Stand: 23.06.2009 13:25 Uhr  | Archiv

Staatsanwaltschaft schließt Ermittlungen ab

Die Kieler Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen in der Affäre um angebliche Spielmanipulationen beim deutschen Meister THW Kiel in Deutschland abgeschlossen. Aus den Nachforschungen in Kroatien, Slowenien, Polen und der Ukraine gibt es bisher kaum Ergebnisse. "Irgendwann werden wir eine Zäsur machen. Ob es vor Gericht geht, ist offen", sagte Oberstaatsanwalt Uwe Wick. Das hänge davon ab, was die Anwälte des Ex-Managers Uwe Schwenker und -Trainers Zvonimir Serdarusic, die unter dem Verdacht stehen, Champions-League-Spiele des THW manipuliert zu haben, anzubieten hätten. Es geht dabei um den Verdacht der Untreue und des Betrugs sowie der Beihilfe dazu.

Alle Beteiligten beteuern ihre Unschuld

"Im März haben wir den Anfangsverdacht bejaht, jetzt befinden wir uns auf dem Weg zum hinreichenden Tatverdacht", erklärte Wick, Leiter der Sonderabteilung für Korruption und Wirtschaftskriminalität. Bis zum Beginn der neuen Saison werde die Sache nicht vom Tisch sein, aber "ich gehe nicht davon aus, dass es noch ein Jahr dauert", sagte Wick. Die Fahnder konzentrieren sich auf Zeugenaussagen und Indizien wie Kontobewegungen, um den Geldfluss der verschwundenen 152.000 Euro aus dem Gesellschaftervermögen des Handball-Rekordmeisters aufzuklären. "Kein Beschuldigter hat eine Erklärung abgegeben, alle haben ihre Unschuld beteuert", so Wick. Dennoch sei man Profi genug, um die Puzzle-Teile in einer Gesamtschau zu einem Bild zusammenzufügen.

Ermittlungen im Ausland extrem schwierig

Besonders problematisch gestalte sich die Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden im Ausland: "In den Tatort-Filmen würde ich nach Zagreb fahren und dort ermitteln. Aber ich habe Verträge einzuhalten, mir sind die Hände gebunden". Trotz des Schengener Abkommens habe man die Souveränität der Staaten zu respektieren. So dürfe er im Falle des kroatischen Spielerberaters Nenad Volarevic, der 92.000 Euro aus Kiel empfangen haben soll und ein Freund von Serdarusic ist, nicht einmal mit der Staatsanwaltschaft in Zagreb telefonieren. "Ich muss auf ministeriellem Weg um Rechtshilfe bitten", führte Wick aus, "das ist nicht problemlos".

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Sport aktuell | 23.06.2009 | 13:25 Uhr

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