Ari Huusela winkt von seinem Boot. © picture alliance/dpa/MAXPPP | Thomas Bregardis

Letzter Held der Vendée Globe im Ziel - Herrmann gratuliert

Stand: 05.03.2021 13:50 Uhr

Millionen von Zuschauern verfolgten gebannt die Ankunft des Hamburgers Boris Herrmann bei der Vendée Globe. Gut einen Monat später ist die neunte Ausgabe der Weltumseglung offiziell beendet - mit dem kaum weniger emotionalen Einlauf des Finnen Ari Huusela.

Post von Boris Herrmann bei Instagram "Ari is here!" © Screenshot
Boris Herrmann gratuliert Ari Huusela bei Instagram.

Was für Olympia gilt, gilt auch bei der härtesten Segelregatta der Welt: Dabei sein ist alles. Und auch die, die als Letzte ins Ziel kommen, werden gefeiert. Ari Huusela wedelte mit Leuchtfackeln in den Händen und fuhr wild jubelnd nach der Ewigkeit von 116 Tagen am Freitagmorgen in den Hafen von Les Sables-d'Olonne ein - als 25. von 33 gestarteten Seglern. Als er zum Song "Proud" von Heather Small ein kleines Tänzchen an Bord seiner Jacht "Stark" hinlegte, freute sich auch Boris Herrmann im fernen Hamburg mit. "Du hast es geschafft!", schrieb Herrmann bei Instagram und zollte dem letzten Finisher der neunten Ausgabe der Vendée Globe seinen Respekt.

Ein Frachtschiff als Rettung? Es kam nicht

36 harte Tage nach dem ersten Deutschen, der bei der Vendée Globe je ins Ziel gekommen ist, hatte sich endlich auch der 58 Jahre alte Finne mit einer enormen Willensleistung seinen Lebenstraum erfüllt. "Manchmal habe ich gehofft, dass das Boot in zwei Teile durchbricht und ich dann auf ein Frachtschiff springen kann zur Rettung", sagte der Skipper schmunzelnd über die schwersten Momente seiner einsamen Reise und fügte emotional an: "Jetzt bin ich unheimlich stolz." Das kann er auch: Im Gegensatz zu acht ausgeschiedenen Teilnehmern und Teilnehmerinnen erreichte er die französische Atlantikküste, bezwang er den "Mount Everest des Segelns".

VIDEO: Vendée Globe: Boris Herrmann und seine härteste Regatta (30 Min)

Herrmann plant schon den nächsten Ritt

Viele Alpinisten, die auf dem Dach der Welt standen, wollen angesichts der Höllenqualen, die sie erleiden mussten, nie wieder dorthin zurück. Herrmann ist anders gestrickt. Der Hamburger, der am 28. Januar ankam und Rang fünf in der Endwertung belegte, denkt trotz aller Entbehrungen und des Zusammenstoßes mit einem Fischerboot kurz vor dem Ziel schon laut über eine Kampagne für die zehnte Ausgabe der Vendée im Jahr 2024 nach. "Ich werde nicht nein sagen, und ich werde alles dafür wieder in Bewegung setzen", sagte der 39-Jährige nach dem ersten Auftanken zu Hause bei der Familie, während Huusela draußen auf dem Atlantik noch mit Wind und Wellen kämpfte.

"Fliegender Finne" sicher über die Weltmeere

Der Mann aus Helsinki, der im normalen Leben eine A350 für die Fluglinie Finnair steuert und daher immer wieder auch als "fliegender Finne" tituliert wird, hatte 22 Jahre lang auf diesen Moment hingearbeitet und das Projekt in Eigenregie umgesetzt. Mit eisernem Willen und ansteckender Freude, die ihm nicht nur im hohen Norden Europas Fans einbrachte. Die vielen Nachrichten in den Sozialen Medien hätten ihm in schwierigen Momenten genauso geholfen wie der Kontakt zu seiner Frau Niina, berichtete Huusela. Sein einziges Ziel war es, sich und sein Boot schadlos auf der rund 50.000 Kilometer langen Reise durch drei Weltmeere zu navigieren. "Dass es etwas länger gedauert hat, spielt für mich keine Rolle", sagte er nach der Hafeneinfahrt - und gönnte sich einen tiefen Zug aus der Champagner-Flasche.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 05.03.2021 | 14:25 Uhr

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