SSC-Trainer Felix Koslowski © dpa-Bildfunk Foto:  Jens Büttner

Mit Ruhe und Gefühl: Koslowskis 500. Spiel als Trainer

Stand: 16.12.2022 18:45 Uhr

Es ist ein Arbeitsnachweis, der im deutschen Volleyball einmalig ist: Felix Koslowski, Trainer beim SSC Palmberg Schwerin, steht am Sonnabend zum 500. Mal bei einem Pflichtspiel seines Teams an der Seitenlinie.

von Clemens Paulsen

Ein Mittwoch im Dezember, 20.20 Uhr, Matchball für den SSC im Europapokalspiel gegen Lajkovac aus Serbien. Es folgt der entscheidende Punkt für sein Team, am Ende ein klarer Sieg mit 3:0 Sätzen. Abklatschen mit dem Trainerteam und seiner Mannschaft auf dem Feld. Die Minuten danach gehören Felix Koslowski ganz allein. Er überfliegt den Spielberichtsbogen mit Hunderten von Daten. Er nickt, ist zufrieden.

"Gern laut, immer konstruktiv"

Im Interview ist er dann locker, entspannt. Anders als davor. Im Spiel selbst gibt es nur sein Team und ihn. Alles andere drumherum, den Lärm, das Anfeuern der Fans, blendet er aus. Volle Konzentration vom ersten Aufschlag bis zum letzten gespielten Ball. Er motiviert, er korrigiert, zeigt Laufwege, gibt Tipps, redet viel mit seinen Spielerinnen. Gern auch mal laut, aber immer konstruktiv, so sein Umfeld.

Gute Noten von den Spielerinnen

"Felix ist einer der emotionalsten und ehrlichsten Trainer, die ich kenne. Ich arbeite super gerne mit ihm zusammen." Das Zeugnis von Lea Ambrosius für ihren Coach: Eine glatte 1. "Wenn man einen Trainer draußen stehen hat, der die gleichen Emotionen hat, wie wir auf dem Feld: Das gibt enorm viel Energie." Die 1,92 Meter große Mittelblockerin ist, so klingt es, fast schon ein Fan ihres eigenen Trainers. Neuzugang Pia Kästner sieht es im Grunde genommen genauso. "Egal ob im Training oder im Spiel. Felix ist mit so viel Leidenschaft dabei. Ich bin echt froh, dass ich nach Schwerin gewechselt bin und hier spielen darf."

"Es fühlt sich so an, als sei ich Ende 50"

Jetzt also wird der 38-Jährige mit dem Markenzeichen Vier-Tage-Bart am Wochenende beim Spiel gegen den Dresdner SC zum 500. Mal bei einem Pflichtspiel seines SSC an der Seitenlinie stehen. "Es fühlt sich an, als sei ich Ende 50, wenn ich tatsächlich schon 500 Spiele hier gemacht habe." Dann wird der gebürtige Schweriner nachdenklich. "Es ist ein absolutes Privileg, hier arbeiten zu dürfen. Ich genieße das." Ob er in der Nacht vor diesem Spiel anders schlafen oder aufgeregt sein wird? "Ganz ehrlich? Nein. Ich habe bereits jetzt Dresden im Kopf. Egal, ob es das 499. oder das 501. Spiel für mich als Trainer hier ist."

SSC auf Kurs

Seine "Mädels", wie er sie nennt, sind aktuell auf Kurs: Der SSC hat nach dem 3:0 über Lajkovac sehr gute Chancen auf die nächste Runde im Europapokal, in der Bundesliga steht die Mannschaft mit nur einer Niederlage auf Rang drei, zudem stehen die Schwerinerinnen nach dem spektakulären 3:2 beim MTV Stuttgart im deutschen Pokalfinale. "Also, wenn das so weitergeht, mache ich hier noch mal 500 Spiele", so Koslowski.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 17.12.2022 | 12:00 Uhr

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