Stand: 19.06.2019 11:07 Uhr

Eishockey-Star Schubert macht Schluss

Karriereende nach 1.210 Einsätzen als Eishockeyprofi: Christoph Schubert.

20 Jahre lang jagte Christoph Schubert dem Eishockey-Puck nach, war Nationalspieler und Profi in der nordamerikanischen NHL, das Aushängeschild der Hamburg Freezers in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und spielte zuletzt für die Hamburg Crocodiles in der Oberliga - doch nun ist Schluss. Wegen einer Schulterverletzung, die er sich vor eineinhalb Jahren zugezogen hatte, muss der 37-Jährige seine Karriere beenden.

Schubert kann nicht einmal eine Getränkekiste heben

Im Dezember 2017 hatte sich Schubert einen Bizepsriss, eine Eckgelenkssprengung und eine Sehnenblessur zugezogen. Vor wenigen Tagen bekam er nun von den Ärzten die bittere Diagnose: Die Reha-Maßnahmen sind ohne Erfolg geblieben, Hochleistungssport sei nicht mehr möglich. Es gehe nun ausschließlich darum, wieder einen beschwerdefreien Alltag zu führen. Derzeit kann "Schuby" nicht einmal eine Getränkekiste anheben. "Das war ein brutaler Schlag ins Gesicht. Es ist anschließend viel Rotz und Wasser bei mir gelaufen", sagte der Familienvater und ergänzte: "Der Körper sagt: Es geht nicht mehr. Für jeden Athleten ist es ein Scheißtag, wenn man sein Karriereende verkündet. An wem das abprallt, der hat seinen Sport nie geliebt."

Seit neun Jahren Wahl-Hamburger

1.210 Profispiele hat Schubert auf dem Buckel, er lief bei sechs Weltmeisterschaften auf und nahm zweimal an Olympischen Spielen teil. Der gebürtige Münchner wurde schon als 18-Jähriger DEL-Profi und Nationalspieler. Acht Jahre lang (315 Partien) spielte er in der NHL, wo er mit den Ottawa Senators 2007 in der Finalserie um den Stanley Cup stand. 2010 war er als erster Deutscher in der schwedischen Liga bei Frölunda HC aktiv, im Dezember desselben Jahres unterschrieb er bei den Hamburg Freezers. Dort wurde der Verteidiger zum Gesicht des Clubs und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass in der Hansestadt eine neue Eishockey-Euphorie entstand, die im Mai 2016 ein jähes Ende fand, als die Anschutz Entertainment Group den Club abstieß.

Die Retterkampagne, die Schubert initiierte, war vergebens. "Noch heute würde ich gerne die Wahrheit wissen, warum damals Schluss war. Aber die werden wir alle wohl nie erfahren", erklärte der Bayer, der nach dem Aus der Freezers bei den Crocodiles anheuerte, um den Eishockey-Standort Hamburg am Leben zu erhalten.

Die Zukunft liegt an der Bande

Für die Karriere nach der Karriere hat der 37-Jährige bereits konkrete Pläne. Er will ins Trainergeschäft. Die C-Lizenz besitzt er bereits, voraussichtlich im Februar 2020 wird er seinen B-Schein machen. "Ich brauche einfach den Geruch der Eisfläche und will die Erfahrungen meiner Karriere weitergeben. Egal, ob als Chef-oder Assistenztrainer. Egal, ob in Deutschland, Europa oder Nordamerika - ich bin für alles offen. Vielleicht kommt ja irgendwann ein anderes, spannendes Eishockey-Projekt nach Hamburg. Das kann so schnell gehen, aber jetzt wird mir eine berufliche Luftveränderung erst einmal guttun."

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Sport aktuell | 19.06.2019 | 11:25 Uhr