Stand: 25.03.2020 14:50 Uhr

BBL setzt Spielbetrieb bis 30. April aus - kein Abbruch

Wie geht es weiter in der deutschen Basketball-Bundesliga?

Seit rund zwei Wochen ruht der Spielbetrieb in der Basketball-Bundesliga (BBL), am Mittwoch verlängerten Liga und Clubs die Auszeit noch einmal weiter bis zum 30. April. Nach rund dreistündigen Beratungen entschieden sich die Verantwortlichen "mit deutlicher Mehrheit" noch einmal gegen einen Abbruch der Saison, wie ihn die Deutsche Eishockey Liga vor kurzem beschlossen hatte. "Es bleibt das erklärte Ziel, die Saison 2019/2020 zu einem späteren Zeitpunkt geordnet zu Ende zu spielen, gegebenenfalls mit einem gekürzten respektive verdichteten Modus", hieß es in einer Liga-Mitteilung.

Göttingens Meinertshagen: "Richtige Entscheidung"

"Natürlich sind wir keine Traumtänzer, wir können Szenarien bewerten", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. "Trotzdem gibt es das Ziel zu spielen, wenn es irgendwie geht." Der Liga-Chef rechnete in der "Bild am Sonntag" je nach Ausgang mit einem Schaden von bis zu 25 Millionen Euro - eine riesige Summe angesichts eines Gesamtumsatzes von 145 Millionen.

Die zunächst fast ausgeschlossenen "Geisterspiele" erscheinen mittlerweile als eine Art "Best-Case". Dann könnten zumindest die Sponsoren und TV-Partner noch bedient werden. "Momentan kann man nur sehr schwer absehen, wie sich die Lage in den nächsten Wochen entwickelt. Deshalb ist die Entscheidung, erst einmal noch ein bisschen abzuwarten, in meinen Augen die richtige", sagte Frank Meinertshagen von der BG Göttingen.

Immer mehr Profis verlassen die BBL-Clubs

Sollte die Saison tatsächlich fortgesetzt werden können, würde es in den Hallen wohl ein seltsames Bild geben.

Ein Großteil der Profis aus den USA ist längst zu den Familien in die Heimat geflogen, nur wenige haben noch einen Vertrag und würden zurückkehren. Rasta Vechta, nach eigenen Angaben finanziell im "totalen Krisenmodus", ließ bereits fünf Spieler ziehen, bei den Löwen Braunschweig sind es drei, bei der BG Göttingen und den Hamburg Towers jeweils zwei. Holz kritisierte das Vorgehen: "Die Clubs haben nun im Alleingang Fakten geschaffen." Auch wenn er "aus persönlicher Sicht die Situation der Spieler verstehen" könne, frage er sich aber, warum sich die Clubs mit den Spielern nicht auf unbezahlten Urlaub verständigt haben. 

Wie auch immer, der Präsident des Deutschen Basketball Bundes, Ingo Weiss, sieht darin "eine Verzerrung des Wettbewerbs" und glaubt daher nicht, "dass wir in dieser Saison einen Basketball-Meister küren werden. Meine Hoffnung ist, dass wir die neue Basketball-Saison wie geplant im Oktober starten können und dann wieder alles hochfahren", erklärte der Verbandschef und betonte, dass er erwarte, dass die Bundesligaclubs "einen vernünftigen und guten Vorschlag" entwickeln werden.

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Weiss: "Sport erstmal in einer Nebenrolle"

"Wir müssen sehen, dass die Krankenhäuser fit gemacht werden, für das, was noch auf uns zukommt. Wir müssen sehen, dass die Wirtschaft wieder angekurbelt wird, dass unsere Partner und Sponsoren auch für die Zukunft erhalten bleiben", sagte der Verbandspräsident. "Da ist der Sport - ich sage es ungern - derzeit erstmal in einer Nebenrolle. Der Sport muss sehen, dass er die Gesellschaft zusammenhält."

Untere Ligen bereits beendet

Die unteren Ligen haben ihre Saisons bereits abgebrochen. Absteiger aus der zweitklassigen ProA in die Regionalliga wird es deswegen nicht geben, aber zwei Aufsteiger. Dafür wurde der derzeitige Tabellenstand zur Abschlusstabelle erklärt. Demnach erhalten die Niners Chemnitz und die Eisbären Bremerhaven das sportliche Aufstiegsrecht in die Bundesliga. Das sportliche Aufstiegsrecht in die ProA steht den Erstplatzierten der drittklassigen ProB Nord (Itzehoe Eagles) und ProB Süd (Elchingen) zu.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 24.03.2020 | 14:25 Uhr