Stand: 08.12.2019 17:43 Uhr

THW grüßt von oben, "Recken" wieder in der Erfolgsspur

von Johannes Freytag, NDR.de
Kiels Steffen Weinhold (M.) gegen Mindens Magnus Gullerud (r.) und Marian Michalczik © imago images / Holsteinoffice
Kiels Steffen Weinhold (M.) setzt sich gegen Mindens Abwehr durch.

Der THW Kiel hat in der Handball-Bundesliga die Tabellenführung erobert. Der Rekordmeister setzte sich am Sonntag in eigener Halle gegen GWD MInden mit 29:27 (14:12) durch und schob sich mit 24:4 Punkten an der SG Flensburg-Handewitt (24:8) vorbei. Auch die TSV Hannover-Burgdorf feierte einen Sieg. Wenige Tage nach dem Pokalcoup bei den Rhein-Neckar Löwen gewannen die Niedersachsen 31:28 (17:16) gegen die Füchse Berlin und setzten sich damit in der Spitzengruppe fest. Im freien Fall befindet sich hingegen die HSG Nordhorn-Lingen. Der Aufsteiger unterlag dem TBV Lemgo mit 24:29 (11:17) und wartet weiter auf den zweiten Saisonsieg.

In der Kieler Arena brandete schon vor Spielbeginn Jubel auf, als die Vertragsverlängerung von Rune Dahmke bekanntgegeben wurde. Der 26-Jährige bleibt den "Zebras" mindestens bis 2022 erhalten.

THW Kiel - GWD Minden 29:27 (14:12)

Tore THW Kiel: Pekeler (6), Reinkind (4), Ekberg (4/3), M. Landin (3), Bilyk (3), Duvnjak (3), Zarabec (2), Nilsson (2), Weinhold (1), Dahmke (1)
Tore Minden: Michalczik (7/2), Gulliksen (6), Padschywalau (3), Reißky (3), Sawwas (3/1), Gullerud (2), Korte (1), Meister (1), Nowatzki (1)
Zuschauer: 10.285 (ausverkauft)
Zeitstrafen: 4 / 10

Mit dem Spiel des THW konnten die Zuschauer dann allerdings zunächst weniger zufrieden sein. Ungewohnt fahrig agierte das Team von Trainer Filip Jicha, allein Steffen Weinhold verwarf in der Anfangsphase gleich dreimal. Nach elf Minuten schlug ein 3:6 zu Buche, aus dem Feld heraus hatte Kiel lediglich einmal getroffen. Mindens Keeper Malte Semisch und Espen Christensen, der einen Siebenmeter von Ekberg parierte, zeigten starke Paraden. Die Gäste hätten sogar noch höher führen können, aber auch Dario Quenstedt und Niklas Landin im THW-Tor waren hellwach.

Kiel schaffte es lange nicht, Lücken in die GWD-Defensive zu spielen, erst in der 24. Minute kamen die "Zebras" zum Ausgleich (11:11), kurz darauf gelang die erste Führung (13:12/26.). Dank einer verbesserten Deckungsarbeit und einem gut aufgelegten Landin gingen die Kieler mit einem Zwei-Tore-Vorsprung (14:12) in die Halbzeitpause.

Kiels Duvnjak sorgt für die Entscheidung

Zwar konnte Minden kurz nach Wiederbeginn durch einen Siebenmeter wieder verkürzen, handelte sich dann aber eine Zeitstrafe ein, die der THW gnadenlos ausnutzte und auf drei Tore davonzog (16:13/32.). Aber die Gäste ließen sich nicht abschütteln und hielten die Partie weiter offen (21:20/43.). Fünf Minuten vor dem Ende führte Kiel 27:24 und durfte sich immer noch nicht sicher sein. Erst, als Duvnjak in der 59. Minute mit einem "Strahl" das 29:26 erzielte, war die Entscheidung gefallen. Zwar traf auch Minden noch einmal, aber dabei blieb es. Und die Kieler durften die erste Tabellenführung seit zwei Jahren feiern.

Hannover-Burgdorf: Zäher Beginn, dann drehte OIsen auf

Hannover-Burgdorf tat sich gegen Berlin zu Beginn schwer, trug die Angriffe ohne Dampf und Geschwindigkeit vor.

