden - 2020 will Hartig mit Partner Piontek im Doppelzweier wieder dabei sein.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 13.12.2018 | 19:30 Uhr

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