Stand: 29.04.2018 16:45 Uhr

Äthiopier Deksisa siegt - Pflieger läuft zur EM

Solomon Deksisa hat den 33. Hamburg-Marathon gewonnen. Der Äthiopier setzte sich am Sonntag in 2:06:34 Stunden vor seinem Landsmann Tadu Abate (2:06:54) durch, der ein glänzendes Marathon-Debüt feierte. Die Top-Favoriten konnten nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen, der Streckenrekord von 2:05:30 Stunden hat trotz eines schnellen Rennens und guter Bedingungen weiter Bestand. Windstille und Sonnenschein - nachdem die Veranstalter in den vergangenen vier Jahren stets Pech mit dem Wetter gehabt hatten und es 2017 sogar hagelte, passte es diesmal. "Ich bin sehr glücklich, das Wetter war perfekt", bilanzierte Deksisa, der mit Tempoverschärfungen zwischen Kilometer 37 und 38 für die Entscheidung gesorgt hatte. Bei den Frauen triumphierte Shitaye Eshete aus Bahrain (2:24:51).

Pflieger knackt Norm für Leichtathletik-EM

In Top-Form präsentierte sich Philipp Pflieger, der in 2:13:39 Stunden Elfter wurde und die Norm für die Heim-EM im August in Berlin (2:14:00) knackte. Nach einem Seuchenjahr 2017 - der Olympia-Teilnehmer von Rio musste erst in Hamburg verletzt passen und erlitt dann beim Berlin-Marathon einen Schwächeanfall - ist der 30-Jährige in bestechender Form. Schon beim Berliner Halbmarathon hatte sich der Regensburger Anfang April auf 63:14 Minuten gesteigert.

"Ich war heute Morgen sehr angespannt. Ich bin noch nie in ein Rennen gegangen und habe gesagt, ich will mit 98 Prozent eine Punktlandung machen", sagte Pflieger, der sich mit Blick auf die EM nicht komplett verausgaben wollte: "Jetzt bin ich froh, dass ich das so gemacht habe und freue mich auf die EM-Vorbereitung." Die letzten Kilometer hatte er alleine bestreiten müssen, ließ sich aber von den vielen Zuschauern an der Strecke ins Ziel "tragen": "Die Pacemaker waren früher raus als geplant, zwölf Kilometer sind lang. Aber ich habe meinen Namen fast durchgehend an der Strecke gehört, das war sensationell, eine Wahnsinnsstimmung", so der Regensburger, der eine Bestzeit von 2:12:50 Stunden hat.

"Mocki" gewinnt Halbmarathon-Premiere

Erstmals wurde in der Hansestadt im Rahmen des Marathons ein Halbmarathon ausgetragen. Die Premiere gewann bei den Frauen Deutschlands erfolgreichste Langstreckenläuferin Sabrina Mockenhaupt. Die Siegerländerin, die für LT Haspa Marathon Hamburg startet, benötigte 1:15:12 Stunden. Für "Mocki" war Hamburg der Prüfstein nach einer Knochenhautentzündung am linken Mittelfuß. "Ich wollte eigentlich schon gerne 1:13:XX laufen, aber das war wohl nix", sagte die 37-Jährige im Ziel: "Ich hatte heute Riesenrespekt und Angst vor der Strecke und war ein bisschen verpeilt. Aber im Nachhinein bin ich nach acht Wochen Training und langer Verletzung echt happy." Mockenhaupt will sich nun in den nächsten Wochen über 10.000 m für die Heim-EM qualifizieren. "Das schaffe ich", betonte sie im NDR Interview: "Ich hatte so viele Rückschläge, jetzt muss es mal wieder vorwärts gehen." Bei den Männern war der Grieche Panagiotis Karaiskos in 66:53 Minuten vorn.

Insgesamt mehr als 33.000 Teilnehmer gemeldet

Die Veranstalter teilten nach Abschluss des Rennens mit, dass bei einem Starter bei Kilometer 27 und bei einem anderen Sportler nach dem Zieleinlauf notfall-medizinisch eingegriffen werden musste. Beide Personen wurden anschließend in Krankenhäuser gebracht. Insgesamt gingen mehr als 14.000 Läufer beim Marathon an den Start. Zusammen mit den Staffel- und Halbmarathonläufern sowie den Schülern, die bereits am Sonnabend das "Zehntel" bestritten, waren 33.183 Teilnehmer gemeldet. "Mir wäre es lieber, wenn wir am Sonntag 5.000 Zuschauer weniger an der Strecke hätten, die dann dafür beim Marathon mit einer Startnummer loslaufen würden. Unsere Aufgabe muss sein, diesen wieder attraktiver zu machen", hatte Marathon-Chef Frank Thaleiser im Vorfeld gesagt. Nach Angaben der Organisatoren standen rund 700.000 Zuschauer an der Strecke.

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Sportclub | 29.04.2018 | 09:15 Uhr

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