Stand: 29.06.2018 09:23 Uhr

Kühne-Rückzug beim HSV - Hoffmann gelassen

Clubchef Bernd Hoffmann glaubt, dass der HSV auch ohne fremde finanzielle Hilfe auskommen kann.

HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann hat gelassen auf die Ankündigung von Investor Klaus-Michael Kühne reagiert, den Club künftig nicht mehr finanziell zu unterstützen. "Wir orientieren uns in dieser Phase der Vorbereitung auf die Zweitliga-Saison auch an dem Szenario, bei der Finanzierung komplett ohne externe Hilfe oder Investoren auszukommen", sagte Hoffmann bei NDR 90,3. Kühne hatte zuvor in einem Interview mit der "Sport Bild" erklärt: "Ich werde den Verein nicht weiter fördern, weil mein Wunsch, meine Anteile langfristig aufstocken zu können, nicht respektiert wird. Im Augenblick bin ich mal weg und nur noch Fan - das wird sich auch nicht kurzfristig ändern. Dieser Entschluss ist nachhaltig."

"Hoffmann hat Angst vor den Mitgliedern"

Verteilung der Anteile an der HSV Fußball AG

  • Hamburger Sport-Verein e. V.: 76,19 %
  • Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne: 20,57 %
  • Familie Burmeister: 1,35 %
  • Agrarunternehmer Helmut Bohnhorst: 1,22 %
  • Erben von Weinhändler Alexander Margaritoff: 0,67 %

Hoffmann hatte eine Aufstockung der Kühne-Anteile klar abgelehnt. Kühne ist zurzeit nach dem Hamburger Sport-Verein e.V. (76,19 Prozent) mit 20,57 Prozent größter Anteilseigner der HSV Fußball AG. "Es gibt eine Sperrklausel von 24,9 Prozent in der Vereinssatzung, und diese sieht Bernd Hoffmann als unumstößliche Barriere an", sagte der Milliardär, der seine Beteiligung "um acht bis zehn Prozent, je nach Bedarf" hatte erhöhen wollen. Er glaube, dass Hoffmann die Veränderung eigentlich möchte, so der Unternehmer, "aber panische Angst vor den Mitgliedern hat und befürchtet, dass er mit diesem Antrag scheitern könnte. Er ist schon einmal abgewählt worden, und ich glaube, dass diese Enttäuschung tief in ihm drinsteckt. Dem Risiko, das erneut zu erleben, möchte er sich nicht stellen." Würde Kühne mit mindestens 25 Prozent an der Fußball AG beteiligt sein, hätte er eine Sperrminorität und könnte so maßgebliche Entscheidungen blockieren.

"Der Kampf ist verloren"

Sein jahrelanges Engagement (rund 100 Millionen Euro) bilanzierte der Milliardär nach dem erstmaligen Abstieg des Bundesliga-Gründungsmitglieds als "unglücklich". "Natürlich ist es schade, dass der jahrelange Ritt auf der Rasierklinge nicht gut ausging. Das setzt für mich in gewisser Weise einen Schlusspunkt. Der Kampf ist jetzt verloren", sagte Kühne, der auch einen Verkauf seiner Anteile nicht ausschließt: "Ich bin bereit, sie zum von mir bezahlten Einstandspreis abzugeben und diese ohne Gewinn zu veräußern. Ich sehe aber niemanden, das ist Utopie." Eine Rückkehr ist für Kühne nur bei einem Entgegenkommen des Vereins möglich. "Man soll nie nie sagen. Im Augenblick ist die Sache sehr festgefahren, da kann ich von mir aus keine Schritte mehr machen - die müssten von der anderen Seite kommen", sagte er. Ein Szenario, das nicht ausgeschlossen scheint: "Wir sprechen immer miteinander und der Gesprächsfaden wird auch nicht abreißen, schließlich sind wir gesellschaftsrechtlich sehr intensiv miteinander verbandelt", sagte Hoffmann bei NDR 90,3.

Dieses Thema im Programm:

Treffpunkt Hamburg | 29.06.2018 | 20:00 Uhr

HSV: Kühne will weitere Anteile

Investor Klaus-Michael Kühne will seine Beteiligung an der HSV Fußball AG aufstocken und so weitere Transfers ermöglichen. Allerdings bedarf es dazu einer Satzungsänderung. mehr

Kühne lästert über den HSV und kritisiert Hoffmann

Investor und Club-Mäzen Klaus-Michael Kühne ist mit dem abstiegsbedrohten HSV erneut hart ins Gericht gegangen. Zudem kritisierte der Milliardär Aufsichtsratschef Bernd Hoffmann. mehr

Hoffmann: Der Ungeduldige braucht Geduld

Bernd Hoffmann übernimmt den Vorstandsvorsitz der HSV Fußball AG. Die Aufgaben sind riesig beim Bundesliga-Absteiger. Kann Hoffmann den Hamburger SV konsolidieren? Ein Kommentar. mehr

Mehr Sport

03:56
Hallo Niedersachsen

Volleyballer der SVG Lüneburg im Pokalfieber

23.02.2019 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
01:43
Nordmagazin

Heim-Pleite: Hansa glücklos gegen Meppen

23.02.2019 19:30 Uhr
Nordmagazin
02:18
Hamburg Journal

HSV Handballer sammeln Punkte im Abstiegskampf

23.02.2019 19:30 Uhr
Hamburg Journal