Stand: 24.07.2019 08:45 Uhr

VfL Osnabrück: Gekommen, um zu bleiben

von Matthias Heidrich, NDR.de

Nach acht Jahren in der Dritten Liga hat der VfL Osnabrück den Sprung zurück die Zweite Liga geschafft. Die finanziellen Rahmenbedingungen des Traditionsclubs aus Niedersachsen sind begrenzt, trotzdem ist das Ziel der Lila-Weißen klar: Sie sind gekommen, um zu bleiben.

So lief die vergangene Saison

Bereits vier Spieltage vor Saisonende machten die Osnabrücker den Aufstieg perfekt. Am Ende stand auch die verdiente Meisterschaft, eine der überraschendsten in der Drittliga-Geschichte. Niemand hatte auf die komplett neu zusammengestellte VfL-Mannschaft (17 Spieler gingen, 14 kamen im Sommer 2018) gesetzt. Doch die präsentierte sich unter der Führung von Trainer Daniel Thioune schnell als verschworene Gemeinschaft, effizient im Angriff und mit einer kaum zu überwindenden Defensive als Prunkstück. Nur 31 Gegentore in 34 Spielen kassierten die Norddeutschen, auch dank des überragenden Schlussmanns Nils Körber. Dass die Osnabrücker den 22-Jährigen ein weiteres Jahr von Hertha BSC ausgeliehen haben, darf als Erfolg schon vor dem ersten Anpfiff in der Zweiten Liga verbucht werden.

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Im Vergleich zum Vorjahr mussten die Niedersachsen keinen allzu großen Aderlass verkraften. Die Leistungsträger der Aufstiegssaison sind noch alle da, in Alexander Dercho und Tim Danneberg beendeten zwei Routiniers ihre Karrieren. Beide waren allerdings keine Stammspieler. Danneberg bleibt dem VfL in anderer Funktion sogar erhalten, heuerte als Co-Trainer an. Den Erfahrungsverlust im Kader hat der VfL mit den Verpflichtungen der Abwehrspieler Kevin Wolze (vom MSV Duisburg) und Lukas Gugganig (Greuther Fürth) kompensiert. Bitter für die Osnabrücker: Mittelfeld-Neuzugang Bryan Henning (kam vom FC Wacker Innsbruck) zog sich in der Vorbereitung eine Teilruptur der Syndesmose zu und wird wochenlang fehlen.

"Wir können in allen Bereichen noch einen Spieler gebrauchen, der unsere Qualität deutlich anhebt", sagt Trainer Daniel Thioune. Sportchef Benjamin Schmedes hat bereits angekündigt, dass sich zu den bislang neun Neuen noch weitere Verstärkungen gesellen werden. Vor allem in der Abwehr, wo Fixpunkt Maurice Trapp mit Rückenproblemen weiterhin auf unbestimmte Zeit ausfällt, besteht noch Bedarf.

Der Trainer: Thioune hat keine Lust auf Understatement

Wer das Erfolgsrezept der Aufstiegssaison sucht, der wird vor allem bei Thioune fündig. Der ehemalige VfL-Profi und vormalige Nachwuchskoordinator hat dem Club neues Leben eingehaucht und wurde von Kollegen und Kapitänen zum "Trainer des Jahres" in der Dritten Liga gewählt. Er selbst verweist lieber auf seinen "Staff" und die Teamleistung, doch mit seinem Engagement und viel Akribie hat der 44-Jährige einen Löwenanteil an der Rückkehr in die Zweite Bundesliga. Auch andere Clubs sollen sich schon mit dem Fußballlehrer beschäftigt haben, dessen Vertrag beim VfL im nächsten Sommer ausläuft. "Wir wollen die Zweite Liga bereichern", sagt Thioune, der wenig Lust darauf hat, den demütigen Underdog zu geben: "Wir lassen uns nicht sagen, dass wir etwas nicht können."

Ausblick auf die Saison

Wenn es der VfL-Coach erneut schafft, eine Mannschaft zu formen, die durch dick und dünn geht, dürfte das Ziel Klassenerhalt möglich sein. Die Euphorie im Umfeld ist jedenfalls groß, der Dauerkarten-Verkauf lief wie am Schnürchen. "Wir sind jetzt schon ein unglaublich gefestigtes Team, was Spaß hat, miteinander zu arbeiten", sagt Marc Heider. Der Kapitän hatte schon bei den Aufstiegsfeierlichkeiten keinen Zweifel daran gelassen, wie der Plan des Clubs nach acht Jahren Zweitliga-Abstinenz lautet: "Wir sind gekommen, um zu bleiben."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 27.07.2019 | 17:30 Uhr