Ein Porträt von Ruderer Melvin Müller-Ruchholtz © DRV/Schwier Foto: DRV/Schwier

Müller-Ruchholtz: Bei WM bestes Rennen "in Perfektion"

Stand: 30.11.2021 06:00 Uhr

Melvin Müller-Ruchholtz vom Kieler Ruderclub ist nominiert als Sportler des Jahres. Der Ruderer wurde U23-Weltmeister. Obwohl er damit Geld verdient, sieht er das Rudern nicht als seinen Job an.

von Frauke Hain

Melvin Müller-Ruchholtz möchte immer einhundert Prozent geben. "Ich möchte jedes Training erfüllen. Manchmal mache ich zu viel - und das blockiert mich", erzählt der 22-jährige Ruderer. In diesem Jahr saß der Sportler vom Kieler Ruderclub im Doppelzweier. Da der Doppelzweier die einzige Olympische Bootsgattung im Leichtgewichtsbereich ist, ist er von allen Nationen immer mit den besten Ruderern des Landes besetzt. "Wir wussten, das wir eine gute Form haben", erzählt Melvin Müller-Ruchholtz. Bei der U23-Weltmeisterschaft im Juli in Tschechien schaffte er zusammen mit seinem Partner mit der schnellsten Qualifikationszeit die Finale-Teilnahme. "Wir sind mit Offenheit und Gelassenheit herangegangen. Wir hatten unser Ziel, unser bestes Rennen zu fahren. Und das ist uns in Perfektion gelungen."

"Wir haben uns das nicht vorgenommen"

Nach einem schnellen Start setzte sich das deutsche Boot mit einer Länge von der Konkurrenz ab - und führte das ganze Rennen über. "Erst 250 Meter vor dem Ziel sind die Akkus so ein bisschen leer gegangen - da haben wir aber gewusst, dass wir das nicht mehr hergeben", erzählt der 22-Jährige. Mit einer halben Länge Vorsprung fuhren die Deutschen als erstes über die Ziellinie. "Mein erster Gedanke war - bitte, dass das kein Traum war und ich gleich aufwache." Erst nach etwa 15 Minuten realisierte er, dass er Weltmeister geworden war. "Das war eher unerwartet - wir haben uns das nicht vorgenommen."

Leidenschaft ist Schlüssel zum Erfolg

Wenn man Melvin Müller-Ruchholtz fragt, ob Rudern sein Job ist, gibt er eine klare Antwort: "Ich habe das immer als mein Hobby gesehen - als meine Passion. Ich würde sofort damit aufhören, wenn mir das keinen Spaß mehr machen würde. Ich mache das, weil ich das liebe. Und ich bin davon überzeugt, dass es auf Grund der Leidenschaft so gut klappt." Er sieht die Dinge gerne positiv. "Meine Stärke ist auf jeden Fall, dass ich eigentlich immer gut gelaunt bin und glücklich unterwegs bin."

Weitere Informationen
Läufer durchbricht jubelnd das Ziel. (Montage, Symbolbild) © imagosportfotodienst GmbH, iStock photo, fotolia Foto: imagebrooker, Lisa Fletcher, Ovidiu_Iordachi

Sportler des Jahres: Die Porträts

Fünf Frauen, fünf Männer und fünf Teams haben die Chance, "Sportler des Jahres" 2021 in Schleswig-Holstein zu werden. In unseren Kurzporträts erfahren Sie mehr über die Athleten. mehr

Deutschland weiterhin international vertreten

Er hat auch schon einen klaren Plan, wie es weitergeht, wenn er vom Rudern irgendwann mal nicht mehr leben kann - oder wenn es keinen Spaß mehr macht. Der gelernte Rettungsassistent hat in diesem Jahr den Medizinertest an der Uni Hamburg geschrieben - an einem Wettkampfwochenende. "Das war ungeplant und etwas stressig." Aber den Test überstand er überdurchschnittlich gut, wie er erzählt. "Damit war ich ganz happy." Bevor er das Studium startet, will er als Rettungsassistent praktische Erfahrungen sammeln.

Bis dahin wird wohl noch etwas Zeit vergehen, in der er sich in der offenen Altersklasse etablieren möchte. "Ich möchte mich selber verbessern - mit dem gleichen Ansatz wie vor der WM, immer das Bestmögliche herauszuholen." Sein Ziel ist es, weiterhin Deutschland international zu vertreten.

Porträts der Sportler des Jahres 2021
Ein Pokal steht im sprühendem Glitzerlicht auf dunklem Untergrund. © photocase Foto: Mcdeekey, MichaelJBerlin

Wählen Sie die Sportler des Jahres 2021 in SH

Der Landessportverband Schleswig-Holstein sucht die Sportlerin, den Sportler und die Mannschaft des Jahres 2021. Stimmen Sie ab! mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Moin! Schleswig-Holstein mittendrin | 30.11.2021 | 12:20 Uhr

Jacob Heidtmann beim Delphin. © picture alliance/dpa

Heidtmann: Die offene Rechnung mit Olympia

Bei den Olympischen Spielen erfüllte sich Jacob Heidtmann einen Lebenstraum - und schwamm drei neue Bestzeiten. mehr

Der deutsche Judoka Dominic Ressel (oben) gegen den Niederländer Noël van ’t End in Aktion. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch/dpa

Ressel: Olympia-Bronze im Judo-Teamwettbewerb

Die Olympischen Spiele in Tokio waren für den Judoka der bislang größte Wettkampf seiner Karriere - und er kam mit Bronze nach Hause. mehr

Schachspieler Frederik Svane schaut auf das Spielbrett während einer Partie mit seinem Gegner. © Frank Hoppe Foto: Frank Hoppe

Svane: Zweiter bei der DM - punktgleich mit dem Besten

Der 17-jährige Schachspieler aus Lübeck wurde unter anderem Zweiter bei der DM und U16-Weltmeister. Sein großes Ziel: Schach-Profi werden. mehr

Der deutsche Bogenschütze Florian Unruh in Aktion © dpa-Bildfunk Foto: Marijan Murat/dpa

Unruh: Olympia-Fünfter und Europameister mit Feldbogen

Bei den Olympischen Spielen kämpfte der Bogenschütze gegen unberechenbare Winde - und zum Saisonende überraschte er mit dem Feldbogen. mehr

Mehr Sport-Meldungen

Marcel Hartel (hinten) und Leart Paqarada vom FC St. Pauli © IMAGO / Lobeca

DFB-Pokal heute live: FC St. Pauli - Dortmund und Köln - HSV

Ab 20.45 Uhr im Video-Livestream: St. Pauli empfängt den Titelverteidiger. Bereits ab 18.30 Uhr in der Audio-Vollreportage: Köln - HSV. mehr