Flensburgs Johannes Golla, Mads Mensah Larsen, Lasse Svan und Jim Gottfridsson (v.l.) jubeln. © imago images / Beautiful Sports

Achter Sieg - Starke Flensburger bleiben oben dran

Stand: 06.12.2020 18:31 Uhr

Die SG Flensburg-Handewitt bleibt in der Handball-Bundesliga mit dem 30:23 (16:10)-Sieg gegen Frisch Auf Göppingen dem THW Kiel und den Rhein-Neckar Löwen dicht auf den Fersen. Die TSV Hannover-Burgdorf und die HSG Nordhorn-Lingen verloren.

von Florian Neuhauss

Zu Beginn war die Partie in Flensburg allerdings ein Fehlerfestival. Die ersten vier Angriffe endeten allesamt mit einem technischen Fehler. Göran Sögard Johannessen warf in der dritten Minute das erste Tor und brachte die Hausherren damit in Führung. Göppingen brauchte sogar noch zwei Minuten länger, um die Null von der Anzeigetafel zu bannen. Und all das, ohne dass einer der Torhüter bereits in Erscheinung getreten wäre.

Die Schwaben waren eigentlich gut in die Saison gestartet. Doch die Niederlagen gegen Kiel und besonders zuletzt in Hannover haben offenbar Spuren hinterlassen. Gerade einmal jeder dritte Angriff der Gäste brachte in Hälfte eins ein Tor.

Johannessen und Gottfridsson zeigen ihre Klasse

Bester Flensburger in der Anfangsphase war einmal mehr Johannessen, der eine Minute später schon seinen dritten Treffer erzielte (6:3). Lasse Svan erhöhte auf 9:4 (19.). Dann drehte Jim Gottfridsson auf und traf unnachahmlich zum 11:5 (22.) und 12:6 (24.). Dass sich die Göppinger in der Schlussphase der ersten Hälfte noch eine Zeitstrafe nach der anderen leisteten, kam der termingestressten SG sehr gelegen.

Flensburg findet stets die richtige Antwort

Zu Beginn der zweiten Hälfte vergrößerte Johannes Golla die Führung sogar noch auf sieben Treffer (35./20:13). So leicht wollten sich die Gäste dann aber doch nicht geschlagen geben - und überraschten die SG mit plötzlich aufflackerndem Elan. Jacob Bagersted brachte Göppingen noch einmal auf 17:20 heran (40.).

Doch Frisch Auf, das weiter immer wieder mit Unterzahlen zu kämpfen hatte, fehlte einfach die Konstanz. Oder anders ausgedrückt: Immer wenn das Zwischenergebnis knapper wurde, zog Flensburg das Tempo wieder an. In der 44. Minute führte die SG 24:18. Vier Minuten später hatte Göppingen noch einmal auf 21:24 verkürzt - und kassierte drei Minuten vor dem Ende das 30:22 von Johannessen. Der Flensburger Sieg mit sieben Toren Vorsprung war am Ende auch in der Höhe verdient.

Sorge um Magnus Röd

Sorge bereitet Coach Maik Machulla allerdings die Verletzung von Magnus Röd, nach dem Kreuzbandriss von Nationalspieler Franz Semper der einzige Linkshänder im Rückraum der Flensburger. Der Norweger musste nach einem Zusammenprall vom Feld, aber immerhin nach einer ersten Diagnose nicht ins Krankenhaus. "Wenn wir ihn jetzt auf der gleichen Position verlieren, dann haben wir ein Problem und sind taktisch unglaublich eingeschränkt", sagte Machulla.

"Recken" zeigen Moral und verlieren doch

Die "Recken" taten sich beim 25:29 (10:12) gegen HBW Balingen-Weilstetten überraschend vom Anwurf weg schwer. Vom 0:1 an liefen sie einem Rückstand hinterher. Zu Beginn der zweiten Hälfte erhöhte Vladan Lipovina für die Gäste sogar auf 14:10 (32.).

In der 47. Minute gelang den Niedersachsen erstmals seit dem 4:4 wieder der Ausgleich: Alfred Jonsson traf zum 20:20 - und eröffnete damit eine spannende Schlussphase. Ilija Brozovic brachte sein Team sogar noch einmal in Front - 22:21 (51.). Doch schnell lag die TSV wieder mit zwei Toren hinten, und nach dem 28:25 von Jona Schoch (59.) war die Partie entschieden.

Nordhorn-Lingen verkauft sich teuer

Nordhorn-Lingen konnte beim 24:29 (13:16) gegen die Rhein-Neckar Löwen nur in der Anfangsphase mithalten. Nach dem 5:5 von Julian Possehl (9.) zogen die Gäste in Nordhorn davon. Schnell stand es 15:10 für den Favoriten (24.). Aber die Niedersachsen ließen die Mannheimer nicht weiter enteilen und konnten sogar mehrfach noch auf zwei Treffer verkürzen. In der 33. Minute traf Robert Weber zum 14:16, auch 13 Minuten später war es wieder genauso eng.

Am Ende aber setzte es die erwartete Niederlage. Die Rhein-Neckar Löwen blieben in der Tabelle aber hinter dem THW, der sein Spiel am Vortag gegen Ludwigshafen bereits deutlicher gewonnen hatte.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 06.12.2020 | 22:50 Uhr

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