VIDEO: Boris Herrmann: "Ankommen ist die große Sehnsucht" (7 Min)

Vendée Globe: Herrmann ist Siebter und will nur eins - ankommen!

Stand: 06.12.2020 16:00 Uhr

Boris Herrmann ist bei der Vendée Globe auf den siebten Platz vorgerückt. Zum Nikolaustag schickte der Hamburger eine Video-Botschaft aus dem Indischen Ozean, wo die Flotte auf Kurs Kerguelen segelt und sich auf den nächsten Sturm vorbereitet.

"Ich habe gestern Abend einen Schuh an den Niedergang gestellt und am Morgen Schokolade darin gefunden. Die habe ich auch schon aufgegessen", berichtete der 39-Jährige mit einem Augenzwinkern von der Solo-Weltumseglung, gestand aber auch ein: "Es sind nicht die leichtesten Zeiten an Bord."

Er habe sich zwar von den jüngsten Strapazen mit einer nächtlichen Reparatur am eigenen Mast und "erschütternden Kollisionen" der Kollegen physisch und psychisch erholt, hat nun aber mit "konfuser See" sowie neuen Problemen bei der Stromversorgung und an einem der Vorsegel zu kämpfen. Die Reparaturarbeiten seien beherrschbar; Herrmann kann sie aber erst dann vornehmen, wenn sich die Wetterbedingungen ändern.

Französischen Marine holt schiffbrüchigen Escoffier

Nach vier Wochen auf See und dem ersten Drittel des Rennens um die Welt sind noch 28 der 33 gestarteten Solisten dabei. Am Sonnabend konnte die Engländerin Samantha Davies nach einer Kollision das Rennen nicht mehr fortsetzen.

Der schiffbrüchige Kevin Escoffier wurde am frühen Sonntagmorgen von der französischen Marine von Jean Le Cams Yacht "Yes We Cam!" abgeholt und auf die Fregatte "Nivose" gebracht. Der Franzose wird nun zur Insel La Réunion transportiert, von wo aus er nach Hause fliegen kann. Escoffiers "PRB" war am 30. November so stark beschädigt worden, dass das Schiff nicht mehr an Land zurückgesegelt werden konnte und sank. Der Skipper hatte sich in seine Rettungsinsel geflüchtet und war nach 11,5 Stunden im Südatlantik von Jean Le Cam gerettet worden.

VIDEO: Vendée Globe: Mensch und Material stoßen an die Grenzen (4 Min)

Herrmann: Habe es mir nicht so hart vorgestellt

Auch Herrmann war an der Rettungsaktion beteiligt - und die Ereignisse der vergangenen Woche haben beim Hamburger Spuren hinterlassen. "Die Prioritäten verschieben sich eindeutig", berichtete er: "Ankommen ist für mich der große Wunsch und bedeutet so viel mehr auf einmal, wenn man am eigenen Leib erlebt, was dieses Rennen an Herausforderungen und Entbehrungen bedeutet und wie hart es wirklich ist. So habe ich es mir nicht immer vorgestellt." Er segle deshalb nun etwas defensiver und vorsichtiger, schilderte er: "Ich will unter keinen Umständen riskieren, aus diesem Rennen auszuscheiden. Die Platzierung wird fast zweitrangig."

Deutsch-Französin Joschke als beste Frau Zehnte

Der Rückstand auf Spitzenreiter Charlie Dalin (Frankreich) beträgt rund 436 Seemeilen. Dalin hat auf seiner aktuellen Fahrt durch den Indischen Ozean einen komfortablen Vorsprung vor seinen Landsleuten Thomas Ruyant (209,7 zurück) und Louis Burton (216,2). Die Deutsch-Französin Isabelle Joschke steuert weiterhin auf einen Achtungserfolg zu. Die gebürtige Münchnerin wurde bei einer Zwischenwertung am Sonntagmorgen als beste von sechs teilnehmenden Frauen auf Platz zehn geführt mit einem Rückstand von 606,5 Seemeilen auf den führenden Franzosen.

Weitere Informationen
Die Seaexplorer auf hoher See © picture alliance/DPPI Foto: VINCENT CURUTCHET

Bruchserie bei Vendée Globe hält an - Herrmann weiter Fünfter

Bei der Solo-Weltumsegelung haben zwei weitere Skipper im Südpolarmeer Schäden an ihren Booten erlitten. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 06.12.2020 | 22:50 Uhr

Mehr Sport-Meldungen

Simon Terodde vom HSV (l.) im Duell mit Kevin Danso von Fortuna Düsseldorf © imago images/Uwe Kraft

HSV hält die Fortuna auf Distanz - und verteidigt Tabellenführung

Der Hamburger SV war in Düsseldorf das bessere Team, scheute am Ende gegen den Verfolger aber das letzte Risiko. mehr

Boris Herrmann

Vendée Globe: Boris Herrmann im Segelkrimi nun Zweiter

Noch nie hat ein Nicht-Franzose bei der traditionsreichen Weltumsegelung gewonnen. NDR.de zeigt die Zielankunft im Video-Livestream. mehr

Die Braunschweiger Profis bejubeln einen Treffer von Marcel Bär (2.v.r.). © imago images / Joachim Sielski

1:0 gegen Heidenheim - Braunschweig schöpft wieder Mut

Nach zuvor acht Pflichtspielen ohne Sieg hat Eintracht Braunschweig gegen Heidenheim den erlösenden Dreier eingefahren. mehr

Osnabrücks Maurica Trapp (r.) im Zweikampf mit Fürths Dickson Abiama. © imago images / Zink

VfL Osnabrück: Der Abwärtstrend hält an

Das 0:1 gegen Fürth war bereits die sechste Heimniederlage der Niedersachsen, die zudem erneut offensiv enttäuschten. mehr