Teilnehmende beim Hamburg-Marathon vor der Elbphilharmonie © WITTERS Foto: FrankPeters

Hamburg-Marathon will wachsen - Mehr Teilnehmer durch Topzeiten?

Stand: 25.04.2022 15:58 Uhr

Die Rekordzeiten bei der 36. Auflage des Hamburger-Marathons sollen der Veranstaltung steigende Teilnehmerzahlen bescheren. Für das Rennen am 23. April 2023 erhofft sich Cheforganisator Frank Thaleiser 14.000 Anmeldungen.

Rund 29.000 Teilnehmende verzeichnete die Veranstaltung. Allerdings entfielen davon "nur" 10.600 auf die 42,195-Kilometer-Distanz. Der angepeilte Anstieg entspräche also rund 35 Prozent. Langfristig soll der Marathon-Sonntag auf ein komplettes Sport-Wochenende ausgebaut werden. Vor allem der Halb-Marathon soll deutlich wachsen: von etwa 4.000 auf bis zu 15.000 Hobby-Athleten.

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Zwei Teilnehmerinnen beim Hamburg-Marathon © NDR Foto: Hanno Bode

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Aus logistischen Gründen müsste der Start des Halb-Marathons dafür auf den Sonnabend oder den Sonntag-Nachmittag verlegt werden. Vorbild für den Ausbau ist Amsterdam. Dort sind Marathon und Halbmarathon mit jeweils etwa 15.000 Startern gleich groß.

Rekorde von Yehualaw und Kotut begeistern Hamburg

Die Profis hatten mit ihren Zeiten mächtig Werbung gemacht. Angeführt vom siegreichen Cybrian Kotut (Kenia/2:04:47 Stunden) waren gleich vier Starter unter dem bisherigen Streckenrekord von Eliud Kipchoge (Kenia/2:05:30) aus dem Jahr 2013 geblieben. "Die Zeit von Eliud hing in den vergangenen Jahren wie Blei an uns", sagte Thaleiser.

"Diese Leistungen müssen wir jetzt umsetzen. In Läuferkreisen ist Hamburg nicht unter den Top Ten, wo ich unbedingt einmal gelaufen sein muss." Organisator Frank Thaleiser

Überstrahlt worden war die Entscheidung bei den Männern allerdings von Yalemzerf Yehualaw. Die 22-Jährige aus Äthiopien lief ihren ersten Marathon und erreichte in der Zeit von 2:17:23 Stunden das Ziel. Damit unterbot sie den Debütanten-Weltrekord der Britin Paula Radcliffe von 2:18:56, gelaufen 2002 in London deutlich - und kassierte insgesamt 65.000 Euro Preisgeld.

Versicherung für die ausgelobte Zeitprämie

Yehualaws Rekord war eine Leistung mit Ansage - und Thaleiser hatte vorgesorgt. Die ausgelobte Zeitprämie von 40.000 Euro hatte der Organisator in weiser Voraussicht versichern lassen - konnte sich also gleich doppelt über die tolle Leistung freuen.

Vorzeichen waren alles andere als gut

Dabei waren die Vorzeichen alles andere als gut gewesen. Bei der Präsentation am vergangenen Donnerstag hatten die internationalen Topläufer aufgrund verpasster Flüge noch gefehlt. Bei Kotut war zu diesem Zeitpunkt darüber hinaus das Visum fraglich. Am Sonntag sei zudem im Hotel das Frühstück für die Elite nicht vorbereitet gewesen, ergänzte Thaleiser: "Ich habe um 5.30 Uhr die SMS bekommen, dass hier 42 Athleten in der Lobby stehen und kein Essen haben."

Doch nun soll dieses Rennen mit seinen besonderen (Vor-) Geschichten schnell zum Magnet für 3.400 zusätzliche Läuferinnen und Läufer werden. Und wer gesehen hat, wie viele Teilnehmende am Sonntag beim Laufen inne gehalten haben, um zum Beispiel an der Alster Fotos von der Stadt zu machen, weiß, dass Hamburg auch für die "Lauf-Touristen" einiges zu bieten hat.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 24.04.2022 | 09:00 Uhr

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