Stand: 28.04.2009 21:25 Uhr  | Archiv

Kiel engagiert Top-Anwalt Schickhardt

Der THW Kiel geht im Zusammenhang mit den Vorwürfen wegen angeblicher Manipulation und Schiedsrichterbestechungen in die Offensive. Die Verantwortlichen des deutschen Handball-Rekordmeisters haben den renommierten Ludwigsburger Sportanwalt Christoph Schickhardt mit der Wahrnehmung der sportrechtlichen Interessen verpflichtet. Das teilte der Verein am Dienstag mit. Der Club verkündete am Abend zudem noch Beschlüsse des Beirats und der Gesellschafter des THW Kiel zu strukturellen und personellen Veränderungen. So wird neben Sabine Holdorf-Schust, die nach dem Rücktritt von Manager Uwe Schwenker zunächst kommissarisch das Ruder beim THW übernommen hatte, ein weiterer Geschäftsführer eingestellt. Konkrete Vertragsverhandlungen laufen, eine zeitnahe Einigung und Bekanntgabe der Personalie stehe bevor.

Zudem werden die Kontrollmechanismen innerhalb der Gremienarbeit verstärkt. So sollen die Kontrollrechte des Beirats präzisiert und satzungsmäßig verankert werden. Ferner wird die Geschäftsführung künftig ein betriebswirtschaftliches Controlling installieren. Hinsichtlich der offenkundig gewordenen Unregelmäßigkeiten in der Buchführung soll eine Sonderprüfung durch ein renommiertes Wirtschaftsprüfungsunternehmen durchgeführt werden, sobald die sichergestellten Geschäftsunterlagen von der Staatsanwaltschaft freigegeben worden sind.

"Kein Anhaltspunkt für Spielmanipulationen"

Schickhardt, einer der bekanntesten deutschen Sportrechtler, hat bereits Unterlagen gesichtet. "Danach ist festzustellen, dass der THW Kiel - für den Fall, dass die Vorwürfe überhaupt bewiesen werden sollten - alles veranlasst hat, um Ansprüche des Clubs zu sichern und die Geltendmachung etwaiger Regressansprüche zu wahren", sagte der 54 Jahre alte Jurist, der nach bisherigem Ermittlungsstand keine Anzeichen für Spielmanipulationen sieht. "Die kriminaltechnischen und verbandsrechtlichen Auswertungen der in Rede stehenden Spiele durch externe, unabhängige Experten von Polizei und Verband haben zweifelsfrei ergeben, dass die Spiele keinen einzigen Anhaltspunkt für Spielmanipulationen und pflichtwidrige Schiedsrichter-Entscheidungen erkennen lassen. Es gibt somit überhaupt keinen Anlass, an der Berechtigung und Richtigkeit der zustande gekommenen Spielergebnisse zu zweifeln", sagte Schickhardt.

Der THW soll mehrere Spiele in der Champions League durch Schiedsrichterbestechung beeinflusst haben, darunter auch das Final-Rückspiel 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt. In diesem Zusammenhang ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft gegen den langjährigen Manager Schwenker wegen Betrugs- und Untreueverdachts. Auch entsprechende Anschuldigungen gegen Ex-Trainer Noka Serdarusic werden geprüft.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 28.04.2009 | 22:40 Uhr

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