Stand: 08.07.2020 17:47 Uhr

Zverev reagiert: Kein Start in Berlin

Alexander Zverev hat einen weiteren negativen Corona-Test bekannt gegeben.

Tennisprofi Alexander Zverev hat sein wochenlanges Schweigen beendet und per Posting im Internet sogleich Fakten geschaffen. Der 23 Jahre alte Hamburger sagte am Mittwoch via Instagram seine Teilnahme an einem Show-Turnier in Berlin in der kommenden Woche ab. "Ich habe die Entscheidung getroffen, für den Moment mit meinem Team zu trainieren und keine offiziellen Events zu spielen", teilte der Weltranglistensiebte mit: "Es ist nie schön, auf ein Heimspiel zu verzichten, aber ich werde bald zurück sein."

Zverev erklärte, er werde mit seinem Team und seinem neuen Coach David Ferrer, mit dem er eine Probezeit vereinbart habe, in seiner Wahlheimat Monte Carlo trainieren. Zudem ließ er noch wissen, dass er seinen dritten Corona-Test hinter sich habe, "und er war glücklicherweise ebenfalls negativ".

Turnier-Veranstalter: "Über Entscheidung enttäuscht"

Veranstalter Edwin Weindorfer hatte offenbar schon am Mittwochmorgen damit gerechnet, dass das Turnier in Berlin ohne seinen Top-Star stattfinden könnte. "Es ist alles andere als sicher, dass Alexander Zverev bei uns spielt", sagte der Österreicher. Nachdem die Absage perfekt war, fügte er hinzu: "Wir sind über diese Entscheidung enttäuscht, denn aus unserer Sicht wäre es für Alexander Zverev eine gute Chance gewesen, vor Publikum in Berlin nach den Turbulenzen zuletzt den Fokus wieder auf sein Tennis zu richten." 

Viel Kritik an Zverev nach Adria Tour

Mit "den Turbulenzen zuletzt" sind die Vorkommnisse auf der Adria Tour und deren Folgen gemeint.

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Bei der Show-Turnier-Reihe auf dem Balkan, die vom serbischen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic veranstaltet worden war, hatten mehrere Spieler die Hygiene-Empfehlungen als Konsequenz aus der Corona-Pandemie missachtet - auch Zverev. Nach der Adria-Tour waren mehrere Profis, unter ihnen Djokovic, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zverevs Test fiel zwar negativ aus, er begab sich jedoch freiwillig in eine zweiwöchige Quarantäne. Offenbar brach er diese aber, denn er tauchte ausgelassen feiernd in einem Video des Modedesigners Philipp Plein auf. In der Folge prasselte Kritik auf Zverev ein. So sprach etwa Frauentennis-Chefin Babara Rittner von "einer absoluten Katastrophe für das Tennis", der australische Profi Nick Kyrgios wandte sich in einem Video direkt an Zverev: "Mann, wie egoistisch kannst du sein?"

Weindorfer benennt Regulativ, Zverev sagt ab

Turnier-Veranstalter Weindorfer hatte Anfang der Woche deutlich zu verstehen gegeben, dass in Berlin keine Verstöße gegen die strengen Hygiene-Regeln geduldet würden. Er nannte zwar nicht Zverevs Namen. Es lag aber auf der Hand, dass sich der Hamburger angesprochen fühlen durfte.

"Von dem Moment an, wo die Spieler in Berlin landen und den ersten Coronatest abgeben - der natürlich negativ sein muss - werden sie sich unserem sehr strikten Regulativ unterziehen müssen", sagte Weindorfer dem Fernsehsender rbb: "Wenn das nicht eingehalten wird und die Spieler glauben, trotzdem auf irgendwelche Partys gehen zu müssen, dann werden sie nicht antreten. Das haben wir den Spielern auch ganz klar kommuniziert." Zverev, womöglich gekränkt oder gar beleidigt ob dieser Worte, reagierte mit der Absage.

Neben Zverev sagte am Mittwoch auch Kyrgios "aufgrund der wieder angespannteren Corona-Lage in seinem Heimatland Australien" ab.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 08.07.2020 | 23:03 Uhr