Stand: 17.06.2009 14:05 Uhr  | Archiv

THW-Affäre: Einstellung der Ermittlungen möglich

In der Affäre um mögliche Schiedsrichterbestechungen durch den deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel schließt die Staatsanwaltschaft die Einstellung der Ermittlungen nicht mehr aus. "Alle Beschuldigten sagen nach wie vor nichts. Das ist ihr gutes Recht", sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Uwe Wick in einem Interview der "Hamburger Morgenpost". "Wenn wir die Sache nicht hinreichend klären können, stellen wir die Ermittlungen ein, weil es nicht genügend Beweise gibt." Der THW, sein ehemaliger Manager Uwe Schwenker und Ex-Trainer Zvonimir Serdarusic stehen im Verdacht, Champions-League-Spiele manipuliert zu haben. In diesem Zusammenhang ist der Verbleib von rund 152.000 Euro ungeklärt.

Warten auf Antworten aus dem Ausland

"Klar ist, dass Geld geflossen ist. Wohin, das klären wir auf. Die entscheidenden Antworten aus vier ausländischen Staaten, bei denen wir ein Rechtshilfeersuchen gestellt haben, haben wir noch nicht bekommen. Wir sind an Fristen und Verträge gebunden", erklärte Wick. Man könne nicht so grenzübergreifend agieren wie im "Tatort": "Selbst wenn wir so etwas machen würden, wären diese Aussagen vor Gericht nicht verwertbar."

Wick: "Kroatien der zentrale Punkt"

In der kommenden Woche solle entschieden werden, ob man um Hilfe bei ausländischen Regierungen bitten werde. "Das läuft dann auf Ministerienebene ab und kann noch sehr lange dauern. Kroatien ist der zentrale Punkt dabei", so Wick. Auch gegen den kroatischen Spielerberater Nenad Volarevic, der mit Serdarusic befreundet ist, wird ermittelt. Lediglich aus Polen hat die Behörde eine Antwort auf ihre Anfrage bekommen. Wick: "Das sind verschiedene Papiere, die wir bekommen haben, die werden gerade übersetzt. Inwieweit die relevant sind, können wir noch nicht sagen." Die polnischen Schiedsrichter Miroslaw Baum/Marek Goralczyk sollen vor dem Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt angeblich 52.000 Euro vom THW bekommen haben. Die Unparteiischen bestreiten das.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 17.06.2009 | 14:25 Uhr

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