VIDEO: Vendée Globe: Boris Herrmann und seine härteste Regatta (30 Min)

Boris Herrmann: Nach der Vendée Globe ist vor der Vendée Globe

Stand: 01.02.2021 17:07 Uhr

In 80 Tagen um die Welt: Boris Herrmann hat deutsche Segel-Geschichte geschrieben. Tritt der Hamburger in vier Jahren erneut bei der Vendée Globe an?

"Das ist ein großer Wunsch von mir. Nach dem Rennen ist vor dem Rennen", sagte der 39-Jährige dem NDR, auch wenn Herrmann zugeben musste, dass "die 80 Tage härter waren, als ich es mir je vorgestellt hätte" und seine Antwort am ersten oder zweiten Tag nach der Ankunft noch eine andere gewesen wäre.

Doch die Strapazen der Solo-Weltumseglung samt dramatischem Schluss-Spurt mit Fischtrawler-Kollision waren nach Herrmanns emotionaler Zielankunft recht schnell verarbeitet.

"Natürlich verflucht man es absolut, wenn man da draußen ist bei schweren Bedingungen. Wenn man sich sagt 'Mach' es bitte nie wieder!' Aber an der Ziellinie arbeitet das Gehirn schon wieder daran, wie man es in vier Jahren noch mal und besser machen könnte."

 

VIDEO: Weltumsegler Boris Herrmann plant schon nächste Vendée Globe (4 Min)

Zurück in seiner Heimat Hamburg

Inzwischen ist der 39-Jährige zurück in seiner Heimat. Er kam am Montagmorgen in Hamburg an. "Ich habe mich sehr auf die eigenen vier Wände gefreut. Danach habe ich mich gesehnt. Es ist ein sehr, sehr schönes Gefühl wieder zu Hause zu sein", sagte er. An welche Corona-Quarantäneregeln sich Herrmann halten muss, war angesichts seiner außergewöhnlichen Reise zunächst auch von seinem Team nicht zu ermitteln. Nach 80 Tagen auf den Weltmeeren, weniger als fünf Tagen in Frankreich an Land und der Heimreise im Familien-Pkw war unklar, welche Vorschriften für den Profisportler greifen, der sich vorerst zu Hause aufhält. 

"Zurück mit einem Buch voller Ideen"

Dort denkt er bereits an sein nächstes Abenteuer. Zu verbessern gibt in einem Sport wie dem Segeln immer etwas. "Das Rennen bleibt mit den technologischen Innovationen und Neubauten in der Imoca-Klasse eine Faszination", so Herrmann. "Mit der Erfahrung aus dieser Vendée Globe wird man auf Neubauten schauen. Ich bin zurück vom Rennen mit einem Buch an Ideen."

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"Werden Weltumseglung in 60 Tagen erleben"

Der gebürtige Oldenburger, der bei seiner ersten Teilnahme an der härtesten Regatta der Welt Fünfter wurde, erwartet mit Blick auf die nächste Vendée Globe radikale Entwicklungen: "Ich bin absolut überzeugt, dass wir eine Weltumseglung in 60 Tagen erleben werden."

Durch Herrmann selbst? Möglich, denn der Hamburger ist ganz offensichtlich heiß auf einen zweiten Versuch: "Es gibt nur zwei Gründe, die gegen ein Comeback sprechen würden: Das Geleistete und Erlebte sind entweder nicht mehr zu toppen oder waren zu traumatisch. Bei mir war es nicht traumatisch, ist aber zu toppen."

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 31.01.2021 | 22:50 Uhr

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