Während Morten Olsen und Alfred Jönsson ihre Chancen liegen ließen, zeigten sich die Berliner treffsicherer - und führten nach knapp fünf Minuten schon mit 3:0. Doch danach fanden die Gastgeber besser in die Partie und kamen zum Ausgleich (5:5/10.). Nach wie vor blieb das Spiel der "Recken" aber zäh, es fehlte an Präzision. Die erste Führung der Gastgeber (8:7/17.) war schnell wieder dahin (8:9/18.).

Besser machten es die Niedersachsen wenige Minuten später, als sie eine Zeitstrafe der Füchse zu einer Zwei-Tore-Führung nutzten (12:10/24.). Vor allem Olsen war nun auf Betriebstemperatur, warf vier Treffer in Folge für sein Team und gab den entscheidenden Pass für das Tor von Vincent Büchner, das die knappe Halbzeitführung (17:16) bedeutete.

Hannovers Ebner mit starken Paraden

Im zweiten Durchgang agierten die "Recken", bei denen nun auch Nationalspieler Fabian Böhm zum Einsatz kam, wie ausgewechselt.

TSV Hannover-Burgdorf - Füchse Berlin 31:28 (17:16)

Tore Hannover-Burgdorf: Olsen (11/3), Kastening (5), Büchner (4), Cehte (4), Martinovic (2), Böhm (2), Jönsson (1), Pevnov (1), Mävers (1/1)
Tore Füchse Berlin: Lindberg (9/7), Wiede (6), Mandalinic (3), Holm (3), Koch (2), Kopljar (2), Drux (2), Marsenic (1)
Zuschauer: 8.701
Strafminuten: 6 / 8

Domenico Ebner glänzte mit drei starken Paraden, Timo Kastening sorgte mit seinem Treffer - natürlich nach einem Olsen-Pass - für einen Drei-Tore-Vorsprung (19:16/35.), den Büchner sogar noch ausbaute (20:16/38.). Es hätten sogar fünf Tore sein können, doch Olsen scheiterte mit seinem Siebenmeter am früheren TSV-Keeper Martin Ziemer (40.). Auf der Gegenseite war Hans Lindberg gegen Ebner erfolgreich, sodass die Berliner auf Schlagdistanz blieben.

Wenig später parierte der TSV-Keeper aber einen Siebenmeter von Lindberg, die Hannoveraner zogen danach auf fünf Tore davon (22:17/42.). Die Vorentscheidung? Nein, denn Berlin stemmte sich gegen die Niederlage, kam bis auf zwei Treffer heran (29:27/57.). Die Schlussminuten wurden zum Krimi - mit gutem Ende für die "Recken", weil ihr bester Werfer Olsen noch zweimal einnetzte.

HSG Nordhorn-Lingen im freien Fall

Die Partie in der Lingener Emsland-Arena schien bereits zur Halbzeit entschieden. 11:17 lag der Aufsteiger gegen den Tabellen-15. TBV Lemgo zurück und hatte dabei zahlreiche freie Würfe vergeben.

HSG Nordhorn-Lingen - TBV Lemgo-Lippe 24:29 (11:17)

Tore Nordhorn: R. Weber 8/3, Heiny 4, Kalafut 4, Miedema 4, Possehl 3, De Boer 1
Tore Lemgo: Elisson 11/3, Schagen 6/1, Theuerkauf 4, Cederholm 3, Klimek 2, Baijens 1, Carlsbogard 1, Guardiola Villaplana 1
Zuschauer: 3.451
Zeitstrafen: -/ -

Nach Wiederbeginn kamen die Niedersachsen aber wieder bis auf einen Treffer heran (19:20/46.). Doch Lemgo zeigte sich von der Aufholjagd unbeeindruckt, baute den Vorsprung wieder auf vier Tore aus (20:24/52.). Danach spielten die Gäste ihre Angriffe geduldig aus und nahmen möglichst viel Zeit von der Uhr. Die HSG kam nicht mehr zurück.

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Handball im Tornetz © picture-alliance / Sven Simon Foto: FrankHoermann/Sven Simon

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Sportreport | 08.12.2019 | 18:05 Uhr

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