Das Seawolves Trainergespann Christian (l.) und Ralph Held. © pciture alliance / dpa Foto: Oliver Kramer

Rostock Seawolves auf BBL-Kurs: Trainerduo Held als Glücksgriff

Stand: 03.01.2022 13:32 Uhr

Christian und Ralph Held von den Rostock Seawolves gehören zu den ungewöhnlichsten Trainer-Duos Deutschlands. Sohn Christian als Chefcoach und Vater Ralph Co-Trainer sind mit dem Basketball-Zweitligisten auf BBL-Kurs.

Die Rostocker stellten kurz vor Weihnachten mit dem zwölften Sieg in Serie einen Vereinsrekord auf und grüßen seit dem 2. Januar zum Ende der Hinrunde von der Spitze der Pro A. "Wir sind sehr zufrieden. Die Entwicklung der Mannschaft stimmt. Wir wollen uns stetig verbessern und zum Saisonende hin in den Play-offs unseren besten Basketball spielen", erklärte Christian Held.

Ralph Held Meister und Pokalsieger mit Oldenburg

Diese Entwicklung war nach dem verpassten Aufstieg im Vorjahr und dem Rücktritt von Chefcoach Dirk Bauermann nicht unbedingt zu erwarten. Held rückte als Co-Trainer auf und lotste zur Unterstützung seinen Vater Ralph an die Ostsee. "Ich suchte jemanden, der das Know-how mitbringt und dem ich zu 100 Prozent vertrauen kann" sagte der 33-Jährige.

"Wir sind ein echtes Team, in dem jeder für den anderen spielt. Für den Namen vorne auf der Brust und nicht für den hinten auf dem Rücken." Seawolves-Chefcoach Christian Held

Vater Ralph wurde als Assistenztrainer mit Oldenburg deutscher Meister (2009) und Pokalsieger (2015). Zuvor war der 64-Jährige als Sportdirektor beim Deutschen Basketball-Bund (DBB) und als Geschäftsführer beim Regionalligisten MTB Baskets Hannover tätig. "Mich hat das Projekt in Rostock gereizt. Ich bin überzeugt, dass ich mit meiner Erfahrung dazu beitragen kann, dass wir erfolgreich sind", sagte Held senior, der parallel das Nachwuchs-Programm bei den Rostockern verantwortet.

Seawolves "für jeden unangenehm zu bespielen"

Die Seawolves sind mit erfahrenen US-Profis und deutschen Routiniers besetzt und bestechen vor allem durch ihre aggressive Abwehrarbeit. In der Offensive setzen sie nicht auf einen Top-Scorer, sondern verteilen die Würfe auf viele Hände. "Wir sind deutlich flexibler geworden und für jeden Gegner unangenehm zu bespielen. Weil es immer jemand anders sein kann, der punktet", beschreibt Christian Held die Erfolgsformel.

Für das Erfolgsduo ist der aktuelle Höhenflug allerdings nur eine Momentaufnahme. "Die Saison ist lang. Es kann allein Corona-bedingt noch viel passieren. Wir fahren gut damit, uns erst mal für die Play-offs zu qualifizieren", betonte der Cheftrainer.

Manager Hakanowitz: "Sind strukturell erstligareif"

Ein Abenteuer wäre die BBL für den nach Mitgliedern zweitgrößten Basketballverein Deutschlands nicht. "Wir sind infrastrukturell und organisatorisch erstligareif. Wir wissen aber, dass wir Geduld brauchen und den Aufstieg nicht erzwingen können", sagte Manager Jens Hakanowitz.

"Wenn der Tag kommt und wir ins Oberhaus dürfen, dann werden wir nicht nur bereit sein, sondern endlich da angekommen sein, wo wir hingehören: nämlich mit Erstliga-Basketball in Rostock." Seawolves-Manager Jens Hakanowitz

Für Vater und Sohn Held und die basketballverrückte Hansestadt wäre der Sprung in die BBL ein lohnendes Ziel. "Ich habe in Deutschland so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Was mir noch fehlt, wäre ein Titel in der Pro A", sagte Ralph Held.

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