Tennis-Profi Jan-Lennard Struff beim Davis-Cup-Duell mit Frankreich am Hamburger Rothenbaum © Witters Foto: Leonie Horky

Davis Cup in Hamburg: Toller Sport vor fast leeren Rängen

Stand: 15.09.2022 09:52 Uhr

Die deutsche Tennis-Nationalmannschaft hat beim Davis Cup in Hamburg erstmals seit 84 Jahren einen Sieg gegen Frankreich gefeiert. Allerdings fiel ein Schatten auf den 2:1-Erfolg am Mittwoch im Zwischenrundenspiel: Die Ränge waren nur sehr spärlich besetzt.

Der Jubel war groß am Mittwochabend um kurz nach 21 Uhr im Stadion am Rothenbaum, als Kevin Krawietz und Tim Pütz das entscheidende Doppel gegen Nicolas Mahut und Arthur Rinderknech im Tiebreak des dritten Satzes für sich entschieden hatten und somit für den ersten deutschen Erfolg gegen die französische Auswahl seit 1938 sorgten. Frenetisch wurde das im Davis Cup weiter ungeschlagene Duo aus Coburg und Frankfurt am Main vom Publikum gefeiert.

Es waren allerdings nur rund 2.000 Fans, die den Tennis-Tempel im Herzen Hamburgs in diesen Momenten beben ließen. Der Zuschauerzuspruch beim ersten Auftritt des DTB-Teams war enttäuschend. Nicht einmal ein Viertel der Plätze in der Arena waren besetzt.

Das Duell zwischen Belgien und Australien (0:3) am Vortag hatten sogar lediglich knapp 400 Anhänger verfolgt.

Struff: "Es ist einfach brutal teuer"

Dass so viele Ränge in dem 10.000 Zuschauer fassenden Stadion leer geblieben waren, sorgte bei Jan-Lennard Struff für großen Unmut. Der Warsteiner, der Deutschland mit einem 6:4, 2:6, 7:5-Erfolg gegen Benjamin Bonzi in Führung gebracht hatte, kritisierte auf der Pressekonferenz nach seinem Match in klaren Worten die Ticketpreise.

"Ich habe mich erschrocken, als ich den Kartenpreis gesehen habe. Das war das Problem. Das war absolut verständlich, dass wahrscheinlich nicht so viele Fans kommen werden, weil es einfach brutal teuer ist, und das finde ich sehr schade", erklärte der 32-Jährige.

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Günstigste Karten kosteten 75 Euro

Zwischen 75 und 150 Euro hatten die Tickets für das erste von drei Zwischenrundenspielen des DTB-Teams gekostet. Ein stolzer Preis, der bereits vor der verletzungsbedingten Absage von Olympiasieger Alexander Zverev festgelegt worden war. In dem Lokalmatadoren und Tennis-Superstar, der seine Mannschaft am Rothenbaum von der Tribüne aus unterstützt, fehlt nun das Zugpferd der Veranstaltung.

Kommen gegen Belgien und Australien mehr Fans?

Und somit erscheint es trotz des historischen deutschen Auftakterfolgs fraglich, ob die Ränge in den beiden kommenden Partien der Gastgeber am Freitag gegen Belgien und Sonntag gegen Australien (Beginn jeweils um 14 Uhr) weitaus besser besetzt sein werden. Für Teammanager Michael Kohmann ist das aber auch nicht entscheidend.

"Es ist halt schon etwas Besonders, vor eigenem Publikum zu spielen. Und es ist dann egal, ob 2.500, 5.000 oder 10.000 Zuschauer da sitzen. Es waren großartige Matches. Das macht mich stolz. Ich freue mich unglaublich, dass wir so in diese Gruppenphase eingestiegen sind und hoffe, dass es am Freitag so weitergeht", erklärte der 48-Jährige. Als Angestellter des DTB konnte er wohl auch nichts anderes sagen...

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 14.09.2022 | 19:30 Uhr

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