Stand: 26.07.2019 19:00 Uhr

Tennisprofi Zverev bestätigt Trennung von Lendl

Ivan Lendl (l.) und Alexander Zverev gehen getrennte Wege.

Ivan Lendl ist nicht mehr Coach des deutschen Tennis-Topspielers Alexander Zverev. "Es ist vorbei. Wir hatten verabredet, es nach dem Turnier zu verkünden. Ich war überrascht, dass ich es über die Presse mitbekommen habe. Das fand ich schade", sagte der Weltranglisten-Fünfte am Freitagabend. Dass es zu einem Ende der Zusammenarbeit kommen würde, "wussten beide". Er habe "nichts als Respekt" für Lendl, so der ATP-Weltmeister: "Wir hatten über zehn Monate eine gute Zeit und haben in London einen großen Titel gewonnen." Bereits am Vormittag hatte Jerry Solomon, Agent des achtmaligen Grand-Slam-Siegers Lendl, die Trennung nach entsprechenden Berichten in US-Medien bestätigt.

Rückkehr in den Familienbetrieb

Zverev hatte die Arbeitseinstellung des 59-Jährigen, der den deutschen Hoffnungsträger seit den US Open vergangenen Jahres betreute, zuletzt deutlich kritisiert. Der Hamburger schlägt derzeit beim ATP-Turnier in seiner Heimatstadt auf und trifft dort im Halbfinale auf Vorjahressieger Nikolas Bassilaschwili aus Georgien (live bei NDR.de). Er wolle nun "zum Alten" zurückkehren, zu seinem Vater, "um wieder zu sehen, wie es ist, zu gewinnen", sagte der 22-Jährige. Zwischen ihm und Lendl habe es einfach nicht gepasst. Schon am Rothenbaum wird er wieder ausschließlich von seinem Vater Alexander Zverev senior betreut, der in Wimbledon gefehlt hatte. Angeblich war auch das Verhältnis zwischen ihm und Lendl nicht das beste.

Becker: "Irgendwas ist kaputtgegangen"

Deutschlands Tennis-Idol Boris Becker hatte sich am Donnerstag kritisch zur Zusammenarbeit zwischen seinem einstigen Rivalen Lendl und Zverev geäußert: "Man hat die Entscheidung getroffen, Ivan Lendl zu engagieren. Dann muss man das richtig machen, oder man soll aufhören. Diese Situation heute ist für keinen befriedigend." Nach Zverevs Sieg bei den ATP-Finals in London im November sei "irgendwas kaputtgegangen".

Zverevs Kritik an Lendl

Zverev hatte vor dem Start seines Heim-Turniers am Rothenbaum mit überraschend deutlichen Aussagen über seinen Coach für Aufsehen gesorgt. "Manchmal gehen wir auf den Tennisplatz, du trainierst zwei Stunden lang, und eine halbe Stunde davon steht er mit dem Rücken zu mir und erzählt, wie er am Morgen davor Golf gespielt hat", sagte er. Zudem habe Lendl einen neuen Hund, dem er viel Zeit widme. Nach seinem Erstrunden-Aus in Wimbledon habe der 22-Jährige deshalb ein klärendes Gespräch mit Lendl geführt: "Wir haben darüber gesprochen, und ich habe ihm gesagt, dass er seinen Fokus mehr auf Tennis konzentrieren soll."

Lendl: "Einige Probleme außerhalb des Platzes"

Der 59-jährige Lendl fand eine klare Antwort auf die Provokation. "Ich glaube sehr an Sascha, der immer noch sehr jung ist. Ich denke, dass er eines Tages ein großartiger Spieler wird. Aber derzeit hat er einige Probleme außerhalb des Platzes, die es schwierig machen, auf eine Weise zu arbeiten, die meiner Philosophie entspricht", wurde Lendl in US-Medien zitiert. Zuletzt hatte Zverevs schwelender Rechtsstreit mit Ex-Manager Patricio Apey für Schlagzeilen gesorgt.

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Sportclub | 26.07.2019 | 12:55 Uhr

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