Stand: 22.03.2020 12:18 Uhr

Spielerflucht in der Basketball-Bundesliga

Dylan Osetkowski (r.) wird der BG Göttingen vorerst fehlen.

Wie es in der Basketball-Bundesliga (BBL) weitergeht, ist wie in den meisten anderen Sportarten unklar. Doch die BBL-Clubs haben durch den vorläufigen Stopp des Ligabetriebs neben finanziellen Sorgen auch noch das Problem, dass ihnen langsam die Spieler ausgehen. Vorzeitige Abgänge verzeichnen bereits im Norden die BG Göttingen, die Löwen Braunschweig und Rasta Vechta. Zudem enden viele Profi-Verträge bereits im Mai, wenn die Saison eigentlich zu Ende gewesen wäre. Bei einer Verlängerung der Spielzeit in die Zeit nach diesem Datum wären Clubs möglicherweise nicht mehr wettbewerbsfähig.

Rückkehr abgereister Profis offen

Die Braunschweiger haben in Trevor Releford, Jairus Lyles und Joe Lawson bereits drei US-Profis in ihre Heimat reisen lassen.

Bei allen wurden die Verträge aufgelöst, eine spätere Rückkehr - sollte die Saison weitergespielt werden - ist aber ebenso vereinbart. Das Gleiche gilt für Dylan Osetkowski von der BG Göttingen. Rasta Vechta verlor gleich fünf Profis: Ryan Quaid, Jordan Davis, Kamari Murphy und Steve Vasturia und Max DiLeo verließen den Club. Lediglich mit Quaid und DiLeo wurden Rückkehr-Modalitäten vereinbart,

Klar ist, dass die Clubs durch diese Entscheidungen erst einmal Gehälter sparen. Fraglich ist jedoch, wie eine pünktliche Rückkehr der Basketballer angesichts der derzeitigen eingeschränkten Reisebedingungen möglich sein soll. Die Profis aus den USA stecken zusätzlich in einem Dilemma. Mit der Auflösung ihrer Verträge erlischt auch die Krankenversicherung in Deutschland. Und in den USA sind nicht alle krankenversichert. In Corona-Zeiten ein Horrorszenario.

BBL-Chef Holz: "Clubs über den Sommer bringen"

BBL-Geschäftsführer Stefan Holz ist derzeit praktisch mit nahezu stündlich wechselnden Fragezeichen konfrontiert. Der Liga-Betrieb ist aktuell bis auf weiteres ausgesetzt, in der kommenden Woche wollen die Liga und die Clubs erneut beraten, wie die Spielzeit noch zu retten ist. "Wir haben verschiedene Szenarien für den Spielplan, wann wir wieder einsteigen könnten", sagte Holz. "Aber wir müssen die Clubs auch über den Sommer bringen."

Wird die Saison annulliert?

Gleichwohl mehren sich die Forderungen nach einer Annullierung der Saison ohne Absteiger: "Es wäre unter den gegebenen Umständen nicht gerecht, wenn man sagen würde: Die Mannschaft darf jetzt nicht mehr dabeibleiben. Jede Mannschaft ist unverschuldet da reingekommen", erklärte Manager Martin Geissler vom Mitteldeutschen BC, der bereits seine beiden Top-Scorer verloren hat.

Geschäftsführer Hermann Schüller von den Baskets Oldenburg warnte vor zu schnellen Entscheidungen. "Ich denke, wir sind noch ein Stück weit von einem Shutdown wie im Eishockey entfernt und sollten uns noch etwas Zeit geben", sagte Schüller. Bei den Oldenburgern sollen bis auf Weiteres keine Verträge mit Spielern aufgelöst werden.

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Sport aktuell | 18.03.2020 | 16:25 Uhr