Stand: 02.07.2019 12:37 Uhr

Norddeutsche Etappensiege bei der Tour?

Die drei Norddeutschen bei der diesjährigen Tour de France: Nikias Arndt, André Greipel und Lennard Kämna (v.l.)

Ein Teamkapitän, ein erfahrener Sprint-Routinier und ein Neuling - unterschiedlicher könnten die drei norddeutschen Radprofis, die an der diesjährigen Tour de France teilnehmen, kaum sein. Nikias Arndt (Buchholz/Nordheide), André Greipel (Rostock) und Lennard Kämna (Wedel) gehen die "Große Schleife", die am Sonnabend in der belgischen Hauptstadt Brüssel gestartet wird, nicht mit dem Ziel Gesamtsieg an. Aber ein Etappenerfolg könnte durchaus herausspringen.

Arndt will Etappensieg, Kämna "alles aufsaugen"

Der 27 Jahre alte Arndt ist nach dem verletzungsbedingten Aus des niederländischen Mitfavoriten Tom Dumoulin Kapitän des deutschen Rennstalls Sunweb. Arndt wird zwar in den Sprints für den Australier Michael Matthews arbeiten müssen, aber sonst auch eigene Ziele verfolgen dürfen. Vor zwei Jahren erhielt er auf der 19. Etappe freie Fahrt und musste sich im Sprint einer Ausreißergruppe nur dem Norweger Edvald Boasson Hagen geschlagen geben. "Ich peile weiter einen Etappensieg an", gibt sich der Niedersachse offensiv.

Im Arndt-Team feiert der frühere Junioren-Weltmeister Kämna sein Debüt bei der Tour de France. Der 22-Jährige gilt als vielversprechendes Talent, das sowohl im Zeitfahren als auch in den Bergen mithalten kann. "Ich freue mich riesig, es ist eine coole Sache. Ich will alles aufsaugen, ich hoffe auf ein paar schöne Erfahrungen", sagte der gebürtige Wedeler, der in Fischerhude bei Bremen aufwuchs. Zuletzt zeigte Kämna bei der Tour de Suisse eine gute Leistung (Platz 17). "Lennard hat sowohl im Lead-out als auch in den Bergen gezeigt, dass er sehr wertvoll ist und wir wollen mit ihm den nächsten Entwicklungsschritt gehen", sagte Sunweb-Trainer Aike Visbeek.

Der "Gorilla" schwächelt

Routinier Greipel muss nichts mehr beweisen: Elf Etappen bei der Tour, sieben beim Giro d'Italia und vier bei der Spanien-Rundfahrt Vuelta hat der "Gorilla" in seiner Laufbahn bereits gewonnen. Der 36-Jährige scheint jedoch vor seiner neunten Tour-Teilnahme an Muskelkraft verloren zu haben. Bei seinem bretonischen Team Arkea-Samsic glückte ihm bisher nur ein Saisonsieg, und auch gesundheitlich lief nicht alles optimal. Dass nach seiner Serie (von 2011 bis 2016 holte er stets mindestens einen Tagessieg) noch einmal ein Erfolg dazukommt, ist eher unwahrscheinlich.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 02.07.2019 | 17:25 Uhr